Klaus Kosakowski: Seddins Möglichmacher

Klaus Kosakowski: Seddins Möglichmacher
Klaus Kosakowski engagiert sich seit bald 20 Jahren ehrenamtlich im Golf- und Country-Club Seddiner See. Foto: Mike Wolff

Er bewundert die Vielfalt der Natur, hat ein Faible für Historie und liebt Golf – ein Segen für den Golf- und Country Club Seddiner See. Klaus Kosakowski hat dem Club in schwierigen Anfangsjahren auf die Beine geholfen. Heute sagt das Ehrenmitglied: „Unsere Anlage ist eine Limousine mit Hybridantrieb.“

Ehrenämter sind ein hartes Brot, gerade in Golfclubs. Umsatz und Investitionen liegen höher als in manchen Unternehmen, die Verantwortung ist groß und die Erwartungshaltung der Mitglieder meist nicht kleiner. Liebe zur obendrein noch zeitfressenden Aufgabe entwickelt nur, wer einen klaren Plan verfolgt und Menschen für sich gewinnen kann. „Einen Verein zu führen und 1000 Menschen auf ein gemeinsames Ziel auszurichten, ist manchmal anspruchsvoller als der Alltag im Management eines Unternehmens“, sagt Klaus Kosakowski. Der 75-Jährige kennt beide Welten, war Vorstandssprecher eines deutschen Handelskonzerns, seit 1997 engagiert er sich im Golf- und Country Club Seddiner See.

Zu Anfang war Kosakowski Vize-Präsident im e.V. und zugleich Schatzmeister. Als Controlling-Experte merkte er nach einem Blick in die Zahlen schnell, dass die Anlage, für die er die Mitverantwortung übernommen hatte, eigentlich zu groß und zu teuer ist für den noch jungen Berliner und Brandenburger Golfmarkt der Nachwendejahre. Das Produkt kam zehn Jahre zu früh. „Unser Club war gewissermaßen ein Lehrstück für den Golfboom der 90er-Jahre“, sagt Kosakowski im Rückblick. „Auch das Profil unseres Clubs war anfangs nicht definiert, alle dachten, Golf sei Golf.“

Sein Businessplan fand große Zustimmung

Um den Club aus der finanziellen Schieflage – vielleicht sogar vor dem Ende – zu retten, investierte Kosakowski viel Zeit in ein neues Konzept: „Mein Ziel war es, einen Businessplan aufzustellen, den jeder verstehen kann, und ich hatte das Glück, dass er auch große Zustimmung fand.“ Der Wille vieler Mitglieder sei dann allerdings gewesen, dass er den Plan auch selbst umsetzen solle. Dass Kosakowski heute Ehrenmitglied des Vereins ist und als Aufsichtsratschef der Aktiengesellschaft weit mehr als nur über die Geschicke des Clubs wacht, zeugt von einem guten Händchen und einer Menge Geduld. Eine nützliche Tugend im Golf.

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„Golfclubs haben eine besondere Verantwortung für die Natur und sollten es sich leisten, behutsam mit den Ressourcen umzugehen“, sagt Klaus Kosakowski.
Foto: GCC Seddiner See

Der Golf- und Country Club Seddiner See gehört heute zu den namhaftesten Golfclubs Deutschlands – nicht nur dem spektakulären Südplatz von Architekt Robert Trent Jones sei Dank. Auch beim Engagement für den Natur- und Artenschutz setzen die Seddiner Maßstäbe, etwa indem sie auf dem Golfplatz Lebensräume für Insekten, Störche und den Eisvogel schaffen oder weil sie peu à peu das seit DDR-Zeiten belastete Wasser des Großen Seddiner Sees klären. „Klaus Kosakowski ist für unseren Club ein unschätzbarer Möglichmacher, weil er viele dieser Projekte vorantreibt und Unterstützer dafür gewinnt“, sagt Clubmanager Horst Schubert. Kosakowski findet, Golfclubs hätten eine besondere Verantwortung für die Natur und sollten es sich leisten, behutsam mit den Ressourcen umzugehen.

„Verglichen mit einem Auto, ist unsere Anlage eine klassisch schöne Limousine der S-Klasse, allerdings mit Hybrid-Antrieb“, sagt Kosakowski. „Wir sind sogar an der Grenze zum Elektroantrieb.“ Zweimal in der Woche stehe er – aktuell Handicap -13,3 – auf dem Golfplatz; samstags spiele er traditionell neun Löcher mit seiner Frau und unter der Woche 18 Löcher mit Freunden. Auf dem Golfplatz verlasse er für vier bis fünf Stunden den Alltag. „Ich fühle mich dann wie verreist“, schwärmt er. Der Golfclub verkaufe eben auch eine ordentliche Portion Lebensglück.

Kosakowski war Berliner Meister im Feldhandball

Abseits des Golfplatzes engagiert sich Klaus Kosakowski seit Jahren als Mäzen beim Wiederaufbau des Gutsdorfes Petzow bei Potsdam. Die ehemalige Dorfschule am Schloss hat er sanieren und darin ein Café einrichten lassen. Dazu kommen der Schlossgarten und der Schlosspark, die Kosakowski auf eigene Rechnung zunächst von 600 Tonnen Müll befreien ließ, um für die Menschen ein Idyll der Natur und der Gartenbaukunst zu schaffen. Als sei das nicht genug Arbeit, traten beim Anlegen eines Rosengartens plötzlich 60 Zentimeter unter der Erdoberfläche drei etwa 3000 Jahre alte Feuerstellen zu Tage. Kosakowski finanzierte obendrein die archäologischen Ausgrabungen. Er sagt: „Ich finde das total spannend, denn Kultur ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft.“

Wenn sich bei seinen diversen Projekten auch mal eine Behörde querstellt, nimmt Kosakowski das sportlich. Mit dem HTV Zehlendorf war er mal Berliner Meister im Feldhandball, mit der Mannschaft der Freien Universität sogar Hochschulmeister. „Ich habe immer die Abwehr organisiert“, sagt er. Und wer hinten sicher steht, das wird Kosakowski wissen, hat gute Chancen, am Ende zu gewinnen.