GTGA-Invitational: Schott und Malchirand siegen

GTGA-Invitational: Schott und Malchirand siegen
Sieger des GTGA-Invitationals: Lucie Malchirand und Frederik Schott. Foto: Mike Wolff

Frederik Schott und Lucie Malchirand heißen die Sieger des ersten GTGA-Invitational im Berliner Golfclub Stolper Heide. Der Düsseldorfer spielte vier Tage extrem konstant, die Französin profitierte von einem überraschenden Einbruch der Berlinerin Alexandra Försterling.

Die Nationalspielerin vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee war mit fünf Schlägen Vorsprung in die vierte und abschließende Runde des GTGA-Invitationals gestartet. Nach der Hälfte der Runde hatte Försterling die Führung sogar auf sechs Schläge ausgebaut und sah daher schon früh wie die sichere Siegerin aus. Dann unterliefen der Berlinerin allerdings zwei Bogeys, dann auf den Bahnen 13 und 15 sogar ein Double-Bogey und ein Triple-Bogey. Försterling war zweimal wegen zu langsamen Spiels verwarnt worden und ließ sich davon möglicherweise aus dem Rhythmus bringen.

Sah schon wie die sichere Siegerin aus: Alexandra Försterling vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee. Foto: Mike Wolff

So führte plötzlich die Französin Lucie Malchirand vor ihrer Landsfrau, der Weltranglistenersten Pauline Roussin-Bouchard, und Försterling. Den Sieg mit zwei Schlägen Vorsprung (-11) besiegelte Malchirand mit einem Birdie auf dem letzten Loch. Alexandra Försterling (-7) teilte sich am Ende mit Paula Schulz-Hanßen den dritten Rang. Mit Tara Bettle und Emily Krause (beide -2) gelang zwei weiteren Wannsee-Spielerinnen ein Top-Ten-Finish. Polly Mack aus Stolper Heide landete mit einem Gesamtergebnis von +1 auf dem geteilten 15. Rang.

Lucie Malchirand spielt ab dem nächsten Jahr für das College Florida State. Foto: Mike Wolff

„Ich habe wegen des Coronavirus seit fünf Monaten kein Turnier mehr gespielt und fühle mich großartig, mit einem Sieg zurückzukommen“, freute sich Malchirand über ihren Erfolg. Sie habe sich komplett auf ihr Spiel fokussiert und keine Gedanken daran verschwendet, ob sie angesichts des zwischenzeitlichen Rückstands noch Chancen auf den Sieg haben würde. Ihren zuvor 13. Platz in der Amateurweltrangliste wird die 17-Jährige aus Marseille mit dem Sieg in Berlin noch einmal deutlich verbessern.

Bei der Herren gab es am Finaltag zumindest eine mittelgroße Überraschung: Hamish Brown stellte mit einer 63, also neun Schlägen unter Par, einen neuen Platzrekord auf dem Westplatz des Berliner Golfclub Stolper Heide auf. Der Däne unterbot die bisherige Bestmarke von 65, die Leon Breimer gleich am ersten Turniertag aufgestellt hatte. Mit dem Sieg hatte Brown allerdings nichts zu tun – dafür sorgte Frederik Schott vom Düsseldorfer Golf-Club. Mit nur einem Schlag Rückstand auf den Niederländer Kiet van der Weele ging Schott auf die letzte Runde und ging nach vier Birdies auf den ersten fünf Bahnen schnell in Führung.

Vier Runden konstant gutes Golf: GTGA-Sieger Frederik Schott aus dem Düsseldorfer Golf-Club. Foto: Mike Wolff

Schott spielte Runden von 66, 69, 70 und 68 und gehörte damit im stark besetzten Teilnehmerfeld zu den lediglich fünf Spielern, die jede Runde unter Par blieben. „Ich habe heute mit drei Birdies angefangen und sofort gemerkt: Heute geht was“, erklärte Schott. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, gewonnen zu haben.“ Einen Schlag Vorsprung hatte Schott (-15) letztlich auf den Niederländer Nordin van Tilburg, zwei Schläge auf die drei Drittplatzierten Leon Breimer, Jerry Ji und Julien-Alexandre Sale. Das beste Ergebnis aus Berliner Sicht lieferte David Rauch (-9) mit dem geteilten 13. Rang. Dem College-Stundenten gelang zum Schluss eine 65er-Runde.

Gibt es eine zweite Auflage des GTGA-Invitationals?

„Mal sehen, wie lange ich noch Amateur bleibe“, sagte Frederik Schott, dessen erklärtes Ziel der Sprung ins Profilager ist. „Mit einem solchen Sieg schaut man natürlich motiviert in die Zukunft.“ Lucie Malchirand plant, im kommenden Jahr in die USA ans College zu gehen. „Ich habe Florida State mein Wort gegeben“, verriet die Französin.

Offen ist noch, ob Schott und Malchirand im kommenden Jahr zur Titelverteidigung wieder nach Berlin kommen können. Das wird davon abhängen, ob das GTGA-Invitational eine Ausnahme der Corona-Zeit bleibt oder sich im Turnierkalender etabliert. „Nach dem durchweg positiven Feedback werden wir uns darüber Gedanken machen“, sagte Gregor Tilch. Wichtig sei, dass das Turnier wirtschaftlich auf soliden Füßen stehe und nicht mit anderen wichtigen Turnieren kollidiere.

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