Hadynski mit Rekord: Ein Jahr, 236 Golfturniere

Hadynski mit Rekord: Ein Jahr, 236 Golfturniere
Rekord-Turnierspieler Dieter Hadynski (links) im Arm von Sepp Maier beim jährlichen Turnier der Torwartlegende im Golf Resort Berlin Pankow. Foto: Privat

Der Berliner Reedereibesitzer Dieter Hadynski hat 2019 an 236 Golfturnieren teilgenommen und damit seinen bisherigen Rekord noch einmal deutlich übertroffen. „Ich wollte noch häufiger spielen“, sagt der 63-Jährige, „aber dreizehnmal ist mir etwas dazwischengekommen“.

Er sei schließlich noch kein Rentner. Wenn einer seiner Mitarbeiter krank ausfalle, betont Dieter Hadynski, dann müsse er, der Chef, eben einspringen – Golfturniere hin oder her. Gegen höhere Gewalt kann auch ein Rekordmann wie Hadynski nichts ausrichten. Immerhin habe er im vergangenen Jahr deutlich seltener aushelfen müssen als 2018. Das allein erkläre, warum er seinen Rekord von 212 Turnierteilnahmen auf 236 ausbauen konnte. „Aber da ist noch Luft nach oben“, findet der Reeder, der seine Arbeitszeit seit Anfang 2018 bewusst reduziert und auf zwei Tage pro Woche verdichtet hat. „Drei Jahre muss ich noch arbeiten, dann kann ich mir eine Sieben-Tage-Golfwoche erlauben.“

Allein 3800 Euro Meldegeld

Noch golft Hadynski an „nur“ fünf Tagen in der Woche. Und da er nichts langweiliger findet als Hobbygolfrunden, spielt er ausschließlich Turniere, meist in seinem Heimatclub, dem Golfclub Pankow. Sein Turnierkalender stellt selbst Tourspieler in den Schatten und produziert nach Amateurmaßstäben erst recht eindrucksvolle Zahlen: Rund 3800 Euro Meldegeld hat Hadynski für seine 236 Turnierteilnahmen in diesem Jahr gezahlt, mehr als 1200 Kilometer hat er auf dem Golfplatz abgespult. 53 Mal landete er auf dem Podest, also unter den ersten Drei der Nettowertung, und gewann damit Einkaufsgutscheine für den Pankower Pro-Shop im Wert von 920 Euro.

Reederei Hadynski, Golf, Pankow
Ebenfalls Rekordverdächtig: Dieter Hadynski verlor auf 236 Golfrunden nur 30 Bälle. Foto: Privat

Hadynski hat all diese Zahlen im Kopf. Und mehr noch. „13 Mal hat der Computer mich bei Punktgleichheit im Stechen noch vom Podest gestoßen“, sagt er und seufzt tatsächlich. 13, der Inbegriff des Unglücks. Ein Zufall? „13 Mal musste ich im letzten Jahr eine Turnierteilnahme absagen, wegen Wetterkapriolen oder Not am Mann in der Firma“, berichtet Hadynski. Über 13 verlorene Bälle hätte er sich noch gefreut – tatsächlich waren es 30.

Ein Par am ersten Loch führt zur Katastrophe

Der Aberglaube spielt bei Dieter Hadynski immer mit. Wer fünf Turniere pro Woche spielt, der kennt nicht nur seinen Schwung, seine Schwächen, nein, der beobachtet auch wiederkehrende Muster. „Ein Par am ersten Loch und die Runde hat noch jedes Mal in einer Katastrophe geendet“, beteuert der Berliner. Ein solides Bogey zu Beginn, das sei ein Auftakt nach seinem Geschmack. Welche Auswirkungen ein Birdie hätte, kann Hadynski nicht beurteilen. Von den 25, die er 2019 gespielt habe, sei ihm keines auf Bahn eins gelungen.

Bemerkenswert ist auch Hadynskis Einstellung zu Probeschwüngen, auf die er ganz verzichtet, sogar auf dem ersten Abschlag. „Es gibt Leute, die machen drei und treffen den Ball dann trotzdem nicht“, erklärt er. Sein Körper wisse, was zu tun sei. Im Kopf habe er allein die Entfernung zum Ziel, keine Schwunggedanken.

Gedanken über seinen Schwung machen sich nur die anderen

Gedanken über seinen Schwung machten sich höchstens seine Mitspieler. Denn Hadynskis Ansprechposition ist eine Sehenwürdigkeit: Wenn er seinen Driver oder seine Faiwayhölzer schlägt, steht er gute 70 Grad abgeneigt vom Ball. Statt um seine lädierte Wirbelsäule zu rotieren, lässt er seine Arme von oben nach unten pendeln und schlägt mit dieser Technik bis zu 190 Meter weit. „Wer mich nicht kennt, fühlt sich beim ersten Anblick etwas veräppelt“, hat Hadynski festgestellt. Sepp Maier, nach dem der 18-Loch-Platz in Pankow benannt ist, hätte zunächst schief geschaut, dann aber gemeint: „Na, wenn es funktioniert.“ Die Torwartlegende konnte sich in diesem Jahr ein umfassendes Bild von Pankows Dauergolfer machen, denn beim jährlichen Sepp-Maier-Turnier des Clubs durfte Hadynski im selben Flight spielen wie die Katze von Anzing. Man könnte sagen: Clubheilige unter sich.

Entzug nach drei Tagen ohne Turnier

„Meine schönste Runde in diesem Jahr war aber das Turnier anlässlich der 30 Jahre Mauerfall“, sagt Hadynski. Im Zweier-Scramble spielte der 63-Jährige gemeinsam mit Pankows Greenkeeper Axel Hesse eine Even-Par-Runde. Ein bemerkenswerter Score für Zwei, die Handicaps von -14 und -16 haben. Geehrt wurde Dieter Hadynski für sein Rekord-Turnierjahr gleich am 1. Januar beim Neujahrsturnier in Pankow, an dem er natürlich teilnahm. „Ich habe vom Club Golfbälle bekommen und eine 12er-Karte für ein Golfcart“, erzählt er. Geschenke, für die niemand eine bessere Verwendung hat als er.

Neues Jahr, neuer Rekord? Hadynskis golferische Vorsätze für 2020 klingen überraschend zurückhaltend für einen Rekordmann wie ihn. „Ich habe keine Zahl als Ziel, ich schaue, was kommt“, sagt er. Stellt aber gleich danach klar: „Wenn ich drei Tage kein Golfturnier spiele, dann bin ich auf Entzug.“

Lesen Sie auch:
GVBB-Präsident Harald Binnewies: „Unsere Golfplätze sind wahre Naturschutzreservate“
Gregor Tilch aus Stolper Heide wird neuer Co-Nationaltrainer
Platzrichter Ronald Bodenstein: „Neue Golfregeln haben nichts beschleunigt“