Dragon Golf: Schillernde Meisterwerke aus Japan

Dragon Golf: Schillernde Meisterwerke aus Japan
Hat man so etwas schon mal gesehen? Das schillernde MTG Itobori Wedge Burning Copper mit Facettenschliff. Foto: Dragon Golf

Ihre weltberühmte Schmiedekunst nutzen die Japaner auch für die Herstellung von Golfschlägern. PGA-Masterprofessional Hanna Baum vom Märkischen Golfclub Potsdam will die exklusiven Eisen bekannter machen und bietet in Zusammenarbeit mit Dragon Golf Fittings an.

„Mich hat die Optik dieser Schläger sofort umgehauen“, sagt Hanna Baum über ihre erste Begegnung mit den Wedges der japanischen Schlägermanufaktur Mayuki Takai Golf (MTG). Der Facettenschliff, mit dem Takai-san, der Präsident und Meister von MTG, die Schlägerköpfe seiner Itobori-Serie formt, sei einzigartig. Er ist angelehnt an althergebrachte Schwertherstellungstechniken. Zusätzliche Beschichtungen wie etwa das schillernde „Burning Copper“ verleihen diesen unkonventionellen Eisen ein noch exotischeres Aussehen.

Es sei aber nicht nur die Optik, die für sie den Ausschlag gegeben habe, in Zusammenarbeit mit dem Importeur Dragon Golf die japanischen Golfschläger zu fitten und zu vermarkten, betont Hanna Baum: „Die Schmiedetechnik und auch der finale Schliff sorgen für einen sehr weichen Touch im Treffmoment.“ Dieses Maximum an Rückmeldung sei gerade für bessere Golfer ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl ihrer Schläger.

PGA Masterprofessional Hanna Baum aus dem Märkischen Golfclub Potsdam vertritt Dragon Golf in der Hauptstadtregion. Foto: Dirk Proske

„Die grobe Schleiftechnik sorgt für einen hohen Materialabtrag innerhalb kürzester Zeit“, erklärt Marcus Kraus von Dragon Golf. „Dadurch wird das Material weniger stark erhitzt, härtet weniger aus und bietet ein weicheres Spielgefühl.“ Kraus, der als Maschinenbauingenieur in der Automobilindustrie arbeitet, ist Golfer und großer Japan-Freund. Seit dem vergangenen Jahr importiert und verkauft der Kölner die hochwertigen Schläger einer Handvoll japanischer Manufakturen. „Mizuno und Honma kennt fast jeder, aber ich finde es total spannend, die kleineren Hersteller bekannt zu machen, die mit viel Tradition und einem maximalen Qualitätsanspruch wahre Meisterwerke produzieren“, sagt Kraus.

Rund 80 handwerkliche Prozesse für einen einzigen Schläger

Bei einem Besuch in Japan im Herbst 2019 habe er sich persönlich von der Handwerkskunst der Schlägermanufakturen überzeugt, mit denen er nun zusammenarbeite: MTG, Team Yoshimura, Takumi Japan, CGS Orion und Makino. Während die weltgrößten Hersteller wie Taylor Made und Callaway jedes Jahr neue Modell präsentieren, seien die japanischen Manufakturen ihren klassischen Formen teils seit Jahrzehnten treu. Die Frage „Warum sollten wir am Bewährten etwas ändern?“ sei tatsächlich schwer zu beantworten, findet Kraus. Rund 80 handwerkliche Prozesse steckten hinter einem einzigen Schläger – bei Takumi Japan ausgeführt gewissermaßen vom Meister-Meister. Denn es braucht 60.000 Stunden im Beruf, um den Titel Takumi zu erlangen, das macht etwa 32 Jahre.

Loft, Lie, Bounce, Beschichtung, Schaft und Griffe sind bei den MTG Itobori Eisen beliebig kombinierbar. Foto: Dirk Proske

Da Japan ein Hochlohnland ist, haben die Schläger von Dragon Golf stolze Preise. Den Einsensatz Team Yoshimura Handmade CB von 5 bis PW (sechs Schläger) gibt es zwar für 1099 Euro; für die sechs Eisen des CGS Orion Closer MB Satzes bezahlt man indes 2699 Euro – die Eisensätze von Dragon Golf bewegen sich in dieser Preisspanne. „Auf dem japanischen Markt, sind die Verkaufspreise sogar höher, aber ich habe sie für den deutschen Markt auf eigene Kosten etwas gesenkt“, erklärt Kraus.

Modelle sind auch Jahre später noch zu bekommen

In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Golfpros bietet Dragon Golf individuelle Fittings seiner Schläger an. In Berlin-Brandenburg übernimmt diese Aufgabe Hanna Baum, die betont: „Die Schläger von Dragon Golf sind mit Blick auf den Preis vielleicht nichts für die große Masse der Golfspieler, aber es leistet sich ja auch nicht jeder einen Porsche.“ In ihrer Trainingsbox im Märkischen Golfclub Potsdam verfügt die Golflehrerin bereits über einen Demoschlägersatz der verschiedenen MTG Itobori Eisenmodelle MB, CB und NC sowie über ein Itobori-Wedge. „Das Tolle an diesen Schlägern ist, dass der Kunde letztlich Loft, Lie und auch Bounce frei kombinieren kann, wie es am besten passt“, sagt Baum. Die Schlägerköpfen gebe es in verschiedenen Beschichtungen wie Bor, Chrom und Kupfer, die sich nicht nur in der Optik, sondern auch in den Spieleigenschaften unterschieden. Kombiniert werden können sie mit jeglichen Schäften und Griffen.

Die Lieferzeit eines Eisensatzes liege bei sechs bis acht Wochen, schließlich würden die Schläger individuell angefertigt. „Da bleibt genug Zeit, um Vorfreude zu entwickeln“, sagt Baum und lacht. Die Qualität und Individualität der Marken von Dragon Golf sieht die Golflehrerin als sehr gute Verkaufsargumente. Ein großes Plus sei auch, dass ein und dasselbe Modell – falls nötig – auch Jahre später noch zu bekommen sei, eben weil die Schlägermanufakturen sich treu blieben.

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