Gregor Tilch wird neuer Co-Nationaltrainer

Gregor Tilch wird neuer Co-Nationaltrainer
Gregor Tilch vom Berliner Golfclub Stolper Heide ist ab 2020 Co-Trainer Herren des Golf Team Germany. Foto: Mike Wolff

Golflehrer Gregor Tilch hat den Berliner Golfclub Stolper Heide zum Club mit den meisten Nationalspielern gemacht. In Zukunft wird der Berliner zudem für das Golf Team Germany in den USA deutsche Collegespieler betreuen – als Co-Trainer des Herren-Nationaltrainers. „Eine große Wertschätzung“, sagt Tilch.

Herr Tilch, die Nachricht überrascht etwas. Im Herbst 2017 lagen Sie noch im offenen Clinch mit dem Deutschen Golf Verband (DGV), weil Sie mit dem Berliner Golfclub Stolper Heide das Aufstiegsspiel in die 1. Deutsche Golf Liga boykottiert haben – aufgrund einer Terminkollision. Jetzt wurden Sie vom DGV zum Co-Trainer Herren berufen. Sind Sie selbst ein wenig verwundert?

Gregor Tilch: Nein, die Geschichte ist nun schon eine Weile her und war für alle Beteiligten damals ein unlösbares Dilemma. Ich bin in der Sache nicht nachtragend und der DGV offensichtlich auch nicht. Ich empfinde die Berufung zum Co-Trainer des Herren-Bundestrainers Ulli Eckhardt als Wertschätzung für meine Arbeit und freue mich auf diese Aufgabe.

Wie sieht Ihre Rolle als Co-Nationaltrainer aus?

Tilch: Meine Aufgabe ist es, unsere Nationalspieler, die in den USA am College studieren und Golf spielen, zu betreuen. Als Trainer, Unterstützer und Bindeglied zum Heimtrainer in Deutschland. Dafür werde ich im kommenden Jahr mindestens dreimal in den USA sein. Das habe ich in der Vergangenheit schon für Spieler aus Stolpe gemacht wie David und Marcel Rauch, Falko Hanisch, Florian Schrödl oder Polly Mack. Jetzt kommen Spieler wie Herzogenaurachs Matthias Schmid (Louisville/Kentucky), Hamburgs Anton Albers (Little Rock/Arkansas), Yannick Schütz (South Alabama) oder die Stuttgarter Zwillinge Alexander und Maximilian Herrmann (Georgia State) dazu. Wir werden aber auch Perspektivspieler fördern wie etwa Nico Lang aus Mannheim-Viernheim, der für die West Virginia University spielt.

Gregor Tilch, Polly Mack, David Rauch, Falko Hanisch, Golf, Las Vegas, Stolper Heide
Gregor Tilch (Mitte) ist schon in der Vergangenheit regelmäßig in den USA gewesen, um seine Schützlinge Falko Hanisch, David Rauch und Polly Mack wie hier in Las Vegas zu betreuen. Foto: Mike Wolff

Wie werden die Zusammenkünfte aussehen?

Tilch: Ich bin jetzt schon in den USA, um beim South Beach International Amateur einen ersten Eindruck von ein paar Spielern zu bekommen, die ich zwar kenne, nicht aber ihr Golfspiel im Detail. Im Januar und im November werden wir gemeinsam im Rio Pinar Golf & Country Club in Florida trainieren, wo die PGA-Tour über viele Jahre Station gemacht hat. Außerdem werde ich die Spieler zu mindestens einem hochkarätigen Turnier in San Francisco begleiten.

Warum reizt Sie diese Aufgabe?

Tilch: Ich arbeite sehr gerne mit guten Spielern und habe eine große Affinität zu den USA. Außerdem finde ich, dass wir mehr Spieler fördern sollten als in der Vergangenheit. Denn man darf nicht vergessen, dass der Sprung in den Herren-Nationalkader in einer Zeit gelingen muss, in der für die meisten auch das Abitur ansteht.

„Spieler müssen sich unabhängig machen“

Was muss ein Collegespieler lernen oder beherrschen, um den Weg auf die Tour zu schaffen?

Tilch: Am wichtigsten ist, sich selbst gut zu organisieren, sich unabhängig zu machen von Leuten, die einem am liebsten alles abnehmen wollen, alle Unannehmlichkeiten. Weil man ja so ein toller Golfer ist. Ich sage es jetzt einmal sehr pauschal: Unsere Spieler sind es zu sehr gewohnt, dass die Clubs und Verbände ihnen alles mundgerecht servieren. Daraus entsteht nicht die Durchbeißer-Mentalität, die es auf der Tour braucht. Es gibt Golfer, die sind nur gut, wenn man ihnen alles hinstellt. Das ist kein Erfolgsrezept.

Bisher haben Sie auch als Landesverbandstrainer von Berlin-Brandenburg den Nachwuchs gefördert. Warum haben Sie das Amt in diesem Jahr aufgegeben?

Tilch: Ich habe den Posten 13 Jahre lang innegehabt. Am Ende hat mir die Zeit gefehlt, die Aufgaben als Landestrainer mit meinen USA-Reisen unter einen Hut zu bekommen.

Was heißt Ihr Amt als Co-Trainer des Golf Team Germany für die Gregor Tilch Golfakademie im Berliner Golfclub Stolper Heide?

Tilch: Ich werde sicher seltener in den USA sein, als manche befürchten. Insofern glaube ich, wird das für meine Golfakademie kein Problem sein.

Lesen Sie auch:
GVBB-Mannschaftsmeisterschaft: Stolper Heide verteidigt Titel gegen Wannsee
College-Golf: Berliner Golfträume in Las Vegas
Stolpes Carl Siemens ist Deutscher Vizemeister der Altersklasse 16