Die liebsten Reiseziele der Berliner Golflehrer

Die liebsten Reiseziele der Berliner Golflehrer
Anahita auf Mauritius, ein Golfplatz von Ernie Els – und Lieblingsplatz der Seddiner Golflehrerin Simone Weinholz auf der Insel. Foto: Arne Bensiek

Reisen mit Clubmitgliedern gehören für viele Golflehrer zu den schönsten Seiten ihres Berufs – gerade, wenn es im Winter in die Sonne geht. Fünf Golfpros aus Berlin und Brandenburg verraten ihre Lieblingsdestinationen.

Simone Weinholz, Golfpro, Seddiner See
Simone Weinholz. Foto: Arne Bensiek

Simone Weinholz (Golf- und Country Club Seddiner See): „Meine Favoriten sind Mauritius und Südafrika. Mauritius bietet sich mit seinen warmen Temperaturen im November für einen späten Ausklang des Sommers an. Für Golfer ist die Ostküste der Insel ein Eldorado, dort gibt es topgepflegte Plätze und 5-Sterne-Hotels, die allesamt klasse sind. Am meisten hat mich das Constance Prince Maurice beeindruckt – eine absolute Perle. Bei unserer letzten Reise sind alle fast ausgeflippt vor Freude. Mein Lieblingsgolfplatz auf Mauritius gehört zum Anahita Golf & Spa Resort und ist ein Design von Ernie Els. Die Ausblicke raus aufs Meer, die sich einem dort auf der Runde bieten, sind unfassbar schön. Die Fotos davon werden sich alle auch in zehn Jahren noch gerne anschauen.

Nach Südafrika reise ich gerne zwischen Januar und März als eine Art vorweggenommener Frühling. Das Land bietet sich für eine Rundreise an, bei der man viel mehr sieht als nur Golfplätze: atemberaubende Landschaften, tolle Restaurants, Bars mit Livemusik und je nach Wunsch und Vorerfahrung auch Ausflüge nach Namibia, Botswana oder zu den Niagarafällen. Die Golfplätze sind spektakulär, vor allem Pinnacle Point, aber auch der Pezula Golf Club an der Garden Route oder die beiden Plätze des St. Francis Bay Golf Club, die einen Hauch von Sylt haben. Zwölf Tage sind eine gute Reisedauer.

Für mich sind diese Reisen mit meinen Schülerinnen und Schülern ein großes Stück Lebensglück und eine tolle Facette meines Traumberufs Golflehrerin. Denn erst wenn man solche Erlebnisse mit anderen Menschen teilen kann, freut man sich so richtig.“

Fabian Stehle Golfpro Stolper Heide
Fabian Stehle. Foto: Privat

Fabian Stehle (Gregor Tilch Golfakademie im Berliner Golfclub Stolper Heide): „Portugal und Gran Canaria sind aus meiner Sicht perfekte Ziele für eine Golfreise im Winter. Beides liegt nicht so weit entfernt, ein langer Flug ist nicht nötig. Das ist bei Reisen von bis zu sieben Tagen natürlich von Vorteil. In Portugal empfehle ich das Amendoeira Golf Resort, rund eine halbe Autostunde vom Flughafen in Faro entfernt. Es gibt dort zwei Golfplätze, darunter einen von Sir Nick Faldo, der mich wirklich begeistert hat. Vom Resort aus sind auch viele andere Plätze schnell zu erreichen, etwa Vilamoura oder Vale do Lobo. Ich liebe diese Plätze, weil sie mit ihren Schirmpinien schöne und zugleich ernstzunehmende Hindernisse haben und weil es dort kaum Hardrough-Zonen gibt, also kaum Bälle verlorengehen.

Die Plätze im Süden von Gran Canaria haben einen ganz anderen Charakter, den ihnen die Vulkanlandschaft der Insel verleiht. Es ist hügeliger und windiger, trotzdem sind die Plätze nicht zu schwer und bieten tolle Ausblicke auf Strand und Meer. Es ist dort üblich – manchmal auch vorgeschrieben –, ein Golfcart zu nehmen, weil die Wege zwischen Grün und nächstem Abschlag kleine Reisen für sich sind. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dort schon mal jemanden laufen gesehen zu haben.“

Lykia Links, Golf, Reise, Frank Schiemann
Der Lykia Links liegt etwas abseits der anderen Golfplätze von Belek und gilt als bester Golfplatz der Türkei – auch für Wilkendorfs Golfpro Frank Schiemann. Foto: Arne Bensiek
Frank Schiemann Golfpro Wilkendorf
Frank Schiemann. Foto: Privat

Frank Schiemann (Golfpark Schloss Wilkendorf): „Die Türkei ist aufgrund der politischen Spannungen in den vergangenen Jahren bei deutschen Golftouristen nicht mehr so gefragt. Aber ich kann über die Golfdestination Belek nur Positives sagen. Es gibt dort Golfplätze en masse, und Belek hat bei den Trainingseinrichtungen internationale Maßstäbe gesetzt. Die Dienstleistungsmentalität und Gastfreundschaft der Türken ist ungeschlagen, da reichen Portugal und Spanien nicht heran. Mein Lieblingsplatz ist der Lykia Links, der etwas abseits der anderen Plätze direkt am Meer liegt. Großartig sind auch das Regnum Carya Golf & Spa Resort und das Montgomerie Maxx Royal, auf deren Plätzen die European Tour Station macht oder gemacht hat. Wegen der schwächeren Nachfrage unterbieten sich viele Hotels in Belek allerdings derzeit in einer Preisschlacht, um ihre Zimmer zu füllen. Das Resultat ist, ich drücke es mal so aus, für ein anspruchsvolles Publikum gerade weniger einladend.

Eine gute Ausweichmöglichkeit ist Portugal – und zwar nicht nur die Algarve. Auch nördlich von Lissabon gibt es viele tolle Golfplätze. Das Preis-Leistungsverhältnis hat sich durch die größere Nachfrage zuletzt natürlich etwas verschoben, könnte sich in Zukunft aber auch wieder verbessern.

Ich schätze diese Golfreisen mit Mitgliedern sehr, empfinde sie aber auch als anspruchsvollen 24-Stunden-Job. Der Pro gilt vielen als Mädchen für alles. Ich wurde sogar schon mal nachts um 3 Uhr geweckt, um doch bitte eine Kopfschmerztablette zu besorgen. Insofern haben die Reisen manchmal auch ihre Kehrseiten. Ich weiß, dass ich als Golfpro immer das schönste Büro der Welt habe, egal ob im Paradies oder in meinem Heimatclub.“

Joel Goodson Gatow Golf
Joel Goodson. Foto: Mike Wolff

Joel Goodson (Berliner Golf Club Gatow): „Meine absoluten Traumziele sind das PGA Catalunya Resort, eine Autostunde nördlich von Barcelona, und der Real Club Valderrama, der zwischen Marbella und Gibraltar liegt. PGA Catalunya ist für mich das beste Golfresort Europas, wobei ich Valderrama – ich weiß nicht, warum – sogar noch mehr mag. Beide Resorts bieten gigantische Plätze und Trainingsmöglichkeiten und das direkt vor der Haustür. Wobei PGA Catalunya wegen des Wetters bis Ende Oktober und ab Anfang März eine gute Destination ist, Valderrama dank seiner südlichen Lage das ganze Jahr hindurch. Beide Resorts bieten auch tolle Ausflugsziele. Vom PGA Catalunya aus kann man nach Barcelona fahren, von Valderrama aus nach Marbella mit all seinen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Außerdem gibt es von Marbella aus innerhalb von 30 Autominuten rund 20 Golfplätze.“

PGA Catalunya Stadium Course Golf Spanien
Der Stadium Course des PGA Catalunya Resorts. Foto: PGA Catalunya
Reiner Stallbaumer Golfpro Pankow
Reiner Stallbaumer. Foto: Privat

Reiner Stallbaumer (Golf Resort Berlin Pankow): „Ich bin gerade zurück gekommen von Gran Canaria, wo ich mit zwei Gruppen jeweils eine Woche verbracht habe. Maspalomas Golf und das Salobre Golf Resort haben wunderschöne Plätze, die auch anspruchsvoller sind als die topfebenen Bahnen, wie man sie aus Marokko oder Ägypten kennt. Als nächstes reise ich mit einer Gruppe nach Dubai. Auf dem Programm stehen sieben Tage Golf, unter anderem im The Els Club, auf dem Earth Course des Jumeirah Golf Estates oder im Yas Links Golf Club. Das ist natürlich etwas teurer als auf Gran Canaria.

Ich reise inzwischen nur noch mit Schülern oder Clubmitgliedern, die ich gut kenne. Denn mit Fremden ist mir der Stress zu groß. Letztlich führe ich als Golfpro den ganzen Tag durchs Programm, vom Golfplatz übers Restaurant bis zur Bar. Da muss die Chemie stimmen, dann macht die Reise allen großen Spaß.“

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