Motzen und Wilkendorf mit Ausnahmegenehmigung

Motzen und Wilkendorf mit Ausnahmegenehmigung
Der Berliner Golf- & Country Club Motzener hat am Montag Rechtssicherheit für den eingeschränkten Spielbetrieb erhalten. Foto: Mike Wolff

Auf mehr als der Hälfte aller Golfanlagen in Brandenburg wird seit heute Morgen wieder Golf gespielt – unter strengen Auflagen. Wie das konkret aussieht und wie reibungslos das funktioniert, darüber berichtet Tagesspiegel GOLF heute aus mehreren Clubs der Hauptstadtregion.

17.30 Uhr – Stolper Heide hat 1800 Startzeiten vergeben

Noch hat der Berliner Golfclub Stolper Heide den Spielbetrieb auf seiner Anlage nicht wieder aufgenommen. Aber die Telefone glühten heute schon einmal heiß. „Wir starten am Mittwoch, haben inzwischen 1800 Startzeiten vergeben und sind bis kommenden Dienstag ausgebucht“, sagt Geschäftsführer Thomas Bonk. Dass in Stolpe nicht gleich am Montag Golf gespielt wurde, liege an den Vorbereitungen, die der Club treffen müsse, um die Anlage corona-krisen-sicher zu machen.

16.00 Uhr – Golfpark Schloss Wilkendorf ebenfalls mit Ausnahmegenehmigung

Seit 7.00 Uhr wird heute im Golfpark Schloss Wilkendorf gespielt, am Nachmittag kam die offizielle Genehmigung. Foto: Tomas Schumann

Jetzt geht es offenbar ganz schnell: Der Golfpark Schloss Wilkendorf hat vom zuständigen Gesundheitsamt ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung für den eingeschränkten Spielbetrieb erhalten. Clubmanager Thomas Schumann hatte am Wochenende einen entsprechenden Antrag eingereicht und dem Ordnungsamt am Montag vorgeschlagen, sich vor Ort ein Bild von der Umsetzung des Abstands- und Hygienekonzeptes zu machen. Dann dauerte es nicht mehr lange, bis die gute Nachricht vom Gesundheitsamt kam.

15.15 Uhr – BG&CC Motzener See erhält Ausnahmegenehmigung

Der Berliner Golf & Country Club Motzener See hat vom Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald eine Ausnahmegenehmigung nach §5 Absatz 2 der Eindämmungsverordnung (SARS-CoV-2-EindV) erhalten und nun auch formal Rechtssicherheit für den eingeschränkten Betrieb der Golfanlage. „Wir freuen uns, dass wir mit unserem wohldurchdachten Konzept die Behörden überzeugen konnten“, sagt Clubmanagerin Kerstin Keil. Eine gute Nachricht auch für die anderen Golfclubs in Brandenburg, schließlich sind deren Konzepte fast deckungsgleich, und die Verordnung gilt für alle gleichermaßen.

14.00 Uhr – Ein nasses Handtuch tut es auch

Die Ballwascher sind in Wilkendorf gut abgeschirmt gegen Viren und Benutzer. Foto: Thomas Schumann

13.10 Uhr – Golfpark Schloss Wilkendorf

Ohne Startzeit geht nichts, und 1,5 Meter Abstand müssen sein. Foto: Thomas Schumann

Auf dem Westside Platz des Golfpark Schloss Wilkendorf wird schon seit 7.00 Uhr gespielt. Die Startzeiten waren am Wochenende schnell vergriffen. „Da braucht es gerade eine Menge Koordinierung“, sagt Clubmanager Thomas Schumann. Denn das bisherige „Dazubuchen“ auf eine Startzeit gebe es nun nicht mehr. Wer online eine Startzeit für sich allein buche, könne nicht mal selbst nachträglich eine zweite Person hinzufügen. „Das geht aus Vorsichtsgründen dann nur noch telefonisch über unser Büro“, erklärt Schumann.

12.28 Uhr – Seddiner Startzeiten für die ganze Woche ausgebucht

„Die Stimmung bei unseren Mitgliedern ist gut“, beobachtet Seddins AG-Vorstand Horst Schubert. „Manche stören sich daran, dass nicht jetzt gerade kein Smalltalk mit Freunden möglich ist, aber bei den meisten überwiegt die Euphorie, dass wieder gespielt werden kann.“ Die Startzeiten für die gesamte Woche seien ausgebucht. „Wenn sich die Buchungslage in der kommenden Woche etwas entspannen sollte, lassen wir auch Greenfee-Spieler zu“, erklärt Schubert.

12.15 Uhr – Nach der Runde ist vor dem Nach-Hause-Fahren

Der Kaffee nach der Runde in der Sonne muss noch eine Weile warten: Die Clubhaus-Terrasse bleibt vorerst geschlossen. Foto: Mike Wolff

12.05 Uhr – Die Anti-Corona-Etikette

Hier noch mal zum Nachlesen: Wie man sich auf der Motzener Golfanlage in Coronazeiten zu verhalten hat, ist an vielen Orten kenntlich gemacht. Foto: Mike Wolff

11.54 Uhr – Fahnen? Welche Fahnen?

Keine Fahne, keine Versuchung. Foto: Mike Wolff

Vorsicht ist die Mutter der Corona-Pandemie: Auf dem gesamten Motzener Platz stecken aus Hygienegründen keine Fahnen im Loch. Alle Spielerinnen und Spieler bekommen einen Zettel mit Pin-Positions mit auf die Runde, um sich zu orientieren. Eine Golferin empfiehlt: „Es hilft, wenn man den Flight vor sich auf dem Grün aufmerksam beobachtet, dann weiß man ungefähr, wo man hinspielen muss.“

11.48 Uhr – Spielen ja, üben nein

Nur gucken, nicht betreten: Das Motzener Übungsgrün bleibt vorerst genauso geschlossen wie der Kurzspielbereich und die Driving-Range. Foto: Mike Wolff

11.36 Uhr – Das Gesundheitsamt war noch nicht da

Der Berliner Golf & Country Club Motzener See rechnet im Laufe des Tages fest mit einem Besuch des Ordnungsamts. „Noch waren sie nicht da, aber die werden bestimmt kommen und sich ansehen, wie wir die geltenden Regeln umsetzen“, ist sich Manfred Gugerel sicher. Während der Golfplatz zuletzt geschlossen blieben musste, hatte die Clubgastronomie in den vergangenen Wochen Speisen zum Abholen angeboten. „Da kam das Ordnungsamt nach zwei Tagen und hat sich davon überzeugt, dass Abstände und Hygieneregeln eingehalten werden“, berichtet Gugerel.

11:20 Uhr – „Hier herrscht Goldgräberstimmung“

Manfred Gugerel, Regionaldirektor der CCA Gruppe, zu der die Golfanlage am Motzener See gehört, beobachtet eine große Euphorie bei den Mitgliedern: „Hier herrscht Goldgräberstimmung.“ Spielen dürfen in Motzen bis auf Weiteres nur Clubmitglieder. Nach einem Beschluss des Vorstandes, darf jedes Mitglied pro Woche zwei Tee-Times buchen. Auf Nichterscheinen stehen 100 Euro Strafe.

11.05 Uhr – Berliner Golf & Country Club Motzener See

84 Golferinnen und Golfer dürfen heute in Motzen spielen, in Zweierflights, die im Abstand von zehn Minuten auf die Anlage gehen. Foto: Mike Wolff

Am Motzener See wird seit 9.00 Uhr abgeschlagen. Sämtliche Tee-Times sind ausgebucht. Um 16.00 Uhr geht der letzte Zweierflight auf die Runde. Also spielen heute innerhalb von sieben Stunden 84 Golferinnen und Golfer in Motzen. Geöffnet ist der Old Course, sprich, die Platzkombination A und B. Am Mittwoch werden auch die neuen neun Löcher geöffnet.

10.30 Uhr – Wie baut man noch mal den Trolley auf?

Auf dem Parkplatz des Golf- und Country Club Seddiner See hat ein älterer Herr seinen Trolley aus dem Kofferraum des Autos gewuchtet. Am Zusammenbau scheitert er. „Ich habe das so lange nicht mehr gemacht, dass ich ganz vergessen habe, wie es geht“, sagt er und lacht. Auch das sind sie, die Nebenwirkungen der Corona-Pandemie.

10.20 Uhr – „Sie gehören zu den Privilegierten“

Jede Golferin und jeder Golfer bekommt in Seddin einen solchen Handzettel, bevor die Runde beginnen kann. Foto: Mike Wolff

9.30 Uhr – Verkehrte Golfwelt

Verkehrte Golfwelt: Die umgedrehte Hülse verhindert, dass der Ball im Loch verschwindet und das s die Fahne berührt wird. Foto: Mike Wolff

Auf den zwei Plätzen am Seddiner See sind diverse Vorkehrungen getroffen, um die Hygiene zu gewährleisten: Unter anderem sind die Bunkerharken entfernt und die Hülsen der Golflöcher umgedreht, damit der Ball nicht im Loch verschwindet. Dass das Harken entfällt, wird nur diejenigen stören, deren Bälle in einem Fußabdruck zum Halten kommen. Auf das unverkennbare Geräusch, wenn ein Ball im Golfloch verschwindet, verzichten wohl alle bereitwillig, die jetzt wieder Golf spielen dürfen.

9.17 Uhr – „Ein erster Schritt“

Seddins AG-Vorstand Horst Schubert verschickt eine Rundmail und bringt es darin auf den Punkt:
„Nach 35 Tagen Corona-bedingter Schließung der Golfanlage erfolgte nun der erste Abschlag des Re-Starts. (…) Insgesamt 120 Zweier-Flights sind für den ersten Tag des Re-Opening gebucht. Allerdings: Das Spielen ist mit einer Vielzahl von Auflagen verbunden, um eine weitere Infektionsausbreitung zu vermeiden. Normalität sieht anders aus. Aber es ist immerhin ein erster Schritt – und mit dem beginnt ja bekanntlich auch ein langer Marsch.“

8:57 Uhr – Golf- und Country Club Seddiner See

Nach 35 Tagen wird am Seddiner See wieder Golf gespielt – mit Abstand. Foto: Elke A. Jung Wolff

Die Golfbälle fliegen wieder. Seit 8.00 Uhr läuft ein eingeschränkter Spielbetrieb auf dem Nordplatz und dem Südplatz des Golf- und Country Club Seddiner See. Mit dabei ist auch Ronald Bodenstein, Vizepräsident des Golfverbands Berlin-Brandenburg.

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