Golfresort am Scharmützelsee wird verkauft

Golfresort am Scharmützelsee wird verkauft
Das A-ROSA Scharmützelsee könnte bald einen neuen Besitzer und Betreiber erhalten. Foto: A-ROSA

Seit Jahren schon plant die österreichische Familie Haselsteiner, ihr Golfresort am Scharmützelsee zu verkaufen. Bald könnte es soweit sein. Gespräche mit Kaufinteressenten laufen. Noch bis Ende März können Gebote abgegeben werden. Dann soll auch der Faldo Course wieder öffnen.

Zuletzt kamen gute Nachrichten aus Bad Saarow: Der renommierte Faldo Course soll nach gut einem Jahr Dornröschenschlaf wieder für den Spielbetrieb öffnen. Die Greenkeeping-Mannschaft hat sich zuletzt bereits intensiv um die Front-Nine des Platzes gekümmert, allen voran die Bunker von Unkraut befreit und mit Sand befüllt. Ein genaues Datum nennt A-ROSA, das den Golf Club Bad Saarow betreibt, noch nicht. Anfang April gilt als wahrscheinlich, so wie in den Jahren vor der Corona-Pandemie üblich. Bereits am kommenden Wochenende soll das Clubhaus öffnen, beziehungsweise die Golfrezeption vom Hotelempfang wieder dorthin zurück verlegt werden. Schon jetzt geöffnet – auf Sommergrüns – sind der Arnold Palmer Platz und der Stan Eby Platz.

Vielleicht ist es kein Zufall, dass dieses Mehr an Normalität just in den Wochen zurückkehrt, in denen das Golfresort zum Verkauf steht. Das Jahr 2020 kannte schließlich nur Verlierer: Mitglieder, denen ihr erstklassiger Club mit all seinen Annehmlichkeiten abhanden gekommen ist, Pächter A-ROSA, der mit seiner selbstverordneten Schließung des Hotels keine gute Figur machte, und die Eigentümer, die mitansehen mussten, wie der Ruf ihrer erstklassigen Anlage ramponiert wurde. Ein Verkauf des Golfresorts dürfte Bewegung in die zuletzt festgefahrene Situation bringen. Nach Tagesspiegel-Informationen gibt es gleich mehrere Kaufinteressenten, die aber gerne ungenannt bleiben wollen.

Ein Jahr lang hat A-ROSA den Faldo Course geschlossen gehalten, bald soll er wieder öffnen. Foto: A-ROSA

Die Frist für Gebote wurde zuletzt noch einmal auf den 31. März verlängert. Zeitgleich wurden bereits erste Gespräche geführt. Dass der Betreiber A-ROSA sich vom Scharmützelsee zurückziehen möchte, ist ein offenes Geheimnis und womöglich einer der Gründe dafür, warum das Fünf-Sterne-Hotel auch dann nicht öffnete, als im vergangenen Sommer hierzulande vergleichbare Hotels vor Gästen förmlich überliefen. Die Sommerfeld AG, die bisher die Pflege der Golfplätze übernimmt, könnte sich vorstellen, zukünftig den gesamten Golfbetrieb und damit auch den Golf Club Bad Saarow zu führen. Allerdings nur, wenn ein modernes und florierendes Hotel auch genügend Golfspieler verspricht – und unterbringen kann.

Hotel muss dringend saniert werden

Fest steht, dass das Fünf-Sterne-Hotel aktuell dringend sanierungsbedürftig ist. Es wird den neuen Eigentümer einiges an Zeit und Geld kosten, bis das Haus in neuem Glanz und voller Kapazität wiedereröffnet. Corona-Beschränkungen hin oder her: Die Hotel-Saison 2021 ist angesichts der notwendigen Arbeiten bereits gelaufen, zumindest wenn man das bisherige Budget-Hotel aja außen vor lässt, das eine gänzlich andere Zielgruppe anspricht.

Die Mitglieder des Golf Club Bad Saarow beobachten die Vorgänge im Resort aufmerksam; über die Nachricht vom sich nun anbahnenden Verkauf ist regelrecht Vorfreude aufgekommen auf bessere Zeiten. Unverständnis herrscht unter Clubmitgliedern aber nach wie vor über die seit Monaten maroden, zum Teil zerbrochenen Holzbrücken auf dem Arnold Palmer Platz, die noch immer nicht repariert wurden. Auch gibt es Mitglieder, die sich mit A-ROSA im Rechtsstreit befinden, weil sie Entschädigungen für entgangene Nutzungsrechte des Hotel-Spa-Bereichs oder des Faldo Course fordern. Als Friedensangebot – ohne dies explizit so zu benennen – legte der Golf Club Bad Saarow der diesjährigen Beitragsrechnung vier Greenfee-Gutscheine bei, die immerhin auf allen drei Plätzen gelten. Umso besser, dass bald auch alle drei wieder bespielbar sind.

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