Stolper Heide auch beim Naturschutz vorne

Stolper Heide auch beim Naturschutz vorne
Lebensraum nicht nur für Golfer: Die Anlage des Berliner Golfclub Stolper Heide misst 190 Hektar, von denen mehr als die Hälfte rein naturbelassen sind. Foto: BGC Stolper Heide

Für seinen Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt ist der Berliner Golfclub Stolper Heide vom Deutschen Golf Verband (DGV) im Programm Golf und Natur erneut mit Gold ausgezeichnet worden. Neben Spitzensportlern fühlen sich am Berliner Stadtrand auch Füchse und Fledermäuse wohl.

An die Spitze zu kommen, ist mühsam – dort zu bleiben, ist keinesfalls einfacher. Diese Weisheit aus dem Spitzensport trifft auch auf das DGV-Programm „Golf und Natur“ zu. Golfclubs, die für ihr Qualitätsmanagement und ihren Beitrag zum Naturschutz mit Gold ausgezeichnet werden, können sich darauf nicht ausruhen. Der Berliner Golfclub Stolper Heide hat in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Projekte umgesetzt, um die Golfanlage zu einem noch attraktiveren Lebensraum zu machen – nicht nur für Golfer, sondern auch für Fledermäuse, Rehe und Greifvögel.

Ausgezeichnet: Stolper Heides Greenkeeper Peter Kreisel, Clubmanagerin Lydia Neilson und Geschäftsführer Thomas Bonk mit dem neuen Gold-Zertifikat von Golf und Natur. Foto: BGC Stolper Heide

In einer gemeinsamen Aktion mit der Feuerwehrjugend Landin hat Greenkeeper Peter Kreisel weitere Nistkästen für Fledermäuse gebaut und auf dem Platz installiert. An den Rändern der Spielbahnen haben die Greenkeeper zusätzliche Sitzkrücken für Greifvögel errichtet, und am Waldstück, das an den Westplatz grenzt, gibt es inzwischen eine Futterkrippe mit Heu sowie einen Salzleckstein für Rehe, die dort heimisch geworden sind. „Seit der letzten Gold-Zertifizierung vor zwei Jahren ist viel Neues passiert“, sagt Clubmanagerin Lydia Neilson, verantwortlich auch für das Thema Golf und Natur.

Elektro- und Hybridmäher

Für ein leiseres Mähen auf den Grüns in Siedlungsnähe habe der Club Elektromäher angeschafft. Für das Mähen der Fairways gebe es jetzt auch Hybridmäher. Rohrleitungen wurden erneuert, um den Verlust von Wasser zu verringert, rund 50 Regner ausgetauscht, um effizienter zu bewässern. Auf dem Westplatz hilft ein neues Speicherbecken nahe dem 11. Abschlag, zukünftig Oberflächenwasser aufzufangen. Um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden, wurden die Fairways der Golfanlage viermal gestriegelt und Unkraut anschließend jeweils mechanisch bekämpft. „Das Engagement für den Umweltschutz ist im Berliner Golfclub Stolper Heide wirklich groß“, lobt DGV-Auditor Dr. Gunther Hardt. Dank umfangreicher Biotopverbundflächen aus Hardrough sei ein wertvolles Stück Landschaft zurückgewonnen worden an einem Ort, wo vor der Wende intensive Landwirtschaft betrieben worden sei – und Raubbau am Boden.

Am Rande des Westplatzes gibt es nun auch eine Futterkrippe für Rehe, die in einem anliegenden Waldstück zuhause sind. Foto: BGC Stolper Heide

Bevor Stolpes Geschäftsführer Thomas Bonk, Clubmanagerin Lydia Neilson und Greenkeeper Peter Kreisel am Freitag von DGV-Auditor Hardt erneut das Gold-Zertifikat überreicht bekamen, richtete sich der Blick schon nach vorne auf weitere mögliche Verbesserungen. „Geplant haben wir unter anderem ein Stück Bruchwald mit Totholz als Habitat für diverse Tiere, eine neue Eibenhecke und ein Biotop-Pflegeplan“, berichtet Lydia Neilson. Auch eine Golf-und-Natur-Broschüre sei angedacht. Denn viele der Naturschutz-Maßnahmen geschähen im Schatten des Spielbetriebs oft unbemerkt.

Frösche, Füchse, Schlangen – nicht nur Spitzensportler

Nicht nur Golflaien, selbst manchen Clubmitgliedern ist nicht bewusst, dass mehr als die Hälfte der 190 Hektar großen Golfanlage in Hohen Neuendorf rein naturbelassen ist und vielen Tier- und Pflanzenarten Heimat und Nahrung bietet. 30 Bienenvölker sind hier zuhause. Ein Golf-und-Natur Lehrpfad beziehungsweise Schilderweg rund um die Golfplätze informiert Interessierte über das Leben auf dem Platz. QR-Codes führen auf die Internetseite des Clubs, wo Frösche, Füchse, Schlangen und Insekten im Einzelnen vorgestellt werden. Spätestens dann wird klar, dass auf dieser Golfanlage, die auf einer einstigen Ackerbrache entstanden ist, keinesfalls nur Rasen gestutzt wird, und dass sich am nordwestlichen Stadtrand Berlins nicht nur Spitzengolfer wohlfühlen.

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