Der Landkreis Oder-Spree als Geisterfahrer

Der Landkreis Oder-Spree als Geisterfahrer
Vorerst keine Öffnung in Aussicht heißt es für den Golf Club Bad Saarow. Foto: A-ROSA

Als ob es um ein lächerliches Hobby ginge, hat der Landkreis Oder-Spree den Antrag des Golf Club Bad Saarow auf eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt und steht damit in Brandenburg ganz allein da. Ein Kommentar.

Ein Paukenschlag! Als ob es um ein lächerliches Hobby ginge und nicht um erhebliche wirtschaftliche Einbußen, ein quasi Arbeitsverbot für eine große Zahl von Menschen und den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen, hat der Landkreis Oder-Spree den Antrag des Golf Club Bad Saarow auf eine Ausnahmegenehmigung mit folgender Begründung abgelehnt: „Sie begehren (…) in Ihrem Antrag die Zulassung der Benutzung der Golfanlage unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygienevorschriften zum Zwecke des Einzelspiels als individuelle sportliche Freizeitgestaltung ihrer Mitglieder. Einen zwingenden und dringenden Anlass, der zum jetzigen Zeitpunkt die Ausübung dieser Freizeitbetätigung erforderlich erscheinen lässt, haben Sie nicht vorgetragen und ist auch nicht ersichtlich.“

Damit ist der Landkreis Oder-Spree, der vergleichsweise geringe Corona-Fallzahlen verzeichnet, nun bei der Auslegung der Brandenburger Eindämmungsverordnung als Geisterfahrer unterwegs. Vielleicht sind es aber auch der Landkreis Dahme-Spreewald, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Landkreis Märkisch-Oderland, Landkreis Oberhavel, Landkreis Havelland und nicht zu vergessen: das Land Berlin, die sich irren, weil sie individuellen Sport im freien unter strikter Einhaltung von Abstands- und Hygienevorschriften für unbedenklich halten.

Hätte das Golfresort am Scharmützelsee den Ryder Cup 2022 austragen dürfen und die Sportwelt in den Landkreis Oder-Spree geschaut, Landrat Rolf Lindemann hätte sich gewiss im Abglanz des Golf-Events zu sonnen gewusst. Die guten Zeiten – das ist Geschichte – kamen nicht. In den schlechten, die nun herrschen, verschließt der SPD-Politiker vor den Sorgen und Nöten des Golfresorts schlichtweg die Augen. Denn eine wissenschaftliche Grundlage für diese Entscheidung gibt es nicht.