Die Platzrekorde von Berlin und Brandenburg

Die Platzrekorde von Berlin und Brandenburg
Florian Fritsch gelang der Platzrekord auf Seddins Südplatz in der zweiten Runde der BB-Masters 2015. Foto: Elke Jung-Wolff

Auf manchen Golfplätzen der Hauptstadtregion hat der Platzrekord seit vielen Jahren Bestand, auf anderen ist er taufrisch. In einer neuen Serie stellen wir die Rekordhalter vor. Den Anfang macht Florian Fritsch, der auf dem Südplatz des Golf- und Country Club Seddiner See Maßstäbe gesetzt hat.

Der Rahmen konnte sich sehen lassen: Bei den BB-Masters 2015, dem mit 100.000 Euro dotierten ProAm-Turnier, gelang Tourspieler Fritsch im Golf- und Country Club Seddiner See am zweiten Turniertag eine 64er-Runde – bei Par 72. Der gebürtige Münchner unterschrieb eine lupenreine Scorekarte, auf der er acht Birdies und zehn Pars notiert hatte, kein Bogey. Damit unterbot Fritsch den bisherigen Platzrekord von 65 Schlägen, den zuvor zwölf Jahre lang niemand Geringeres als Martin Kaymer innehatte.

Acht Birdies und kein Bogey: Florian Fritsch gelang eine lupenreine 64er-Runde. Foto: GCC Seddiner See

„Im Prinzip habe ich gespielt wie am ersten Tag, aber ich habe einfach besser geputtet“, brachte es Fritsch nach der Runde auf den Punkt. „Putts von fünf bis acht Metern sind heute einfach gefallen.“ Um genau zu sein, hatte Fritsche in der ersten Runde der BB-Masters noch vier Grüns „in regulation“ verfehlt und eine 73 ins Clubhaus gebracht. In seiner Rekordrunde am Tag darauf traf er dann jedes einzelne Grün. Trotzdem habe es noch Luft nach oben gegeben, ließ Fritsch wissen. Auf Bahn 13, einem 472 Meter langen Par 5, sei sein Putt zum Eagle denkbar knapp ausgelippt.

Florian Fritsch traf bei seinem Platzrekord jedes Grün „in regulation“ und lochte einige längere Putts. Foto: Elke Jung-Wolff

Um ein Haar hätte sich Fritsch selbst noch um einen weiteren Schlag gebracht, weil er sich an Loch 7 offenbar verzählte und ein Birdie unterschlug. Das Missverständnis konnte jedoch aufgeklärt werden, bevor er seine Unterschrift auf die Scorekarte setzte. Durch die 64er-Runde kletterte Fritsch vor dem Finaltag an die Spitze des Leaderboards, gemeinsam mit Jonas Kölbing. In der abschließenden Runde gelang dem heute 34-Jährigen eine 69er-Runde, so dass er sich letztlich Maximilian Kieffer und Jonas Kölbing geschlagen geben musste und einen Schlag zurück Dritter wurde.

Fritsch macht eine Ausbildung zum Golflehrer

Vor Florian Fritsch hatte Martin Kaymer den Platzrekord auf dem Südplatz inne. 2003 gelang Kaymer bei der Deutschen Meisterschaft eine 65er-Runde. Foto: GCC Seddiner See

Seit Mai 2015 hat der Platzrekord von Florian Fritsch in Seddin nun schon Bestand. Für das Jahr darauf wurde der Tourspieler von der PGA of Germany zum Golfer of the Year gewählt. Beeindruckend ist an Fritsch neben seinem außergewöhnlichen Golfspiel, dass er wegen Flugangst stets mit dem Auto zu Turnieren anreist – 45000 Kilometer pro Jahr waren es in der Spitze.

Mit dem Auto kommt man jedoch nicht zu jedem Tourstopp und büßt deshalb ein wesentliches Stück Konkurrenzfähigkeit ein, wenn es um die Geldranglisten und Spielberechtigungen geht. Auch Umstellungen an der Technik trugen laut Fritsch dazu bei, dass er seine Kategorien für die European Tour und Challenge Tour verlor. Inzwischen hat der dreifache Familienvater seine aktive Karriere beendet und absolviert eine Ausbildung zum Fully Qualified Golf Professional, ohne festen Ausbildungsclub, mit Tutorenseminaren von Ausbilder Oliver Neumann. Wie richtig gutes Golf aussieht, das weiß Fritsch nicht nur – das hat er auf dem Seddiner Südplatz auch gezeigt.

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