Fleesensee baut Deutschlands erstes 19. Loch

Fleesensee baut Deutschlands erstes 19. Loch
Im Vorderund ist das zukünftige 19. Grün des Schloss Torgelow Courses zu sehen, dahinter die Erweiterung der 18. Spielbahn des Oberlausitz-Platzes. Foto: Mike Wolff

An diesem 19. Loch gibt es noch keine Drinks: Golf Fleesensee verpasst seinem Schloss Torgelow Course eine weitere Spielbahn. Das Par 3 soll den Weg zum Clubhaus angenehmer gestalten – und Schluss machen mit einer unliebsamen Angewohnheit.

Viele Golferinnen und Golfer haben in der Vergangenheit nach ihrer Runde auf Fleesensees Schloss Torgelow Course noch die 18. Bahn des benachbarten Oberlausitzplatzes gespielt, um die rund 700 Meter Wegstrecke zurück zum Clubhaus zu „verkürzen“. Ein Bedürfnis, dem Golf Fleesensee nun Rechnung trägt: Mit einem 19. Loch für den Schloss Torgelow Course – dem einzigen seiner Art in Deutschland. Auf dem Platz von Baltic Hills Golf auf Usedom kann man zwar ebenfalls 19 Bahnen spielen. Aber Loch 0 oder auch „Mulligan“ zählt offiziell zur Übungsanlange und dient dem Aufwärmen.

Bagger und Raupen sind in Fleesensee bereits im Einsatz gewesen und haben zwischen Bahn 18 und Clubhaus die Konturen des immerhin 180 Meter langen Par-3-Lochs angelegt. Vom Damenabschlag misst das Loch 145 Meter. Drei trickreich platzierte Bunker verteidigen das große Grün. In die Scorekarte wird Fleesensees neueste Bahn zwar nicht aufgenommen. Aber sie ist wie gemacht dafür, etwa nach einer offiziellen Turnierrunde noch locker die Getränke auszuspielen, die anschließend in der Düne 19 warten, der Strandbar am Clubhaus.

Wer zahlt die Getränke? Das entscheidet sich zukünftig auf Deutschlands einzigem 19. Grün. Foto: Mike Wolff

Eifrig hatten Mitglieder und Gäste in den vergangenen Monaten spekuliert, welche Änderungen das Golfresort an seinen Plätzen vornehmen würde. Auf ein 19. Loch wäre niemand gekommen. Vieles schien vorstellbar, sogar eine Reduzierung des Oberlausitzplatzes auf nur neun Bahnen – eine tatsächlich erwogene Variante. Denn Golf Fleesensee hatte im vergangenen Jahr Pläne vorgestellt, wonach binnen fünf Jahren bis zu 30 Millionen Euro in das gesamte Resort investiert werden sollten. Der Schwerpunkt Golf sollte durch andere (Trend-)Sportarten erweitert werden. Einige Golfbahnen und ein Teil der Übungsanlagen hätten weichen müssen, um Platz zu schaffen für Sportflächen und ein neues Sporthotel.

Lange wurde spekuliert: Das sind die Umbaupläne, die Golf Fleesensee derzeit umsetzt. Grafik: Golf Fleesensee/Mike Wolff

Diese Pläne wurden durch die Coronakrise und den plötzlichen Tod von Mitgesellschafter Kai Richter im April dieses Jahres und dem Wechsel in der Betreibergesellschaft obsolet. Die 12.18. Investment Management GmbH ist ausgestiegen und die Führung wurde von der Pensionskasse der Kassenzahnärztlichen Vereinigung übernommen. Zudem ist die Position des Golfdirektors vom kommissarischen Manager Sven Strüver an Tom Nord abgegeben worden. Der ehemalige European-Tour-Spieler Strüver leitet weiterhin die Golfschule.

Ebenfalls neu: Düne 19 heißt die Beachbar am Clubhaus. Foto: Mike Wolff

Nachdem die strukturellen und personellen Veränderungen vollbracht waren, hat es nicht lange gedauert, bis auch die Umgestaltungspläne, die zum Teil schon seit Jahren in der Schublade lagen, in Angriff genommen wurden. Trotz Coronakrise und kurzzeitiger Zwangsschließung der Golfresorts – mit allen damit verbundenen Unsicherheiten – wurde im Sommer direkt am Clubhaus Sand aufgeschüttet und die Beachbar Düne 19 errichtet, die einen Blick auf das 9. Grün und 10. Abschlags des Oberlausitz-Platzes bietet.

Das 18. Loch des Oberlausitz-Platzes wird um 90 Meter verlängert. Foto: Mike Wolff

Auf diesem Platz gibt es ebenfalls eine Neuerung: Die 18. Spielbahn, ein Par 4, bekommt ein stärkeres Dogleg und wird um 90 Meter verlängert. Das 18. Grün und das Clubhaus mitsamt Düne 19 trennt zukünftig nur noch eine neu geschaffene Brücke. Die Gesamtlänge des 18. Lochs wird vom Herrenabschlag 360 Meter betragen, vom Damenabschlage 320 Meter. Alle anderen Bahnen des Oberlausitz-Platzes bleiben unberührt, sodass er weiterhin der 18-Loch-Platz mit Par 67 für die schnelle Runde bleibt. Laut Golfdirektor Nord beabsichtigt Golf Fleesensee in den kommenden Jahren, kontinuierlich leichte Optimierungen und Veränderungen auf allen Plätzen des nun 73 Golflöcher zählenden Resorts vorzunehmen.

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