Christian Dettmer: Der Mann für Masters-Tickets

Christian Dettmer: Der Mann für Masters-Tickets
Christian Dettmer war selbst schon dreimal beim Masters und verkauft seit diesem Jahr auch Tickets für Augusta. Foto: Mike Wolff

Viele Golffans wollen Karten für das Masters, Christian Dettmer verkauft sie. Ein Vertrag mit der PGA of America garantiert dem Berliner jährlich 30 Augusta-Tickets. Im Interview spricht Dettmer über diesen Deal, die aktuelle Reiseunsicherheit und Rasen zum Niederknien.

Herr Dettmer, das Masters sollte eigentlich im April stattfinden, wurde dann wegen der Corona-Pandemie in den November verschoben. Rechnen Sie mit Zuschauern in Augusta?

Christian Dettmer: Das ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Ich bin mir sicher, dass das Masters stattfinden wird, vielleicht mit der Hälfte der sonst üblichen 30.000 Zuschauer pro Tag, zur Not ohne.

Sie haben alle Ihre Tickets verkauft. Was würde es für Ihre Kunden bedeuten, wenn sie im November gar nicht in die USA einreisen dürfen?

Dettmer: Wir haben allen Käufern frühzeitig angeboten, die Tickets auf das kommende Jahr zu übertragen. Sieben haben dieses Angebot angenommen, die anderen möchten unbedingt in diesem Jahr zum Masters. Sollte das aufgrund der gesetzlichen Auflagen allerdings nicht möglich sein, werden die 2020er-Tickets natürlich ebenfalls in 2021er-Karten umgewandelt.

Wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal: Das US-Masters im Augusta National Golf Club gilt vielen Golffans als das ultimative Turnier. Foto: REUTERS/Mike Segar

Wie sind Sie an die Masters-Karten gekommen?

Dettmer: Ich bin selbst schon dreimal in Augusta beim Masters gewesen, zuletzt im vergangenen Jahr beim Sieg von Tiger Woods. Dort habe ich zwei Bekannte getroffen, die schon eine Weile Masters-Tickets in England und Spanien verkaufen. Sie haben mir den Ticketing-Verantwortlichen der PGA of America vorgestellt, der mir berichtete, dass er mit dem Kartenverkauf in Deutschland sehr unzufrieden sei. Der Vertrag mit einer wenig golfaffinen Hamburger Agentur sei zum Glück gerade ausgelaufen. Weil ich Eventmanager und Golfer bin, hat er mir dann spontan einen Vertrag über jährlich 30 Masters-Karten angeboten. Das Angebot habe ich natürlich nicht abgelehnt.

Was kosten die Tickets?

Dettmer: Es gibt verschiedene Pakete, je nachdem, ob man nur an ausgewählten oder an allen Tagen beim Masters sein möchte, ob das Hotel in Columbia liegt oder direkt in Augusta. Es beginnt bei etwa 3500 Euro, nach oben ist alles offen, weil wir zusätzlich auch zum Golfspielen Ausflüge nach Kiawah Island anbieten. Wir garantieren vor Ort eine 24-Stunden-Betreuung. Ich habe auch schon erlebt, dass andere Leute nicht auf die Anlage kamen, weil sie irgendwo gefälschte Tickets ergattert haben. Da die Nachfrage nach Masters-Karten groß ist, gibt es leider auch solche Betrugsfälle.

Christian Dettmer ist Event-Manager, Golfer und „mastersverrückt“ – da bot sich das Veranstalten von Masters-Reisen an. Foto: Mike Wolff

Was macht das Masters so besonders?

Dettmer: Die Atmosphäre in Augusta ist einzigartig. Mich beeindruckt die Perfektion im Detail jedes Mal aufs Neue. Es gibt keine Werbung auf der Anlage, ein Bier kostet einen Dollar, ein Burger zwei Dollar, Wasser gibt es gratis. Die Kultur des Golfspielens wird dort in Reinform gelebt. Die Menschen sind selig, weil für sie der Besuch des Masters wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einmal ist. Das Personal sprüht vor Freundlichkeit, außer man verstößt gegen eine der eisernen Regeln: Keine Handys, keine Fotos, nicht rennen.

Stehen die Zuschauer sich vor lauter Euphorie nicht gegenseitig auf den Füßen?

Dettmer: Nein, es läuft alles sehr geordnet ab. Das beste Beispiel dafür sind die speziellen Stühle, die man an ausgewiesenen Plätzen aufstellen kann. Ich habe im vergangenen Jahr am Finaltag meinen Stuhl morgens um 7 Uhr auf einer kleine Parzelle am 18. Grün drapiert und konnte meinen unberührten Platz pünktlich einnehmen, bevor Tiger Woods abends ein paar Meter von mir entfernt den Masterssieg perfekt gemacht hat.

Großes Zuschauerinteresse, trotzdem geordnete Zustände: Tiger Woods liest seine Puttlinie beim Masters 2019. REUTERS/Mike Segar

Klingt fast so, als hätten die Deutschen das System erfunden!

Dettmer: Für mich ist das Masters das perfekte Event, der Gral unter den Sportveranstaltungen. Jeder dritte Zuschauer kniet nieder, um den Rasen zu berühren. Ich habe das auch gemacht. Ein sagenhafter Teppich, außer die Grüns natürlich – die sind betonhart.

Mehr Infos und Kontakt unter masters-reisen.de

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