Florian Schrödl von Gatow nach Stolper Heide

Florian Schrödl von Gatow nach Stolper Heide
Florian Schrödl, der amtierende Einzelmeister von Berlin und Brandenburg, wechselt vom Berliner Golf Club Gatow zum Berliner Golfclub Stolper Heide. Foto: Larry Levanti

Berlins amtierender Einzelmeister Florian Schrödl schließt sich zur kommenden Saison dem Zweitligateam des Berliner Golfclub Stolper Heide an. Der 20-Jährige will dort mit Trainer Gregor Tilch sein golferisches Limit ausloten und aus der „Hammergruppe“ aufsteigen.

Seit 2013 hat Florian Schrödl für den Berliner Golf Club Gatow gespielt. Der Club lag buchstäblich nahe, als seine Familie nach Berlin zog, fast vor der Haustür sogar. Anfangs war Schrödl mit 15 Jahren der jüngste Spieler im Oberliga-Team des Clubs. Zuletzt gehörte er – inzwischen College-Student in New Jersey an der amerikanischen Ostküste – zu Gatows Leistungsträgern in der Regionalliga. Diesen Weg, sagt Schrödl (Handicap +1,7), verdanke er Trainer Joel „Billy“ Goodson, der ihn unter seine Fittiche genommen habe. „Golferisch und menschlich habe ich von Billy unheimlich viel gelernt“, sagt er.

Dass der Berliner und Brandenburger Meister von 2017 und 2018 nun den Club verlässt, berührt seinen Förderer Joel Goodson durchaus: „Florian ist ein feiner Kerl und ich hätte ihn natürlich lieber weiterhin bei uns gesehen als in Stolpe.“ Sein bisheriger Schützling verspricht sich vom Wechsel indes einen neuen Impuls, besonders wenn er zwischen Mai und Ende August zuhause in Berlin ist. An der Fairleigh Dickinson University, wo er als Golfstipendiat International Business Management studiert, geht Schrödl mit seinen Leistungen für das Golfteam vorneweg. Im September wurde er dank konstant niedriger Runden in der Northeast Conference, wo sein College antritt, zum Spieler des Monats gewählt.

Florian Schrödl, Golfer of the month
Leistungsträger im College-Team in New Jersey: Florian Schrödl war im September „Player of the Month“ seiner Northeast Conference. Foto: Northeast Conference Golf Monthly Release

Im Berliner Golfclub Stolper Heide möchte sich der junge Berliner neben den Nationalspielern Falko Hanisch, David Rauch und Timo Vahlenkamp einem Platz im Team erkämpfen und mit Trainer Gregor Tilch das Maximum aus seinem Golfspiel herausholen. „Ich möchte sehen, wie weit ich kommen kann“, sagt er. „Ich kenne Gregor durch den Landeskader schon lange und schätze seine perfektionistische Art, auch an kleinsten Details zu arbeiten.“ Als Gregor Tilch kürzlich nach Las Vegas reiste, um dort ein Trainingscamp mit Polly Mack, David Rauch, Falko Hanisch und anderen Spielern abzuhalten, war auch Florian Schrödl mit von der Partie.

Einen Wechsel zu den Nachbarn vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee habe er nie erwogen, sagt Schrödl, und das obwohl Berlins ältester Club in der Ersten Bundesliga spielt und Interesse an Schrödl hatte. „Mich hat die absolute Leistungsorientierung in Stolpe überzeugt“, erklärt er.

Doch egal ob Stolper Heide oder Wannsee: Wie bei allen Wechseln dieser Art, stellt sich beim abgebenden Club letztlich das Gefühl ein, mit leeren Händen dazustehen. Eine Kompensation für die offensichtlich sehr erfolgreiche Jugendarbeit gibt es im Golf nicht. Anders als etwa im Fußball, wo es üblich ist, dass Amateurvereine bei der Verpflichtung von Talenten aus anderen Vereinen eine Ausbildungsentschädigung zahlen müssen. Wannsees Clubmanager Yasin Turhal, auch Vize-Präsident des Deutschen Golf Verbands (DGV) und Vorsitzender des DGV-Sportrats, sagt, er halte eine solche Regelung auch im Golf für überlegenswert. Dann stellt sich jedoch die Frage: Wie lange ist man ein Nachwuchsspieler?

Florian Schrödl bleibt die Möglichkeit, seine Unterstützer aus Gatow stolz zu machen, indem er erfolgreich an seiner sportlichen Entwicklung arbeitet. „Ich möchte im Sommer möglichst viele internationale Turniere in Europa spielen“, lauten Schrödls Pläne für 2019. Und dann ist da natürlich noch die Deutsche Golf Liga und das Ziel Aufstieg in Liga eins. „Wir haben mit Falkenstein und Hittfeld eine Hammergruppe“, sagt Schrödl. Aber ein Problem mit starker Konkurrenz – das beweist sein Wechsel – hat er nicht.