Dieter Hadynski: Über 200 Golfturniere pro Jahr

Dieter Hadynski: Über 200 Golfturniere pro Jahr
Seit Jahresbeginn hat der Berliner Dieter Hadynski schon 43 Golfturniere gespielt. Foto: Privat

Es ist erst Anfang März, aber Dieter Hadynski hat in diesem Jahr schon 43 Golfturniere gespielt. Auf den Platz zu gehen ohne offiziellen Wettkampf, käme dem 62-Jährigen vom Golfclub Pankow nicht in den Sinn. 2018 brachte es Hadynski so auf 212 Turniere. Und in diesem Jahr will er noch mehr.

Als sich der Inhaber einer Berliner Reederei im vergangenen Jahr Woche für Woche zu gleich mehreren Golfturnieren anmeldete, wurden die Mitarbeiter und das Management des Golf Resorts Berlin Pankow neugierig. Wo wird das hinführen? Also zählten sie mit. Jedes Mal, wenn Dieter Hadynski im Sekretariat wieder seine 16 Euro Teilnahmegebühr für ein Turnier zahlte, erfuhr er dann auch, das wievielte Wettspiel des Jahres es für ihn ist. „2018 habe ich in Pankow genau 200 Turniere gespielt, für die zwölf anderen war ich in Wilkendorf, Stolper Heide, Prenden und Kallin“, bilanziert Hadynski.

Im Golfclub Pankow ist er mittlerweile eine kleine Attraktion – fast jeder kennt ihn und seine Leidenschaft für offizielle Wettkämpfe. „Es ist toll, wie viele ganz unterschiedliche Menschen ich hier schon kennengelernt habe“, erzählt der Unternehmer. Und natürlich muss einer wie er immer wieder erklären, warum es denn unbedingt vier Golfturniere pro Woche sein müssen, egal ob Sommer oder Winter. „Nur im Turnier spüre ich den Druck, der mich zur vollen Konzentration zwingt und mir hilft, das Beste aus mir rauszuholen“, sagt Hadynski.

Chaotenschläge beim Probegolfen

Bis vor sechs Jahren hat der Berliner die Glaspanoramaschiffe seiner Reederei noch selbst über die Spree gesteuert und Touristen die schönsten Seiten der Hauptstadt vom Wasser aus gezeigt. „Dann starb plötzlich mein Bruder, mit gerade mal 44 Jahren, Krebs“, sagt Hadynski. Das habe alles verändert. Er habe sich gefragt: Soll ich arbeiten bis zur Rente und dann umfallen? Dass seine Antwort überhaupt Nein lauten konnte, habe er seiner gut laufenden Reederei zu verdanken. Die werfe auch noch genug zum Leben ab, wenn er selbst nicht mehr am Steuer steht, sondern ein angestellter Kapitän.

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Im Golf Resort Berlin Pankow gibt es den ganzen Winter über Golfturniere: Ideale Voraussetzungen für Turniersammler Dieter Hadynski. Foto: Privat

„Ich bin dann in meiner neugewonnenen Freizeit mit meiner Tochter und ihrem Kumpel zum Probegolfen gefahren“, berichtet Hadynski. Leihschläger, eine Stunde Range, eine halbe Stunde Puttinggreen, zum Abschluss drei Löcher Spielen auf dem Kurzplatz. „Ich habe trotz meiner Chaotenschläge unheimlich Spaß gehabt und wusste sofort, dass ich weitermache.“ Es folgten Trainerstunden und die Platzreife – aber keine Turniere. „Die ersten zwei Jahre habe ich kein einziges Turnier gespielt, weil ich Angst hatte, nicht gut genug zu sein“, sagt Hadynski. Heute lacht er darüber.

Die vielen Turniere, genauer gesagt, die enorme Spielpraxis hat dem Berliner ein respektables Handicap eingebracht. Zwischen -12,5 und -14,5 pendelt Hadynski hin und her. Es sei faszinierend, sagt er, wie unterschiedlich Golfrunden seien können. Wer kann das besser beurteilen als einer wie er. „An einem Tag funktioniert fast alles, am Tag danach trifft man kaum einen Ball“, erklärt er. „Aber genau das macht Golf auch so spannend.“ Verliefe das Spiel vorhersehbar auf einer Linie, würde er wahrscheinlich längst nicht mehr Golf spielen.

„So verrückt ist ja kein Zweiter“

Den 18-Loch-Meisterschaftsplatz in Pankow kann Dieter Hadynski mittlerweile dennoch im Schlaf spielen, er kennt alle Tücken, alle Hindernisse. Sieben Turniere habe er 2018 gewonnen, zehnmal sei er Zweiter geworden, zwanzigmal Dritter – auch das dokumentiert der Turniergolfer genaustens. Hadynskis Stärke, das sagt er, beginne rund 100 Meter vor dem Grün. Da könne er sich ziemlich sicher sein, dass er auf dem Grün lande. Vom Abschlag aus habe er dagegen eine ganz eigene Schlagtechnik entwickelt, weil der volle Schwung mit dem Driver seine Bandscheiben zu sehr quäle. „Ich stehe deshalb auf dem Tee fast mit dem Rücken zu Ziel und schwinge den Driver dann rückwärts nur mit den Armen von oben kommend auf den Ball“, schildert Hadynski.

Auch das hat den Bekanntheitsgrad des Turnierdauerbrenners im Club noch einmal erhöht. „Wer mich zum ersten Mal abschlagen sieht, denkt: Will der mich verarschen?“, sagt Hadynski und schmunzelt. Aber mit seiner ureigenen Technik schlage er den Ball immerhin bis zu 200 Meter weit.

An zwei Tagen in der Woche arbeitet der Reeder noch für sein Unternehmen, den Winter über morgens und vormittags, weil die Golfturniere dann schon mittags beginnen. Im Sommer hat er etwas weniger Stress. Und läuft es so, wie es Hadynski sich vorstellt, dann wird er in diesem Jahr seinen Turnierrekord von 2018 noch überbieten. „215 oder 218 Turniere wären schon toll“, sagt er. Ob das für das Guinnessbuch der Rekorde reiche, habe seine Tochter schon versucht herauszufinden. Allerdings ohne Erfolg. Aber Dieter Hadynski ist sich sicher: „So verrückt ist ja kein Zweiter.“

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