Bunkerprojekt: Redesign für WINSTONopen

Bunkerprojekt: Redesign für WINSTONopen
Als wäre nie etwas anders gewesen: Der WINSTONopen ist nach dem Redesign dank Grassoden schon wieder in blendender Form. Foto: WINSTONgolf

Das Resort WINSTONgolf bei Schwerin hat die Größe und die Lage aller Bunker auf seinem Platz WINSTONopen überarbeitet. Mehr Spielspaß war das Ziel, ein Drittel weniger Sand ist das Ergebnis. „Ohne Schwierigkeitsverlust für gute Spieler“, sagt Course Manager Jordan Tschimperle.

Seit Oktober bereits laufen die Arbeiten für das umfassende Redesign des WINSTONopen, der 2002 gemeinsam mit dem Resort WINSTONgolf eröffnet wurde. Knapp 20 Jahre später hat Golfplatzarchitekt Holger Rengstorf die mehr als 80 Sandbunker des Platzes auf den Prüfstand gestellt und das Bunkerkonzept modernisiert. „Die Lage der Hindernisse wurde angepasst an die längeren Schläge, die mit dem heutigen Equipment möglich sind“, erklärt Jordan Tschimperle, Course Manager von WINSTONgolf. Zahlreiche Bunker seien ganz entfernt worden, weil sie für gute Spieler kaum im Spiel gewesen seien und lediglich schwächeren Spielern das Leben schwer gemacht hätten.

In den neuen Bunkern des WINSTONopen gibt es eine Trennschicht aus festem Gummigranulat, das ein Vermischen von Sand und Erde verhindert. Foto: WINSTONgolf

„Bunker, die hinter dem Grün lagen, dienten früher unter anderem als Anhaltspunkt, um die Entfernung zu schätzen“, sagt Tschimperle. „In Zeiten, in denen die meisten Golferinnen und Golfer mit Lasern oder GPS-Uhren arbeiten, braucht es das nicht mehr.“ Mit der Reduzierung des Bunkeranzahl auf 49 verringert sich die Sandfläche des WINSTONopen um circa ein Drittel. „Wir hatten bei den Arbeiten natürlich immer auch unsere WINSTONgolf Senior Open im Hinterkopf und dass wir den Platz nicht zu leicht machen dürfen“, so der Course Manager. Herausgekommen sei ein Design, das Durchschnittsgolfern mehr Spielspaß bringe, aber sehr gute Golfer noch immer stark herausfordere.

Der Amerikaner Jordan Tschimperle ist Course Manager von WINSTONgolf. Foto: WINSTONgolf

Zu einem Mammutprojekt wurde das Redesign des WINSTONopen auch, weil das Resort in die neuen Bunker erstmals Trennschichten einbauen ließ. Beim „Blinder Bunker“-System wird Gummigranulat aus alten Autoreifen am Bunkerboden verklebt und verhindert so eine Durchmischung von Erde und Sand. Zugleich reduziert das Gummi – im Vergleich zu Betontrennschichten – die Verletzungsgefahr, wenn einmal nicht genügend Sand unterm Ball liegt und der Schläger die Trennschicht trifft. Um den richtigen Sand zu finden, hat das Resort mehrere Sorten in Probebunkern getestet. Die Entscheidung fiel letztlich auf einen Quarzsand mit einer relativ feinen Körnung von 0 bis 1,5mm – beziehungsweise auf 800 Tonnen davon.

Dass WINSTONgolf den gesamten Platzumbau in diesen Tagen abschließen kann, ist auch das Verdienst der Mitarbeiter vom Clubhausrestaurant „Kranichhaus“. Angesichts der zeitweise pandemiebedingten Zwangsschließung der Gastronomie halfen vier Restaurantkräfte bei der Modernisierung der Bunker, angeleitet von einer englischen Fachfirma. „Die Kollegen aus dem Restaurant kennen sich mit der Bunkerrenovierung jetzt besser aus als wir vom Greenkeeping-Team“, sagt Jordan Tschimperle und lacht. Die 20 Mitarbeiter der Platzpflege hätten parallel unter anderem sechs Abschläge des WINSTONopen optimiert.

Bis zu 1300 Rollen pro Tag verlegten die Greenkeeper von WINSTONgolf für den Platzumbau. Foto: WINSTONgolf

Statt neuen Rasen einzusäen, hat sich WINSTONgolf für das Verlegen von Grassoden entschieden. Die rund 18.000 Quadratmeter Rollrasen kamen aus Mecklenburg-Vorpommern, den Niederlanden und Großbritannien. An manchen Tagen verlegten Tschimperle und sein Team bis zu 1300 Rollen. Der Lohn dafür ist, dass der WINSTONopen schon jetzt so aussieht, als hätte es dort nie eine Baustelle gegeben.

Lesen Sie auch:
WINSTONgolf plant mit Senior Open Mitte Juli