Q-School in Fleesensee: Kein Deutscher weiter

Q-School in Fleesensee: Kein Deutscher weiter
Bereits zum sechsten Mal machte die Q-School der European Tour Station am Fleesensee. Foto: European Tour

Die Qualifying School der European Tour wird oft die Knochenmühle des professionellen Golfs genannt. Im Golf & Country Club Fleesensee schaffte diesmal kein Deutscher den Sprung in Runde zwei.

Der gebürtige Westfale Sean Einhaus hatte als geteilter 16. nach vier Runden auf dem Schloss Torgelow Course des G&CC Fleesensee mit 6 unter Par einen Schlag zu viel auf dem Konto, um die erste Hürde auf dem Weg zur European-Tour-Karte zu überspringen. Max Kramer aus Fulda trennten am Ende zwei Schläge, Maximilian Walz vom Stuttgarter Golf-Club Solitude sogar vier, dabei lagen beide Spieler vor der Schlussrunde noch aussichtsreich unter den ersten 15.

So viele beziehungsweise wenige Plätze gab es in diesem Jahr in Fleesensee für die zweite Stage zu vergeben. Es waren zumindest weniger als in den Jahren zuvor, weil auch das Starterfeld mit 75 Spielern überraschend kleiner ausfiel. „Den Grund dafür kann mir nicht genau erklären “, sagt der Frankfurter Martin Keskari, mehrfacher Sieger auf der Pro Golf Tour. „Vielleicht liegt es am Startgeld, das die European Tour von 1750 auf 2000 Euro erhöht hat.“ Eine andere Erklärung könnte die Terminkollision mit einem Turnier der Challenge Tour in Dänemark sein.

Martin Keskari, Q-School Fleesensee, Golf
„Die Q-School ist für alle Spieler ein sehr stressiges Turnier, weil es nicht ums Gewinnen geht, sondern um das Vermeiden von Fehlern“, sagt Martin Keskari. Foto: Chris Christes

Keskari selbst, der bereits auf der Challenge Tour gespielt hat und zum vierten Mal bei der Q-School am Start war, scheiterte nach drei Runden am Cut. „Die Q-School ist für alle Spieler ein sehr stressiges Turnier, weil es nicht ums Gewinnen geht, sondern um das Vermeiden von Fehlern“, erklärt der Hesse. Das hohe Startgeld tue das seine dazu. Den Wenigsten gelinge es, unter diesem Druck ihr bestes Golf abzurufen. Entsprechend rar seien die Beispiele von Golfern, die sich in der Vergangenheit von der ersten über die zweite Runde für das Finale qualifiziert haben und dort nach sechs (!) Runden unter den Top 25 lagen – gleichbedeutend mit der Spielberechtigung für die European Tour.

Zwei Koreaner reisten schon einen Monat vorher an

Denn nach Runde eins, zu der europaweit acht Turniere zählen, steigen in Runde zwei (vier Turniere) und beim Finale auch Spieler der Challenge Tour und der European Tour mit ein, um ihre Tourkarten zu halten oder ihre Kategorie nach Möglichkeit noch zu verbessern. Das macht die Q-School einerseits zur Traumfabrik, zum direkten – wenn auch steinigen – Weg in die Beletage des europäischen Golfs. Andererseits erzeugt die Q-School bei vielen ein Gefühl von Zahnarztbesuch, eine Vorahnung von Schmerz bei gleichzeitigen (Reise-)Kosten. Zahllos sind die erträumten Golfkarrieren, die nach mehreren Anläufen zwischen Stage 1 und Stage 3 zu Ende gehen.

Die Vorbereitung auf die Turniere fällt mitunter akribisch aus. Unerreicht sein dürfte allerdings das diesjährige Warm-up zweier Koreaner: Sanghyun Park und Sang Joon Park reisten einen geschlagenen Monat vor der Q-School nach Fleesensee, um den Platz bei täglichen Proberunden für sich zu entdecken. Sogar Headpro Sven Strüver wurde für einige Einheiten ins Boot geholt, um den Weg auf die Tour zu ebnen. Wer könnte schließlich geeigneter sein als der ehemalige Tourspieler, der selbst mehrere Siege auf der European Tour erringen konnte?

European Tour lobt den Austragungsort

„Diese Art der Vorbereitung ist natürlich spektakulär und mit hohen Kosten verbunden“, sagt Fleesensees Golfmanager Michael Hayes. Die meisten Teilnehmer würden vorab vier bis fünf Proberunden spielen. Die Reise der beiden gewissenhaften Koreaner führt indes zurück in die Heimat. Mit 17 und 22 Schlägen über Par landeten die Asiaten weit hinten im Feld.

Der G&CC Fleesensee wird auch im kommenden Jahr wieder ein Erstrundenturnier der Q-School ausrichten. „Für unseren Club und unser Resort ist das ein schönes Aushängeschild“, sagt Michael Hayes. „Wir bekommen von der European Tour auch immer großes Lob für unseren Platz.“

Zu den Ergebnissen der Q-School geht es hier.