Bad Saarow: Keine Golfer mehr aus Berlin

Bad Saarow: Keine Golfer mehr aus Berlin
Vorerst keine Golfer aus Berlin in Sicht: Der Stan Eby Course des Golf Club Bad Saarow. Foto: A-ROSA Scharmützelsee

Golfer aus Berlin dürfen im Golf Club Bad Saarow ab sofort ohne negativen Coronatest nicht mehr Golf spielen. Es handelt sich um eine freiwillige Corona-Maßnahme des Golfresorts. Andere Brandenburger Golfanlagen halten diese Maßnahme für unangebracht.

„Die Sicherheit für unsere Gäste und Mitarbeiter haben immer die höchste Priorität“, begründete der Golf Club Bad Saarow am Donnerstagnachmittag die Entscheidung in einer offiziellen Mitteilung an Mitglieder und Gäste. „Der Aufenthalt auf unserer Golfanlage oder in unserem aja Resort ist nicht möglich, sollte sich der Wohnort (laut Personalausweis) in einem Risikogebiet befinden.“ Da ganz Berlin zum Risikogebiet erklärt wurde, ist damit für Berlinerinnen und Berliner nicht nur die Übernachtung am Scharmützelsee ausgeschlossen, sondern grundsätzlich auch das Golfspielen auf den Plätzen des Resorts. Es sei denn, Mitglieder oder Gäste könnten einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sei. Das Golfresort am Scharmützelsee ist behördlich nicht gezwungen, Menschen aus Risikogebieten das Golfen vorzuenthalten. Es handelt sich um einen freien Entschluss.

Sind andere Golfclubs leichtsinnig?

Stellt sich die Frage: Verhalten sich Golfanlagen leichtsinnig, wenn sie dem Bad Saarower Beispiel nicht folgen? „Nein“, findet Thomas Schumann, Clubmanager des Golfpark Schloss Wilkendorf. „Wir haben eine Maskenpflicht im Clubhaus und wachen über die Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln in der Gastronomie“, erklärt er. Draußen auf dem großen, weiten Golfplatz sei die Situation sogar noch unbedenklicher, zumal dort weiterhin Fahnen nicht angefasst würden und Bunkerharken entfernt seien.

Semlin lässt Berliner weiter Golf spielen

Im Resort Semlin am See sind auch Golferinnen und Golfer aus Berlin weiterhin willkommen. Foto: Golf Resort Semlin am See

„Wir halten uns an alle Vorgaben des Landes Brandenburg und würden natürlich auch ein Beherbergungsverbot durchsetzen, sollte ganz Berlin zum Risikogebiet erklärt werden“, sagt Bernd Eulitz, Clubmanager des Golfresorts Semlin am See. Das bedeute jedoch nicht, dass Berlinerinnen und Berliner dann in Semlin nicht mehr Golf spielen dürfen – so wie es der Golf Club Bad Saarow handhabt. „60 Prozent unserer Mitglieder kommen aus Berlin, warum sollten wir denen verbieten, auf den Golfplatz zu gehen, wenn sie sich an alle Regeln halten?“, wundert sich Eulitz.

„Große Disziplin unter den Golfern“

Im Golf- und Country Club Seddiner See kommen sogar 75 Prozent der Mitglieder aus der Hauptstadt. AG-Vorstand Horst Schubert hält es für unangebracht, alle Golferinnen und Golfer aus Berlin pauschal abzuweisen oder zu einem Coronatest zu zwingen. Sven Geißler, Clubmanager der GolfRange Berlin-Großbeeren, hält es für kaum machbar, den genauen Wohnort aller Golfspieler auf dem Platz zu prüfen. Immerhin gibt es viele Mitglieder, die vor der Runde nicht im Clubhaus vorbeischauen. „Wir beobachten eine große Disziplin unter den Golfern auf unserer Anlage und achten auch sehr darauf“, beteuert Geißler. Ein Golfverbot für die rund 70 Prozent seiner Mitglieder, die in Berlin leben, kann er sich nicht vorstellen.

Keine Nachricht an die Clubmitglieder

Bad Saarower Clubmitglieder und andere Golfer aus der Hauptstadtregion reagierten am Donnerstag mit Unverständnis auf die Entscheidung, über die sie aus den Medien erfuhren – nicht durch Nachricht des Clubs. Manche fragen sich, ob eine Ausbootung Berliner Golfer rechtlich überhaupt zulässig ist. Andere wittern darin eine Selbstzerstörung, das bewusste Zusteuern auf eine Insolvenz, da A-ROSA in finanziellen Schwierigkeiten stecke und schon vor Beginn der Corona-Pandemie versuchte, sich aus dem Pachtvertrag in Bad Saarow herauszulösen.

„Einen stattlichen Jahresbeitrag einnehmen, als letzte Anlage in Brandenburg wieder öffnen, Faldoplatz immer noch geschlossen, keine Gastro, kein Clubhaus offen. Und jetzt kein Golf mehr für Berliner“, ärgert sich Kerstin Dreesen, die sich als Mitglied in Bad Saarow in den letzten Jahren wohlgefühlt habe. „Ärzte und Gesundheitsämter freuen sich bestimmt über den wöchentlichen Besuch zum Testen, weil man in Bad Saarow am Wochenende Golf spielen möchte.“

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