Gatow kürzt die 16: Aus weniger mehr machen

Gatow kürzt die 16: Aus weniger mehr machen
Kurz und gut: Gatow Bahn 16 verliert knapp 20 Meter, bekommt aber einen großen Teich: Foto: Elke A. Jung-Wolff

Darf es ein bisschen weniger sein? Ja, hat der Berliner Golf Club Gatow entschieden und verkürzt wegen eines Bauprojekts in der Nachbarschaft derzeit seine 16. Bahn. Das Par 3 verliert knapp 20 Meter Länge, gewinnt dank eines neuen, großen Teiches aber deutlich an Schönheit und Spannung.

Die Arbeiten an Loch 16 des Berliner Golf Club Gatow laufen schon seit einigen Wochen, und die neuen Konturen der Bahn sind bereits gut zu erkennen. Das von den Herrenabschlägen zuvor 136 Meter messende Par 3 bekommt ein großes Wasserhindernis, das die künftig nur noch 115 Meter lange Bahn gegen allzu gute Scores beschützen soll. Bei optimalen Witterungsverhältnissen dürfte das punktuelle Redesign Anfang Mai abgeschlossen und Loch 16 mit seinem gänzlichen neuen Gesicht bespielbar sein.

Das neue Bahnen-Layout von Gatows Loch 16 stammt von der Firma Rengstorf Golf Design. Grafik: BGCG

Auslöser für den Umbau der Bahn ist ein Bauvorhaben auf einem Nachbargrundstück, unmittelbar hinter dem bisherigen Abschlag. Dort soll in Nähe des Zauns ein dreistöckiges Wohnhaus entstehen. Der Berliner Traditionsclub hat sich laut Manager Björn Maas für die Verkürzung der 16 entschieden, „um gegenseitigen Belästigungen zwischen Golfern und Bewohnern von vorneherein aus dem Weg zu gehen“. Als Sicht- und Lärmschutz werden entlang der Grundstücksgrenze 45 Thuja- und Baumglockenbäume sowie Winterlinden gepflanzt, die weniger Wasser benötigen und auch für Zeiten längerer Trockenheit gewappnet sind. Das neue Bahnen-Layout stammt von der Firma Rengstorf Golf Design, die zwischen Bremen und Hannover zuhause ist. Bei der clubinternen Vorstellung der Umgestaltungspläne habe es durch die Mitglieder uneingeschränkte Zustimmung gegeben, berichtet Maas.

Für Golferinnen werden die roten Abschlage von bisher 125 Meter sogar auf 95 Meter verkürzt. Während der Abschlag der Männer Richtung Grün rückt, liegt das Damen-Tee fortan näher an Bahn 17. Nicht nur durch den neuen Anspielwinkel ergibt sich ein ganz neues Bild: Anstelle des bisherigen Bunkers links vor dem Grün wird sich ein 50 Meter langer und bis zu 23 Meter breiter Teich auf der linken Seite der Bahn bis hinters Grünende erstrecken, angeschmiegt an die dichte Baumreihe und ans Grün.

3500 Kubikmeter Erde wurden bewegt

Bisher gab es zwischen dem großen linken Grünbunker genügend Platz, um selbst weniger perfekt getroffene Bälle noch aufs Grün rollen zu lassen. Von nun an wird das nicht mehr möglich sein und der Teich alle ungenauen Abschläge schlucken. Bei einer Tiefe von bis zu 2,6 Meter dürften die Bälle auch für immer verloren sein.

Noch ist nur nackte Erde zu sehen, bald führt vom Herren-Tee kein Weg vorbei am Wasser. Foto: Elke A. Jung-Wolff

Das neue Wasserhindernis soll nicht nur eine Schwierigkeit darstellen, sondern durch die Uferbepflanzung mit 400 Wasserpflanzen und das Aufstellen von Ufersteinen auch optisch Freude bereiten. Der Blick vom Abschlag durch ein Spalier von Bäumen wird diesen Reiz noch erhöhen, den Schlag allerding nicht leichter machen. Die Damen haben es ein wenig einfacher, da das Wasser für sie nur seitlich ins Spiel kommt und das Grün nicht unbedingt in hohen Bogen angespielt werden muss. Die größere Schwierigkeit für die Golferinnen ist der rechte Bunker, der zwar an der Stelle des alten neu entsteht, der aber bedeutend größer und stärker im Spiel sein wird. Nur knapp elf Meter misst zukünftig das Nadelör zum Grün.

Die umfangreichen Veränderungen, für die 3500 Kubikmeter Boden bewegt und 2000 Quadratmeter Teichfolie verlegt werden, lohnen sich laut Maas: „Die neue 16 passt sich gut ein in die Parklandlandschaft der alten neun Löcher und wird in Zukunft sicherlich ein Highlight der Anlage sein. Wer die Bahn schon heute spielen wolle, könne dies immerhin bereits virtuell tun.

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