„Gemeinsam Golfen hat fast die gesamte Branche hinter sich“

„Gemeinsam Golfen hat fast die gesamte Branche hinter sich“

Der Berliner Marco Paeke, Geschäftsführer der Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG), über seine Idee zur Aktion „Gemeinsam Golfen“, an der sich mehr als die Hälfte aller Golfclubs in Deutschland beteiligt.

Herr Paeke, die VcG hat im vergangenen Jahr die Aktion „Gemeinsam Golfen“ initiiert und den Clubs und der Golfbranche damit Hoffnung auf neue Golferinnen und Golfer gemacht. Haben sich die Hoffnung erfüllt?

Marco Paeke: Die Aktion ist aus meiner Sicht ein Erfolg. Darum gibt es „Gemeinsam Golfen“ auch in diesem Jahr. Mehr als die Hälfte aller Golfanlagen in Deutschland ist seit dem Beginn mit dabei. Die Clubs ermuntern ihre Mitglieder dazu, einen Freund oder eine Freundin in ihren Club einzuladen und mit ihnen auf eine Neun-Loch-Runde zu gehen. Auf dem Platz übernehmen die Neulinge dann zum Beispiel das Chippen oder Putten und sind gleich mittendrin. 16500 Golfinteressenten kamen 2017 durch „Gemeinsam Golfen“ auf den Platz und an den Ball – viele natürlich zum allerersten Mal.

Für die Kampagne haben Sie kürzlich im Berliner Hotel Adlon Kempinski sogar einen Preis verliehen bekommen. Mit welcher Begründung?

Paeke: Genau genommen haben wir bei den German Stevie Awards 2018 sogar zwei Preise bekommen. Für die „Brand Experience des Jahres – Verbraucher“ und für die „PR-Kampagne des Jahres“, die sich an Privatpersonen richtet, sind wir jeweils mit Gold ausgezeichnet worden. In der Begründung der Jury hieß es, bei dieser durchdachten Kampagne seien PR- und Kommunikations-Experten am Werk gewesen. Das Corporate Design von „Gemeinsam Golfen“ sei erfrischend und habe eine hohe Wiedererkennbarkeit. Es wurde auch gelobt, dass wir für die Kampagne fast die gesamte Golfbranche als Unterstützer gewinnen konnten.

Ausgezeichnete Idee: Für die Aktion „Gemeinsam Golfen“ bekamen VcG-Präsident Dr. Wolfgang Weikert, VcG-Geschäftsführer Marco Paeke und Projektleiter Tobias Kaiser zwei goldene German Stevie Awards von Gastgeber Michael Gallagher (von links). Foto: German Stevie Awards

Wie fällt die Bilanz der Golfclubs in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aus?

Paeke: Die Clubs freuen sich zunächst einmal sehr, dass die VcG eine Initiative ergriffen hat, die in allererster Linie ihnen hilft und nicht dem clubfreien Golfen. Die Teilnehmerzahlen sind allerdings sehr unterschiedlich. Manche Clubs konnten mehr als 100 Noch-Nicht-Golfer begrüßen, andere nur eine Handvoll. Da, wo die Aktion ein Schwerpunktthema der Golfsaison war, hat sie gut funktioniert. Im Nordosten Deutschlands waren die erfolgreichsten Clubs der Golfpark Schloss Wilkendorf, der Golfclub Berlin Prenden und der Berliner Golfclub Stolper Heide.

Können Sie sagen, wie viele Teilnehmer der Aktion auch danach am Ball bleiben?

Paeke: Nicht alle Clubs erheben das. Viele melden uns aber, dass sie rund ein Drittel der Teilnehmer von „Gemeinsam Golfen“ auch für einen Platzreife-Kurs gewinnen konnten oder sogar für eine Mitgliedschaft. Es ist ja klar, dass sich alle Golfer, die jemanden mit in ihren Club gebracht haben, freuen, wenn der Freund oder die Freundin auch in Zukunft mit zum Golf kommt. Am besten stehen die Chancen dafür in Clubs, die ein Angebot für Einsteiger haben, etwa ein Spielrecht für den Kurzplatz oder eine Probemitgliedschaft.

Und wer nicht das Passende für sich findet, wird am Ende dann freier Golfer?

Paeke: Wenn es so sein sollte, dann ist das jedenfalls nicht das Schlechteste. Es gibt schließlich auch Menschen, die nur sporadisch Golf spielen, vielleicht vier oder fünf Runden im Jahr. Den einen reicht das zum Glücklichsein, die anderen haben einfach keine Zeit für mehr. Gäbe es kein Angebot für diese Golferinnen und Golfer, würden wir sie wahrscheinlich an andere Sportarten verlieren. Das kann niemand wollen, der es gut mit Golf meint.

Alle teilnehmenden Clubs in der Region unter: www.gemeinsam-golfen.de