Golf in Österreich: Schladming-Dachstein hat Plätze mit Charakter

Golf in Österreich: Schladming-Dachstein hat Plätze mit Charakter
Loch 6 des GC Radstadt, ein Par 3. Foto: Paul Servern

Freunden des alpinen Skisports ist die Region Schladming wegen der Planai und den Weltcup-Slalomrennen von Schladming bekannt. Wenn der Schnee schmilzt, kommen dort Golfplätze zum Vorschein in beeindruckender Alpenkulisse.

Die Nähe zur Kulturmetropole Salzburg (circa 80 Kilometer von Radstadt) lädt dazu ein, Golf und Kultur miteinander zu verbinden. „Als eine der Top fünf Tourismusregionen in Österreich bieten wir das ganze Jahr über viele Möglichkeiten an sportlichen Aktivitäten in einzigartiger Naturkulisse. Golfbegeisterte finden auf den vier Plätzen der Golfregion Schladming-Dachstein ein tolles Angebot innerhalb von 50 Kilometern. Jeder Club begeistert mit tollen Ausblicken und einem eigenen Flair“, sagt Mathias Schattleitner, Geschäftsführer des Tourismusmarketing Schladming-Dachstein.

Die vier außergewöhnlichen Golfanlagen des Golfclubs Radstadt, des Golf- und Countryclubs Schladming-Dachstein, des Golf-und Countryclubs Schloss Pichlarn und des Golf- und Landclubs Ennstal-Weißenbach haben sich unter einer Marke zusammengefunden (www.schladming-dachstein.at). Die 30 Partnerbetriebe dieses Zusammenschlusses bieten nicht nur herausragende Unterkünfte für fast jedes Budget, sondern attraktive Golfpakete mit spürbaren Greenfee-Ermäßigungen. Für Golfer, die anderwärtig unterkommen, bietet die „Golf-Alpin-Karte“ ebenfalls Angebote für insgesamt 46 Golfplätze (www.golf-alpin.at).

Auch wenn die Charakteristik der vier Golfplätze der Golfregion Schladming-Dachstein sehr unterschiedlich ist, einen ausgezeichneten Pflegezustand und eine herausragende Serviceorientierung der Golfrezeptionen eint sie. Gerade die Unterschiede in der Spielanlage der vier Plätze gibt der Golfregion einen besonderen Reiz.

Golfclub Radstadt

Loch 13 des GC Radstadt, ein Par 4 mit 386 Metern von Gelb bietet einen der schönsten Tee-Shots in den Alpen. Foto: Lothar Stock

Der Golfclub Radstadt liegt als einzige der vier Golfanlagen noch im Bundesland Salzburg und ist damit auch der Landeshauptstadt Salzburg mit 80 Kilometern am nächsten. Die 27 Loch-Anlage des GC Radstadt gilt schon seit Jahren als eine der gepflegtesten in ganz Österreich. Durch Investitionen in die Bewässerungsanlagen, aber auch die Drainage für die im Tal gelegenen Spielbahnen 5 bis 7 wurde die Qualität des Platzes zuletzt noch einmal gesteigert. Kein Wunder, dass „Golf in Austria“ den Golfclub Radstadt zum besten Golfclub Österreichs 2018 gekürt hat. Dazu beigetragen hat sicher das neue Clubhaus mit Golfrezeption, Pro-Shop und eigenem Restaurant „Josef´s“ sowie der Umbau und die Erweiterung der Übungsanlagen.

Ein Platz, zwei Gesichter

Golfern bietet der GC Radstadt einen Platz mit zwei Gesichtern: Zum Einen neun Löcher, im Stil eines Parklandkurses, im Tal mit engen von Baumgruppen gesäumten Fairways, die immer wieder von kleinen Wassergräben gekreuzt und manchmal auch begleitet werden, dazu gut verteidigte Grüns. Hier sind gutes Course-Management und Präzision gefragt. Der Einsatz von Driver und Hölzern sollte hier gut überlegt sein. Auch wenn der Platz durchaus fair bleibt: Abweichungen von den Fairways ziehen unweigerlich zusätzliche Schläge nach sich.

Der Birdie Jet des GC Radstadt. Foto: Paul Servern

Zum Anderen bieten die zweiten Neun alles, was man von einem Platz in den Bergen erwarten kann: Hang- und Schräglagen, aber vor allem kräftige Anstiege und – zum Glück – auch Spielbahnen hinunter ins Tal, die die Bälle etwas länger laufen lassen. Der Anstieg beginnt mit der Bahn 11, einem knackigen Par 5, 441 Meter von Gelb mit einem Höhenunterschied von rund 60 Metern. Danach bringt der BIRDIE Jet, die einzige Golfgondelbahn Europas, die Golferinnen und Golfer zur rund 250 Meter höher gelegenen Bahn 12, die wiederum 50 Meter bergab führt und ein mit 107 Metern ein kurzes Par 3 ist.

Abgeschlossen wird diese im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Sequenz durch den Abschlag von Tee 13, der zum mehr als 100 Meter tiefer gelegenen Grün führt. Der Teeshot auf diesem Par 4 gilt als einer der schönsten in den Alpen. Bei aller Freude am imposanten Ausblick über den Platz und die Bergspitzen des Dachstein Massivs: Hier entscheidet sich über manche Hoffnung auf eine Handicap-Verbesserung.

Sommergolftage sind das Saisonhighlight

Vielen gilt der GC Radstadt als der sportlichste der 4 Plätze der „Golfregion Schladming-Dachstein“. Vielleicht auch deshalb sind die „Radstädter Sommergolftage“ (drei Turniertage am Stück, meist in der letzten Juni-Woche) das sportliche Highlight der Saison. Gesponsert werden die einzelnen Turniertage von den im Golfplatz liegenden Hotels Gut Weissenhof, Zum Jungen Römer und vom Tourismusverband Radstadt.  Arrangements werden von verschiedenen Hotels und Pensionen angeboten.

Neben den direkt am Golfplatz gelegenen 4-Sterne-Hotels, stellt das nur einen Drive vom 1. Abschlag entfernt gelegene und ebenfalls zu den Gründerhotels gehörende Garni Haus Kössler (www.haus-koessler.at) eine interessante Alternative dar. Das Greenfee beträgt 86 Euro für 18 Loch inklusive Gondelticket. Ermäßigungen bis zu 35 Prozent gibt es für Gäste der Gründer- und Partnerhotels. Näheres auf der Website des GC Radstadt.

Golf & Country Club Schladming-Dachstein

Bahn 6 des GCC Schladming-Dachstein ist ein Par 3 mit 149 Metern von Gelb und trägt den Namen „The Beach“. Foto: Lothar Stock

Der GCC Schladming-Dachstein wurde 1987 gegründet, gehört zu den „Leading Golf Courses of Austria“ und liegt 750 Meter über dem Meeresspiegel. Designer des Platzes ist niemand Geringerer als Bernhard Langer, dessen Design-Gedanken vor Ort nachzulesen sind:

„Mit meinem ersten Golfplatz in Österreich wollte ich einen Championship-Course schaffen, der den Spielern aller Handicap-Gruppen die Möglichkeit eines Erfolgserlebnisses gibt. Die größere Anzahl von Par-3-Bahnen (6) können das Spiel für höhere Handicaper etwas einfacher machen. Durch die großen, stark ondulierten Greens stellen sie jedoch auch Single-Handicaper vor anspruchsvolle Aufgaben. Schauen Sie nicht auf die relativ kurze Gesamtlänge des Platzes – Bogeys sind auf diesen Par-3-Bahnen schneller gespielt als Birdies.“

Zum Abschluss ein echter Blickfang

Dem Gedanken eines anspruchsvollen, aber für alle fairen Platzes folgt die Gestaltung der gesamten Anlage. Die ersten vier Spielbahnen sind so angelegt, dass ein guter Einstieg für alle Handicap-Klassen möglich ist. Ab der fünften Spielbahn wird es dann etwas schwieriger. Wasserhindernisse auf 11 von 18 Spielbahnen und 52 meist große Bunker tragen das Ihre dazu bei.

Das Signature-Hole des GCC Schladming-Dachstein ist Loch 18 namens „The Island“, ein Par 5 mit 461 Metern von Gelb. Foto: Lothar Stock,

Das „Amen-Corner“ der Schladminger Alpen beginnt an Loch 7 mit einem harten Par 4, gefolgt von dem „Crocodile Hole“ genannten 200 Meter langen Par 3 über Wasser, und endet mit dem längsten Par 4 und zugleich schwersten Loch des Platzes. Danach kann man sich etwas an der herausragenden Bergkulisse erfreuen und durchschnaufen, bevor die Spielbahnen 14 und 15 den Golfer wieder voll fordern. Das eigentliche Matchplay-Loch und zugleich das Signature-Hole der Anlage ist Loch 18, ein Par 5 mit Inselgrün. Nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern auch ein echter Blickfang.

Auch dieser Platz ist außerordentlich gepflegt, hat ein eigenes Clubhaus mit Golfrezeption, Pro-Shop und Gastronomie. Übungsanlagen sind vorhanden. Die Anlage fügt sich äußerst ansprechend in die Landschaft des Ennstales ein und wird durch die Bergkulisse des Dachsteins eingerahmt. Der mehr in der Ebene gelegene Platz gleicht die fehlenden alpinen Anstiege, Hang- und Schräglagen durch eine Fülle von „Kamelrücken“ an verschiedenen Spielbahnen aus und schafft so seine eigenen Herausforderungen.

Eine 18 Loch-Runde auf dem GCC Schladming-Dachstein kostet 85 Euro. Auch hier gibt es zahlreiche Ermäßigungen für Gäste der Partnerbetriebe. Näheres auf der Website des Golfclubs.

Golf & Country Club Schloss Pichlarn

Loch 4 des GCC Schloss Pichlarn, ein Par 4 mit 343 Metern von Gelb. Foto: Lothar Stock

Die Golfanlage Schloss Pichlarn gehört zu den ältesten in Österreich. 1972 als 9-Loch-Anlage gebaut, wurde Sie 1985 auf 18-Loch durch den Golfplatz-Architekten Donald Harradine erweitert. Ihm gelang eine einzigartige Harmonisierung der von Hügeln und Tälern geprägten Gegebenheiten des Geländes mit dem Anspruch eines sportlich anspruchsvollen, aber fairen Golfplatzes. Bernhard Langer scheint eine besondere Beziehung zu diesem Teil der Welt zu haben, war er es doch, der als damals amtierender Masters-Sieger 1985 den Platz eröffnete. Sein Platzrekord von 66 Schlägen hatte immerhin 25 Jahre Bestand und machte die Anlage über die Landesgrenzen bekannt. Die Golfanlage gehört zu dem gleichnamigen Romantik-Hotel Schloss Pichlarn. Dessen Gäste können daher nicht nur von den kurzen Wegen, sondern auch von weiteren Vorteilen profitieren.

Atemberaubendes Naturerlebnis

Nach dem Abschlag des auf Schlosshöhe direkt neben der Terrasse der Golfgastronomie gelegenen Tee 1 führt diese Par-4-Spielbahn bergab ins Tal und lässt erahnen, was dieser Golfplatz zu bieten hat. Bunker im Landebereich des ersten Drives, Hang- und Schräglagen und wunderbare Aussichten auf die Landschaft. Danach geht es mit 60 Metern Höhenunterschied ins Tal, wo die Spielbahnen 3 bis 8 zwar flacher verlaufen, dafür aber auch mit einigen Wasserhindernissen aufwarten. Nicht umsonst heißt Loch 4 „König der Fischer“, ein von Gelb 343 Meter langes Par 4.

Loch 13 des GCC Schloss Pichlarn, ein Par 4 mit 290 Metern von Gelb. Foto: Lothar Stock

Auch dieser Golfplatz hat mit den Spielbahnen 10 bis 12 sein „Amen Corner“, an dem sich mancher Score entscheidet. Hier geht es wieder bergauf und die Spielbahnen ziehen sich als Schneisen durch den Ruhe und Schatten spendenden Wald. Wer hier nicht genau auf die Hanglage der Spielbahnen achtet und seine Bälle entsprechend platziert, wird Probleme haben, seinen Score zu spielen.

Danach geht es wieder sanft bergab und man kann die nächsten Löcher gen Tal wieder etwas entspannen. Ab Loch 17 geht es wieder bergauf in Richtung Schloss Pichlarn und Loch 18 endet als Par 3 mit 141 Meter Länge von Gelb wieder in der Nähe der Clubhausterrasse, was einem  eine gewisse Aufmerksamkeit bescheren kann.

Insgesamt zeichnet diesen Platz Abwechslungsreichtum und ein atemberaubendes Naturerlebnis aus. Sein Pflegezustand war herausragend, und das obwohl die Topografie des Platzes besondere Anforderungen an das Greenkeeping stellen dürfte.

Der GCC Schloss Pichlarn verfügt natürlich ebenfalls über eine Golfrezeption, einen Pro-Shop, Golfgastronomie in ansprechender Lage und Übungsanlagen. Das Golf & Day Spa beinhaltet eine 18-Loch-Runde und die Nutzung des Wellness-Bereichs des Hotels für 69 Euro. Gäste der Partnerhotels der Golfregion Schladming-Dachstein erhalten 20 Prozent Ermäßigung. Näheres zu den Preisen unter www.golfpichlarn.atund zur Hotelanlage unter www.schlosspichlarn.at.

Golf & Landclub Ennstal-Weißenbach

Loch 9 des GLC Ennstal-Weißenbach, ein Par 3 mit 140 Meter von Gelb. Foto: Lothar Stock

In der Golfregion Schladming-Dachstein liegt mitten in einem „Natura 2000“-Schutzgebiet, also einem Naturschutzgebiet der höchsten Schutzkategorie, seit 1977 der drittälteste Golfclub der Steiermark. Nach mehreren Umbauten und in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden und den Naturschutzverbänden wurde dem Platz 2014 seine heutige Gestalt gegeben. Dabei wurde sehr darauf geachtet, dass die besondere Lage des Platzes als Chance begriffen wurde. Nachhaltige Pflege und der Einsatz von naturverträglichen Dünge- und Pflegemitteln zeichnen diesen Platz aus. Auffallend ist auch, dass die Informationen zu den jeweiligen Spielbahnen mit naturschutzfachlichen Informationen zu den besonders geschützten Tier- und Pflanzenarten des Natura 2000-Gebietes ergänzt werden. Man erhält einen neuen Blick auf das Umfeld, in dem man seinem Sport nachgeht.

Die ebensten Fairways in den Alpen

Der Golfclub selbst wirbt mit „den ebensten 18 Fairways in den Alpen“ und das ist keineswegs übertrieben. Das man sich in alpinem Raum befindet, merkt man erst, wenn man den Blick vom Golfball hebt und die Kulisse von Grimming und Dachstein auf sich wirken lässt. Wer sich also von den Hang- und Schräglagen der anderen Plätze erholen und feststellen will, ob er auch noch auf ebener Fläche Golf spielen kann, ist hier gut aufgehoben.

Loch 8 des GC Ennstal-Weißenbach, ein Par 4 mit 345 Metern von Gelb. Foto: Lothar Stock

Keineswegs bedeutet das jedoch, dass der Platz zu unterschätzen ist. Die Biotope am Rande der meisten Spielbahnen bestrafen jedes allzu kräftige Streuen. Zwar ist entlang der meisten Spielbahnen „Rot gesteckt“, so dass ein Droppen möglich ist. Ein Strafschlag und Ballverlust sind aber sicher. Also Konzentration nicht nur bei den Annäherungen, sondern auch den langen Schlägen. Trotzdem sollte man den einen oder anderen Ball mehr im Bag haben. Das sicher schönste Loch der Anlage ist das 2014 neu gestaltete Loch 9, ein 140 Meter langes Par 3, mit viel Wasser gut verteidigt.

Der Pflegezustand der Anlage ist ähnlich gut, wie bei den anderen Golfanlagen. Auch der GLC Ennstal-Weißenbach verfügt über ein Clubhaus, Golfrezeption, Pro-Shop und Clubgastronomie. Übungsanlagen sind vorhanden. Das Tagesgreenfee beträgt 74 Euro. Es gibt zahlreiche Ermäßigungen für bestimmte Personengruppen und Gäste der Partnerbetriebe. Näheres unter www.glcennstal.at. Hier findet man auch die Links zu den Partnerbetrieben.

Text: Lothar Stock

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