Golf in Las Vegas: Alles auf die 18

Golf in Las Vegas: Alles auf die 18
Atemberaubende Szenerie: Der Golfplatz von Wolf Creek in Mesquite. Foto: Wolf Creek Golf Course

Las Vegas bietet mehr als Casinos, Shows und Sand: 60 Golfplätze, viele davon atemberaubend gelegen, machen die weltberühmte Wüstenstadt zu einer einzigartigen Golfdestination.

In Las Vegas heißt es: Eine der größten Sünden ist, nach Las Vegas zu kommen und nicht zu spielen. In den Casinos der größten Stadt im US-Bundesstaat Nevada versuchen jährlich mehr als 40 Millionen Touristen ihr Glück, feiern Hochzeit oder Springbreak, schauen sich am Las Vegas Strip die Shows und Konzerte von Weltstars an oder fliegen mit dem Helikopter in den Grand Canyon.

Dass man in der Wüste auch gut Golf spielen kann, ist vielen vielleicht erst bewusst, seitdem Tiger Woods und Phil Mickelson Ende November zu ihrem verrückten Matchplay-Duell um neun Millionen Dollar nach „Sin City“ kamen. Dabei ist Las Vegas vollkommen golfverrückt: Im Stadtgebiet gibt es 60 Golfplätze, etwa Bali Hai oder Shadow Creek. Weitere, die wie Wolf Creek oder Cascata in einer Canyon-Landschaft liegen, sind durch eine kurze Autofahrt zu erreichen. Mit Topgolf hat Las Vegas außerdem die wohl spektakulärste Driving-Range der Welt.

Wer außerhalb der Casinos auf die 18 – auf Golf – setzt, hat schon gewonnen. Die Qualität der Plätze ist – wie sollte es in der Stadt der Superlative anders sein – herausragend. Zudem kann man in Las Vegas das ganze Jahr über Golf spielen. Unser heißester Tipp ist aber der November: Da ist die US PGA-Tour traditionell für die „Shriner’s Open“ in der Stadt.

Wolf Creek

Wolf Creek, Golf, Nevada, Golfreise, Las Vegas
Fehlt eigentlich nur noch Winnetou: Die Bahnen von Wolf Creek ziehen sich malerisch durch die Canyonlandschaft. Foto: Mike Wolff

Wenn eines fernen Tages auf dem Mars ein Golfplatz gebaut werden sollte, dann dürfte er aussehen wie Wolf Creek. Der 2000 eröffnete Golfclub im beschaulichen Casinostädtchen Mesquite, etwas mehr als eine Autostunde vom Las Vegas Strip entfernt, liegt eingebettet in eine dramatische Landschaft aus zerklüftetem, erodiertem Sandstein. Die raue Kulisse und die sanft geformten, tiefgrünen Bahnen mit blauen Teichen und blütenweißen Bunkern wirken im Zusammenspiel so unwirklich, dass man sich daran nicht stattsehen kann.

Einzigartig macht den Platz nicht nur seine Canyon-Optik, sondern auch sein strategisches Design. Die Bahnen unterscheiden sich untereinander so sehr, dass sich einem viele Schläge auf der Runde einbrennen. Die Reise über die 18 Löcher von Wolf Creek ist eine Berg- und Talfahrt mit einigen blinden Schlägen, vielen majestätischen Ausblicken und noch mehr verlorenen Bällen – wenn Sie dem Fairway nicht folgen können oder dem Wasser zu nah kommen. Die Grüns sind treu und schnell wie in den USA üblich.

Zahlreiche Auszeichnungen habe Wolf Creek erhalten, berichtet General Manager Darren Stanek. Die Leser von Golf Digest etwa hätten Wolf Creek schon zum besten öffentlichen Golfplatz gewählt – vor Pebble Beach, Bandon Dunes oder dem Ocean Course at Kiawah Island. Angesichts von so viel Beliebtheit gebe es den Platz mittlerweile in Konsolen- und Browser-Golfspielen wie zum Beispiel World Golf Tour. „Wer unseren Platz einmal virtuell gespielt hat, kommt früher oder später für eine echte Golfrunde vorbei“, ist sich Stanek sicher. Der Platz im Golfbag, den die verlorenen Bälle geschaffen haben, lässt sich im gut ausgestatteten Pro-Shop von Wolf Creek wieder füllen. Kaufen Sie sich ein Souvenir als Beweis, dass sie da waren und dass dieser Golfplatz echt ist. Das Greenfee für eine Runde inklusive Cart liegt je nach Jahreszeit zwischen 75 und 230 Dollar. golfwolfcreek.com

Cascata

Cascata, Golf, Nevada, Golfreise, Las Vegas
Spektakuläre Ausblicke und unglaubliche Grüns: Cassata zählt zu den besten Golfadressen unweit von Las Vegas. Foto: Mike Wolff

In Boulder City, gut 25 Autominuten südöstlich vom Las Vegas Strip, schmiegt sich der perfekt gepflegte Platz von Cascata an die Hänge eines roten Sandsteinberges. Der Name des Clubs verrät schon, dass das Element Wasser hier eine besondere Rolle spielt. Vom Clubhaus, das unterhalb des Golfplatzes liegt, wird Wasser durch unterirdische Leitungen bis zum höchsten Punkt der Anlage gepumpt, von wo es schlumpfblau gefärbt in mehreren Bachläufen und Wasserfällen die Bahnen des Platzes durchzieht. Über Geschmack, Sinn oder Unsinn lässt sich streiten. Vollkommen einzigartig ist aber, dass das Wasser am Ende wieder im Clubhaus ankommt. Es ist vermutlich einzigartig in der Golfwelt, dass ein ausgewachsener Bach mitten durch ein Clubhaus fließt. Der Weg vom Eingang zum Check-in im Pro-Shop führt entsprechend über eine kleine Brücke. Noch bis in die erstklassigen Umkleiden ist das sanfte Rauschen zu hören. Als Gast wird man hier bis ins kleinste Detail hofiert, vom freien Buffet bis zum Namensschild am Spind.

Spielerisch ist Cascata sehr anspruchsvoll. Insbesondere die makellosen Grüns haben Tourqualität und -geschwindigkeit – das gilt bereits ab dem Puttinggrün an der Driving-Range. Die Löcher des von Rees Jones designten Platzes überwinden große Höhenunterschiede. Es geht auf und ab. Auch die Wege zwischen den Grüns und den Abschlägen sind mitunter beachtlich. Das erzeugt auf der gesamten Runde ein Gefühl der Abgeschiedenheit, die auf dieser von Berühmtheiten gerne frequentierten Anlage durchaus gewollt ist. Eindrucksvoll ist der Weitblick in die karge Wüstenlandschaft, der sich einem auf den Bergablöchern bietet. Cascata ist definitiv einer der besten Golfplätze in und um Las Vegas und bietet ein in jeder Hinsicht erstklassiges Golferlebnis, das allerdings auch seinen Preis hat. Das Greenfee für 18 Löcher inklusive Cart beträgt pro Person 399 Dollar. Hinzu kommen 100 Dollar plus Trinkgeld für den obligatorischen Caddy. cascatagolf.com

Reflection Bay

Reflection Bay, Golf, Las Vegas, Golfreise
Reflection Bay am Lake Las Vegas ist ein Design von Golflegende Jack Nicklaus. Foto: Mike Wolff

Lake Las Vegas gilt als das Beverly Hills der Wüstenstadt. Eine halbe Stunde mit dem Auto vom Strip in Richtung Osten geht es deutlich ruhiger zu. Hier am See hat Golflegende Jack Nicklaus mit Reflection Bay einen Platz entworfen, dessen Fairways und Grüns – wie bei einem Resort-Kurs üblich – großzügig bemessen sind. „The Golden Bear“ hat dennoch keine einfache Wiese geschaffen: Die Bunker sind meist so geschickt in den Fairways platziert, dass sich vom Tee aus jeweils zwei verschiedene Spielstrategien ergeben.

Fünf Bahnen reichen direkt an das Ufer des Lake Las Vegas heran und sind an den Abschlägen und Grüns zum Teil mit stattlichen Palmen verziert. Seine Stärke hat Reflection Bay dennoch auf den Löchern im Hinterland, wo die Topografie des Platzes mehr Spannung bietet und zwischen Start und Ziel viele Höhenmeter liegen. Ein meisterhaftes Loch ist die 6, ein sehr langes Par 4, bei der es vom Tee bis zum Grün konstant bergab geht und das einen tollen Weitblick auf den Lake Las Vegas bietet. Das Greenfee inklusive Cart beträgt zwischen 75 und 125 Dollar. reflectionbaygolf.com

Paiute Resort – Wolf Course

Las Vegas Paiute Golf Resort, Golf, Wolf Course
Das Las Vegas Paiute Golf Resort zählt gleich drei Plätze von Weltklasse-Architekt Pete Dye (hier der Wolf Course). Foto: Mike Wolff

Gleich drei 18-Loch-Plätze des weltberühmten Golfplatzarchitekten Pete Dye zählt das Las Vegas Paiute Golf Resort, 25 Minuten nördlich des Las Vegas Strips. Hier dreht sich alles nur um Golf, denn das Resort hat zwar 54 Golflöcher, aber kein Hotel. Die Plätze namens Sun Mountain, Snow Mountain und Wolf liegen in einer weiten Ebene – Land, das dem Indianerstamm der Paiute gehört. Wind ist auf allen drei Plätzen ein ständiger Begleiter. Der beliebteste und meist am besten bewertete ist der „Wolf“, der von den hinteren Abschlägen fast 7000 Meter misst. Länger ist kein Platz in Nevada. Auch wenn es keine starken Anstiege und kein Gefällt gibt, hat Pete Dye die Fairways durchgängig onduliert und damit Schräglagen geschaffen, die einem Platz immer zusätzliche Schwierigkeit verleihen.

In Erinnerung bleiben die beiden Par-3-Bahnen 12 und 15, die größtenteils aus Wasser bestehen. Dem Inselgrün der 15 hat Pete Dye dieselbe Form gegeben wie dem berühmtesten „Wasserloch“ der Welt – Loch 17 des TPC Sawgrass. Eine Augenweide sind auch die unzähligen Kakteen, die den Wolf Course schmücken. Das Greenfee inklusive Cart kostet zwischen 99 und 199 Dollar (Wochenende). lvpaiutegolf.com

Top Golf

Topgolf Las Vegas, Golfreise, Driving Range, Nevada
Abschlagen mit Blick auf den Las Vegas Strip: Topgolf Las Vegas. Foto: Topgolf

Die vielleicht berühmteste Driving-Range der Welt liegt nur einen Block östlich vom Las Vegas Strip entfernt. Auf vier Etagen verfügt Topgolf Las Vegas über mehr als 100 Abschlagboxen, sogenannte Bays, auf deren Sofas bis zu sechs Personen Platz haben. „Top“ steht für „target oriented practise“: In den Boden der Driving-Range sind verschieden große Zielgrüns eingelassen, die Treffer – und ihre Genauigkeit – elektronisch jedem einzelnen Spieler exakt zuordnen können. Denn die automatisch aufgeteeten Bälle haben in ihrem Inneren jeweils einen individuellen Chip. Neben unzähligen Spielvarianten, Leihschlägern und einem Ausblick auf den Las Vegas Strip gibt es bei Topgolf Las Vegas auch fünf Bars mit riesigen Bildschirmen für Live-Sport, zwei Swimming-Pools und eine Konzertbühne. Ein Abstecher hier ist ein Muss. topgolf.com

Angel Park

Angel Park, Golf, Nacht, Flutlicht, Night, Las Vegas
Nachts ist noch nicht Schluss: Angel Park bietet Golf bei Flutlicht auf einem 9-Loch-Platz, der weltberühmten Bahnen nachempfunden ist. Foto: Mike Wolff

Golf kommt in Las Vegas auch nachts nicht zur Ruhe. Im Angel Park Golf Club, keine 15 Autominuten vom Nordende des Las Vegas Strips entfernt, geht das Flutlicht an, wenn die Sonne untergeht. Der Cloud Nine Short Course ist für einen Par-3-Platz mit neun Bahnen (zwischen 75 und 130 Meter lang) liebevoll gestaltet und wurde schon mehrfach als einer der besten Kurzplätze der USA ausgezeichnet. Alle Grüns sind in ihrer Form und der Positionierung der Grünbunker weltberühmten Golflöchern nachempfunden. Hier gibt es ein „Valley of Sin“ wie auf der 18 des Old Course in St Andrews oder das Inselgrün der 17 in TPC Sawgrass. Eine Runde über neun Löcher kostet 29 Dollar, über 18 Löcher 35 Dollar. Außerdem gibt es in Angel Park noch einen 18-Loch-Putting Course mit echtem Rasen, der ebenfalls bei Dunkelheit beleuchtet wird. Das Greenfee liegt hier bei unter 10 Dollar. angelpark.com

Reisetipps: Hotels, Restaurants und Co.

Palazzo at The Venetian: Erstklassiges 5-Sterne-Hotel mit italienischem Ambiente am nördlichen Ende des Las Vegas Strips. Suiten ab circa 130 Dollar pro Nacht. Infos: venetian.com

Black Tap Craft Burgers & Beer: In diesem stylisch eingerichteten Restaurant des Venetian sind Burger, Craftbier und Milchshakes Religion.

The Grand Canal Shoppes: Shoppen und Essen, während neben einem echte Gondeliere über die Kanäle schippern – und das mitten im Hotel The Venetian.

Park MGM: Frisch renoviertes 4-Sterne-Designer-Hotel am südlichen Teil des Las Vegas Strips. Doppelzimmer ab circa 80 Dollar. mgmresorts.com

Skyfall Lounge: Rooftop-Bar mit coolen Drinks und Snacks und einem der besten Blicke auf den Las Vegas Strip im Hotel Delano am Südende des Strips. Zur Skyfall Lounge

O by Cirque du Soleil: Atemberaubende Show aus spektakulärer Akkrobatik mit einem riesigen in die Bühne eingelassenen Pool im Hotel Bellagio. Tickets ab 99 Dollar. cirquedusoleil.com/o

Sundance Helicopters: Flüge mit dem Helikopter über den Las Vegas Strip, den Hoover Dam und durch den Grand Canyon mit Zwischenlandung und Picknick ab 399 Dollar. sundancehelicopters.com