Polly Mack: Für den Tour-Traum nach Alabama

Polly Mack: Für den Tour-Traum nach Alabama
Träumt von einer Karriere als Tourspielerin: Polly Mack vom Berliner Golfclub Stolper Heide. Foto: UNLV

Sie will auf die Tour, und sie sucht den besten Weg dorthin: Polly Mack vom Berliner Golfclub Stolper Heide verlässt nach zwei Jahren Las Vegas und wechselt an die University of Alabama – in große Fußstapfen und eines der besten College-Teams in den USA.

„Ich wechsle, weil ich alles investieren möchte, um den Sprung auf die Tour zu schaffen“, erklärt die 20-Jährige ihren Schritt. Im Team der University of Nevada in Las Vegas war Polly Mack von Beginn an die unumstrittene Nummer eins, wurde gleich in ihrem ersten Collegejahr zum „Freshman of the Year“ und „Player of the Year“ der Mountain West Conference gewählt. Trotz ihrer guten Leistungen, das erzählt die Nationalspielerin, habe sie von ihrer College-Trainerin in Las Vegas kaum Möglichkeiten bekommen, individuell an ihren Schwächen zu arbeiten. Sich gezielt zu verbessern, sei dadurch schwer möglich gewesen. Stattdessen habe sie den Einheitsdrill abarbeiten müssen, den die Trainerin von allen ihren Spielerinnen verlangt – unabhängig von Stärken und Schwächen. „Das hat mich frustriert und in mir den Entschluss reifen lassen, das College zu wechseln, auch wenn Las Vegas für mich zu einem echten Zuhause geworden ist“, sagt die Berlinerin.

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Im College-Team von Las Vegas war Polly Mack zwei Jahre lang die stärkste Spielerin. Foto: R. Marsh Starks / UNLV Creative Services

Polly Mack ließ sich auf die Transferliste setzen, auf die alle College-Trainer in den USA Zugriff haben. Vorher – so verlangen es die Regeln – musste sie allerdings noch ihrer Trainerin Bescheid geben. „Die war total überrascht und hat mir das offenbar nicht zugetraut“, berichtet die Studentin. Es sei von ihrer Seite aus ein offenes Gespräch geworden über ihre Unzufriedenheit mit dem Training, über fehlende Unterstützung und den mangelnden Willen, individuell auf sie einzugehen. „Darunter hat das ohnehin nicht mehr große Vertrauensverhältnis noch einmal gelitten.“

Dass Polly Mack nun vom weltberühmten Las Vegas in die vergleichsweise kleine und unbekannte Stadt Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama zieht, liegt daran, dass die College-Damen der University of Alabama zu den besten der USA gehören und dass sich die beiden Trainer des Teams ganz besonders um Polly Mack bemühten. „Ich hatte in den Gesprächen sofort ein sehr gutes Gefühl, und auch bei meinem ersten Besuch in Alabama vor vier Wochen bin ich von den Spielerinnen des Teams super empfangen worden“, erzählt Polly Mack.

Mit Empfehlung von Ted Long

Nicht unschuldig an ihrem Wechsel sei auch Golftrainer Ted Long vom amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister Mannheim-Viernheim, der nicht nur ein gutes Verhältnis zu ihrem Trainer Gregor Tilch im Berliner Golfclub Stolper Heide habe, sondern auch gute Kontakte nach Alabama. „Wenn ein renommierter Coach ein gutes Wort für mich einlegt, dann ist das natürlich von Vorteil“, freut sich die Berlinerin.

An der University of Alabama kann Polly Mack ihr bisheriges Studium in „Hospitality Management“ fortsetzen. „Wichtig ist für mich, dass die Trainer in Alabama kein Problem damit haben, dass ich weiter mit Gregor Tilch als Schwung-Coach arbeite“, sagt sie. An der Crimson Tide – so heißt die Universität auch – tritt sie in große Fußstapfen, die ihr den Weg weisen. Die beiden besten Spielerinnen aus Alabama haben das Team im Herbst verlassen und sind auf die Tour gewechselt. „Ich sehe dort eine der besten Möglichkeiten der USA, den Sprung auf die Tour zu schaffen“, glaubt Polly Mack. „Und ich gehe dort sicher nicht hin, um nur mal zu gucken.“

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