Challenge Tour 2019 ohne BB-Masters

Challenge Tour 2019 ohne BB-Masters

Deutschlands höchstdotiertes ProAm-Turnier wird kein Event der European Challenge Tour. Wegen fehlender Sponsoren verwerfen die Organisatoren der BB-Masters ihre Pläne. Ob das Turnier eine Zukunft hat, ist ungewiss.

„Am Ende haben uns trotz Zusage eines Titelsponsors 50 Prozent des Gesamtbudgets gefehlt“, sagt Jan Oelmann sichtlich enttäuscht. Der Berliner Steuerberater hatte gemeinsam mit Versicherungsunternehmer Klaus-Jürgen Meier anderthalb Jahre um Sponsoren geworben. Ihr Ziel, die Berlin-Brandenburg Masters im kommenden Jahr zu Deutschlands einzigem Event der European Challenge Tour zu machen, begruben sie nun Mitte Oktober schweren Herzens – und um ernüchternde Erkenntnisse reicher. „Potentiellen Großsponsoren ging es um den ganz konkreten, messbaren Werbewert und der war vielen auf der Challenge Tour offenbar nicht attraktiv genug“, berichtet Oelmann.

Um den Anforderungen von Europas zweithöchster Spielklasse zu genügen, hätte das Budget der BB-Masters auf knapp über eine halbe Million Euro steigen müssen. Zum Vergleich: In den Jahren 2014 bis 2016 lagen die Gesamtkosten für das ProAm nicht einmal halb so hoch. Weil es sich um ein Einladungsturnier außerhalb der Tour handelte, konnten die Pros allerdings keine Weltranglistenpunkte sammeln. Das wollten die Initiatoren ändern, um damit zukünftig auch größere Namen für die BB-Masters zu gewinnen. „Unser Antrieb war, etwas für den Golfsport in Deutschland und für die großartige Golfregion Berlin-Brandenburg zu tun“, erklärt Oelmann.

Einen Titelsponsor hätte es diesmal gegeben

Für eine Austragung 2017 hatte ein Titelsponsor gefehlt, alle anderen Partner hätten seinerzeit bereitgestanden, hieß es von den Organisatoren. Diesmal andersrum. Und letztlich geriet mit fortschreitender Zeit auch die Terminierung zum Problem, weil der geplante Austragungsort – das A-Rosa Resort am Scharmützelsee – Sicherheit benötigte. Die Challenge Tour ihrerseits konnte die BB-Masters nicht mehr wie gewünscht in den Turnierkalender integrieren, ohne andere Events zu verschieben.

„Wir bedauern es extrem, dass das Engagement der BB-Masters nicht belohnt wird“, sagt Jörg Schlockermann, Vorstand für Kommunikation und Golfentwicklung im Deutschen Golf Verband (DGV). „Das ist ein weiterer Beleg dafür, wie schwierig es momentan ist, Sponsoren für Profigolf zu gewinnen.“ Der Turnierkalender der Challenge Tour etwa stand noch im März für die laufende Saison nicht final fest. Selbst das gerade zu Ende gegangene Sky Sports British Masters der European Tour steht für das kommende Jahr in Frage, weil der Sponsor aussteigt.

Mittelständler statt Dax-Konzerne?

„Die immer schärferen Compliance-Regeln in Unternehmen und die steuerliche Gesetzgebung machen es schwerer, Sponsoren zu finden“, sagt Stefan Quirmbach, Präsident der PGA of Germany. Nach seiner Beobachtung hätten die Firmen zwar Lust, Golfturniere zum Zweck der Kundenbindung zu nutzen. „Aber was bringt es den Firmen, wenn ihre Kunden am Ende nicht zum Event kommen?“ Auch Quirmbach sagt, er hätte die BB-Masters gerne als Challenge-Tour-Turnier gesehen. Die PGA of Germany oder der DGV hätten darauf aber nur begrenzten Einfluss. „Ein Tour-Event muss auf eigenen Beinen stehen können, und dass das möglich ist, zeigen die European-Tour-Turniere von BMW und Porsche in Deutschland.“

Im Fall der BB-Masters hätte es laut Quirmbach eher eines großen Berliner Mittelständlers bedurft als zwei, drei Dax-Konzernen wie BMW oder Allianz. „Jemand, der wie die Organisatoren für Golf brennt und bereit ist, etwas für die Region zu tun“, glaubt Quirmbach. „Aber es ist für mich natürlich leicht, klug daherzureden.“

Ob die BB-Masters zu einem späteren Zeitpunkt noch eine Zukunft haben, will Jan Oelmann weder ausschließen, noch in Aussicht stellen: „Ich habe auch so jede Menge zu tun und werde die gewonnene Zeit dazu nutzen, für das AK65-Team, die Super-Senioren, des Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee zu spielen.“