Casablanca: Spiel’s doch einmal, Golfer!

Casablanca: Spiel’s doch einmal, Golfer!
Zum Magazan Beachresort gehört ein Platz, den Südafrikas Golflegende Gary Player entworfen hat. Foto: Mike Wolff

Ein großzügiger Platz, entworfen von Gary Player, mit unvergesslichen Par-3-Bahnen, in den Dünen mit Blick auf den Atlantischen Ozean. Das und vieles mehr bietet das Magazan Beachresort unweit von Casablanca.

Allein der Name Casablanca zaubert ein Lächeln auf das Gesicht von jedem Älteren. Die Magie der Stadt am Atlantik ist auch den Jüngeren nicht verborgen geblieben. Der Filmklassiker mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart ist zwar Jahrzehnte alt, ist aber im kollektiven Gedächtnis der westlichen Welt geblieben. Umso erstaunlicher ist es, dass die Gegend um Casablanca für deutsche Golfer als Urlaubsdestination weit weniger beliebt ist als Marrakesch und Agadir. Mutmaßlich liegt es an der Zahl der Golfplätze, die die Städte weiter südlich zu bieten haben. Die Qualität der Anlagen und der Vorteil der ganzjährigen Bespielbarkeit mit Höchsttemperaturen von 28 Grad im August kann es jedenfalls nicht sein.

Für einen entspannten Golfurlaub empfiehlt es sich, einen Aufenthalt außerhalb der Millionenmetropole und größten Stadt des Landes zu suchen. Am stillvollsten bietet sich das Mazagan Beach Resort an, das mit dem kostenlosen Shuttle vom Flughafen zu erreichen ist. Nach einer Stunde durch eine trockene Landschaft eröffnet sich am Eingang zur Anlage und entlang des längeren Weges zum Hotel eine grüne Oase mit Seen, Brunnen, Palmen und Blumen. Direkt am Meer gelegen bietet das 500-Zimmer-Resort, im arabisch-berbischen Stil gehalten, einen optimalen Ausgangspunkt, um eine reizvolle Mischung aus Golf, Kultur, Landeskunde und Kulinarik zu erleben.

Magazan Beachresort, Golf, Marokko
Stilvoll unterkommen kann man als Golfer im Magazan Beachresort, das im arabisch-berbischen Stil gehalten ist und direkt am Strand liegt. Foto: Mike Wolff

Vor zehn Jahren wurde das Resort von dem Betreiber des Lost City Golfresorts in Südafrika, Sol Kerzner, als Teil des „Azur Plans“ des marokkanischen Königs Mohamed VI. eröffnet. Dieser soll den Tourismus in der von Landwirtschaft und Fischerei geprägten Gegend entwickeln. Das Resort besitzt einen eigenen Golfplatz, dessen Entwurf – wie in Südafrika – von Golflegende Gary Player stammt.

Mit der Erfahrung von drei British Open Siegen auf Linksplätzen hat er einen linksartigen Platz nur wenige Gehminuten von der Lobby des Hotels in den Dünen direkt am Atlantik gebaut. Dafür hat Player nur geringe Veränderungen vornehmen und kaum Sand bewegen müssen, um die Bahnen an die topografischen Gegebenheiten anzupassen. Auch aus Rücksicht, um den natürlichen Charakter der Landschaft nicht zu verfälschen.

Magazan Beachresort, Golf, Dünen, Marokko
Golf in den Dünen und mit Blick aufs Meer. Foto: Mike Wolff

Der erste Eindruck täuscht nicht: Mehr als die Nähe zum Meer und der Lage innerhalb des Dünenstreifens hat diese Anlage nicht mit einem traditionellen Linksplatz auf den britischen Inseln zu tun. Breitere Fairways sind kaum denkbar. Dennoch sind verschlagene Bälle, die auch den breiten Semiroughstreifen verpassen und in den überall auf den Dünen wachsenden Fettpflanzen landen, für immer weg. Es empfiehlt sich, doch ein paar Bälle mehr mit auf die Runde zu nehmen. Aber so einfach wie zuerst angenommen ist er dann doch nicht zu spielen. Der Wind ist ein ständiger Faktor und beeinflusst Schlagrichtung und Schlägerwahl. Die Länge von 6800 Metern von den hinteren Tees ist eine zusätzliche Herausforderung. Der Platz ist nicht gerade üppig mit Bunkern ausgestattet. Auch die typischen Topfbunker von Linksplätzen sind hier nicht verbaut worden. Stattdessen große Parklandbunker, gefüllt mit rotem Sand der Umgebung, von Gary Player strategisch optimal platziert.

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Der Player-Course hat Bunker mit landestypischem roten Sand. Foto: Mike Wolff

Optisch irritierend und psychisch herausfordernd sind die bepflanzten Carryzonen vor allen Abschlägen. Die Fairways sind dadurch kaum einsehbar und erst beim Erreichen der Bahnen ist erkennbar, wie viel Raum für den Schlag vorhanden war. Beruhigung bietet da ein Blick auf das hochmoderne und hervorragende GPS-System im Cart. Die zweite und jede weitere Runde sind allerdings naturgemäß entspannter. Dann erschließt sich auch die Schönheit des Platzes und der Umgebung noch einfacher.

Magazan, Golf, Casablanca
Vor allem die Löcher am Meer bleiben in Erinnerung. Foto: Mike Wolff

Vor allem die Löcher direkt am Meer bleiben in Erinnerung. Zum Schluss der ersten Hälfte, auf der achten und neunten Teebox, sind die einrollenden Wellen nur wenige Meter entfernt. Das schönste Loch und sicherlich das Signature-Hole ist Bahn 15. Ein mittellanges Par 3 mit 131 Metern Länge von Gelb, von einem erhöhten Abschlag direkt Richtung Meer. Ein Anblick der besonders im Morgen- oder Abendlicht zum Verweilen einlädt. Hier ist eine gute Mischung aus Turnierplatz – geplant ist ein Turnier der European Challenge Tour – und einer sehr gepflegten Resortanlage mit riesigen, zum Teil hügelartigen Grüns gelungen. Wer den Aufenthalt als Trainingsreise nutzen möchte, kommt hier Richtig zum Zug. Alle Aspekte des Spiels können auf unterschiedlichen Übungsanlagen trainiert werden: Nagelneue Chipping- und Pitchinggrüns befinden sich derzeit im Bau. Und zur Überprüfung des Schwungs steht auch die neueste Trackman-Generation zur Verfügung.

Dreizehn Restaurants im Resort

Nach der Runde oder zwischen den Übungseinheiten lohnt sich ein Besuch von George‘s, das Clubhausrestaurant mit einem ungestörten Blick von der Terrasse über die Grüns der neunten und achtzehnten Bahnen auf das offene Meer. Es ist eins von dreizehn Restaurants des Resorts und spezialisiert auf Fleisch: Alles vom kleinen Hunger bis zum 1,3 Kilogramm schweren Tomahawk in höchster Qualität. Aber auch Vegetarier finden auf der großen Karte eine ansprechende Auswahl.

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Das George’s ist ein stilvolles Restaurant mit Spezialisierung auf Fleisch und mit Blick auf den Golfplatz. Foto: Mike Wolff

Nicht nur die weiteren zwölf Bars und Spezialitätenrestaurants, sondern alle sonstigen Aktivitäten und Angebote sind durchweg auf einem hohen Niveau. Neben der kulinarischen Vielfalt von marokkanischen und andere Spezialitäten aus wärmeren Gefilden gibt es eine große Auswahl an Aktivitäten innerhalb des Resorts, um jeder und jedem einen abwechslungsreichen und interessanten Aufenthalt zu garantieren. Das sportliche Angebot reicht von Quad- und Go-Kartfahren, Reiten auf Pferden oder Kamelen, Klettern, Paintball und Bogenschießen, einem exzellenten Fitnessraum bis zu diversen Wassersportarten. Wer es lieber ein wenig entspannter angehen möchte, kann sich am Riesenpool ausruhen oder sich im Spa verwöhnen lassen. Auch abends ist für Spannung gesorgt: Im großen Casino im Erdgeschoss kommt tatsächlich ein wenig Las-Vegas-Feeling auf.

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Das Magazan Beachresort bietet neben Golf viele weitere Aktivitäten an wie etwa Reiten, Wassersport oder Quadfahren. Foto: Mike Wolff

Interessante Einblicke in die Geschichte und Kultur der Region und des Landes sind in der Nachbarschaft des Resorts zu finden. Nur zehn Autominuten entfernt befindet sich ein UNESCO Weltkulturerbe, die Befestigungsanlage der Küstenstadt El Jadida. Unter portugiesische Herrschaft von 1502 bis 1769 Mazagan genannt, wurde die Stadt als Zwischenstation von Seefahren auf ihren Explorationen in aller Welt angefahren. Die Anlage mit direktem Zugang zum Hafen diente als Schutz und vor allem als Frischwasserr-Reservoir aus einer riesigen noch guterhaltenen Zisterne. Schade nur, dass die Franzosen, als sie die Stadt regierten, den breiten Wassergraben um die gesamte Burg zuschütten ließen. Der Eindruck wäre noch überwältigender.

Ein ungestörter Blick auf das Leben der Einheimischen

Die Stadt ist nicht wie andere im Land vom Tourismus geprägt. Obwohl auch außerhalb der Burg die Häuser sehr mediterran sind, ist das Leben in den umliegenden Straßen ausschließlich von den arabischen-berbischen Einheimischen bestimmt. Straßenmärkte mit allen Produkten des täglichen Bedarfs verteilen sich auf den Bürgersteigen und in den Gassen und ein Spaziergang bietet einen ungestörten Blick auf das Leben der Menschen. Vor allem bei Sonnenuntergang hinterlässt ein Spaziergang entlang der Corniche oder ein Besuch eines der zahlreichen Restaurants bleibende Erinnerungen von Ruhe und Entspanntheit.

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Ein Markt in der Nähe des Magazan Beachresorts. Foto: Mike Wolff

Von den Straßen der Altstadt bis zum El Jadida Royal Golf Clubist es nur eine kurze Autofahrt. Die Anlage liegt südlich des Mazagan Resorts und ist von dort sogar noch schneller mit einem kostenlosen Shuttle zu erreichen. Unterschiedlicher könnten die Plätze nicht sein. Zwar auch in der Nähe des Strandes gelegen, auf den letzten Bahnen dicht am Wasser und zwischen einigen Dünen, kann hier von breiten Fairways keine Rede sein. Zuerst geht es landeinwärts durch einen für die Umgebung einzigartigen dichten Eukalyptusbaumwald. Angenehm kühl, im Hintergrund das Rauschen des Meeres und Vögel als ständige Begleiter –fast wie in einem Botanischen Garten. Die leicht hügeligen Fairways sind durch Bäume eng begrenzt und fast nie einfach gerade. Aber die Bahnen sind nicht allzu lang, und es ist eine Freude taktisch zu spielen, um den Ball sicher in die Knicke der Doglegs zu platzieren.

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Das Platz des El Jadida Royal Golf Clubs ist vom Magazan Beachresort in kurzer Zeit mit einem kostenfreien Shuttle zu erreichen. Foto: Mike Wolff

Die Schlägerwahl ist von hoher Bedeutung, und der Driver kann getrost einen ruhigen Tag im Bag verbringen. Präzisionsspiel ist bei jedem Schlag wichtig. Egal ob es die in Hügeln eingebauten Fairwaybunker mit dem landestypischen roten Sand (aus denen das Grün kaum anzugreifen ist) zu vermeiden gilt oder das Anspielen der gut verteidigten, altmodisch anmutenden, sehr kleinen und stark ondulierten Grüns. Die Löcher bleiben nach nur eine Runde im Gedächtnis haften. Vor allem die Par-3-Bahnen, die bergab führen oder über Wasser – manchmal beides – bleiben unvergesslich. Leider beschränkt sich der exzellente Pflegezustand auf die Spielbahnen und das Trainingsgelände. Die Bahnschilder könnten eine Überarbeitung gebrauchen und die Wege sind fast durchgängig von Büschen und Wurzeln überwuchert. Aber einen Abstecher auf diesen doch bezaubernden Platz lohnt sich, da auch das Clubhaus und das Restaurant sehr ansprechend sind.

El Jadida Royal Golf Club, Casablanca
Wasser und Palmen: Der El Jadida Royal Golf Club. Foto: Mike Wolff

Es gibt eine Kooperation zwischen dem Magazan Resort und den vier Golfanlagen von Casablanca. Startzeiten können im Hotel gebucht werden und einen gebührenfreien Shuttleservice zu den innerstädtischen Plätzen, auf denen sechs der acht Pro Golf Tour Turniere in Marokko stattfinden, wird auch noch angeboten.

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Gut gepflegte Grüns: El Jadida Royal Golf Club. Foto: Mike Wolff

Die Gegend erweist sich mit den hervorragenden Plätzen, der ursprünglichen und unverfälschten Kultur, Entspannung sowie der Möglichkeit von allerlei Aktivitäten und guten Hotels als eine exzellente Alternative als Golfdestination – nicht nur zu den anderen Reisezielen in Marokko.

Für mehr Informationen:
mazaganbeachresort.com
golf-eljadida.com
visitmorocco.com/de

Diese Reise wurde durch Visit Marocco ermöglicht.