Nordvietnam: Ein Golfland erwacht

Nordvietnam: Ein Golfland erwacht

Später als andere asiatischen Staaten, aber dafür mit umso mehr Ehrgeiz und Elan, entwickelt sich Vietnam zu einer ernstzunehmenden Golfdestination. Eine Verdoppelung der Zahl der Anlagen, viele von renommierten Spielern und Architekten entworfen, in den nächsten fünf Jahren garantiert entspannte Runden auf abwechslungsreichen Plätzen mit Weltniveau.

Fotos: Mike Wolff

Kaum ein anderes Land ruft so viele Assoziationen und Bilder im Kopf hervor wie Vietnam. Prägend für weit mehr als eine Generation, egal auf welche Seite des politischen Spektrums, sind die Erinnerungen an Krieg, Flucht der Boat People, Vertragsarbeiter im Osten und die Demonstrationen mit den „Ho-, Ho-, Ho-Chi Minh“-Schlachtrufen auf den Straßen im Westen immer noch allgegenwärtig. Ikonische Fotos und Hollywood-Blockbuster haben das historische Bild des schönen Landes am Mekong jahrelang beeinflusst und verstärkt.
Aber im Land gehören sie der Vergangenheit an. Vietnam ist im Bereich des Golftourismus auf dem Weg des Aufbruchs und der Öffnung jenseits des in Asien leider stark vorhandenen Massentourismus. Die allermeisten Anlagen liegen im nicht preiswerten oberen Segment und bieten allerfeinste, abwechslungsreiche, topgepflegte und von renommierten Golfplatzarchitekten entworfene Plätze, die nicht überlaufen sind.

Willkommen in Hanoi

Der erste Eindruck der Hauptstadt überrascht. So spannend und intensiv, dass die Müdigkeit des Fluges rasch verfliegt. Sie entspricht nicht den Erwartungen an einen sozialistischen Staat. Überall Werbung, in fast jedem Haus ein kleines Geschäft, dazu breite, begrünte Boulevards mit Weltketten und Luxusläden. Sie ist laut, voll, lebendig, voller Betriebsamkeit und immer in Bewegung. Auf die 8,5 Millionen Einwohner kommen vier Millionen Mofas, die zur Hälfte unterwegs, teilweise vollgepackt oder mit ganzen Familien besetzt sind oder eine undurchdringbare Barriere am Straßenrand bilden. Verkehrsregeln scheint es nicht zu geben, dafür Respekt den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber und so entsteht ein wundervolles, kunstvolles Chaos ohne Zusammenstöße. Es herrscht eine Verschmelzung der Widersprüche von sozialistischen Parolen und großen Werbetafeln an Verwaltungsgebäuden, Jugendliche in Pionieruniformen mit ihren weißen Hemden und roten Tüchern passen genauso zur Szenerie wie die Zeichen des kleinen Alltagskapitalismus in den unzähligen Läden und Restaurants.

Hanoi

Kaum ein Durchkommen, aber mit asiatischer Geduld und entspanntem Hupen, kommen die Mofafahrer unfallfrei ans Ziel.

Der Kontrast setzt sich in der vollgestopften Altstadt mit ihren engen Straßen fort. Kleine Geschäfte mit Gütern des täglichen Bedarfs stehen neben Touristenshops mit Ho-Chi-Minh-Devotionalien und Good-Morning-Vietnam-T-Shirts, Neben breit ausladende alten Häuser im französischem Kolonialstil mit begrünten Balkons stehen die sehr schmalen, hohen Häuser die im ganzen Land zu finden sind. Zu jeder Tages- und Nachtzeit laden zahlreiche Galerien, Restaurants und Cafés zum Verweilen und Beobachten ein.

Oase Hoan-Kiem-See

Als Oase in dieser hektischen Stadt dient der Hoan-Kiem-See. In der Mitte des Sees befindet sich eine Insel mit Tempel. Betende Buddhisten zünden ungestört von den Touristen ihre Räucherstäbchen an und legen ihre Opfergaben ab. Abends sind die Ufer des Sees ein Treffpunkt der Jugend und der Liebespaare. Am Wochenende werden die angrenzenden Straßen für den Verkehr gänzlich gesperrt um das Treiben auf der Straße ungestört genießen zu können.

Hoan-Kiem-See

Oase der Ruhe in der lauten und vollen Metropole

Die Fahrt zum ersten Golfplatz auf der Reise gewährt einen ungeschönten, ehrlichen und beeindruckenden Blick auf das ländliche Vietnam. Auf dem Weg zu dem ca. 100 Kilometer südlich der Hauptstadt gelegenen Platz des Trang An Golf & Country Clubs geht es vorbei an Palmen und korrekt geschnittenen Hecken an den Ausfahrtstraßen. Dann entfaltet sich das pittoreske und bekannte Bild des Landes. Reisfelder dominieren, auf denen vereinzelt oder in kleinen Gruppen meist Frauen mit Kegelhüten arbeiten, dazwischen Kühe und Wasserbüffel. Auch hier gibt es, trotz des Platzes, ausschließlich schmale Häuser, die im Erdgeschoss einen Laden oder eine Werkstatt beherbergen. Zwischen den Häusern gibt es einige christliche Kirchen und buddhistische Friedhöfe, die auch schon mal mitten in den Reisfeldern stehen. Die Straße wird enger und mit Kühen geteilt, alte Männer auf Fahrrädern bahnen sich ihren Weg zwischen Bus und Tieren. Kaum zu glauben, dass es hier in der Nähe einen Golfplatz geben soll. Vorbei geht es an den Vorboten der Trockenen Halong Bucht mit fast senkrecht aus dem Boden ragenden steilen Hügeln Richtung Golfplatz.

Trang An Golf & Country Club

Palmen und Wasser – ständige Begleiter auf der Runde

Vor dem modernen und eleganten Clubhaus warten die adrett gekleideten Caddies auf die Gäste. Geschützt gegen die Sonne mit Hüten, Schals über dem Gesicht und Handschuhen um die vornehme Blässe zu erhalten. Leider beschränkt sich ihr Englisch auf das golferisch Notwendigste. 27 Löcher können bespielt werden. Ein 9-Loch-Kurs mit Flutlicht, der die asiatische Antwort auf den berühmten Augusta-Kurzplatz werden möchte und einen offenen, optisch schönen, optimal gepflegten und herausfordernden Meisterschaftsplatz. Es gibt keinen besseren und entspannteren Platz für den Einstieg. Die absolute Ruhe nach der Betriebsamkeit der Großstadt wird nur vom Lachen der Caddies unterbrochen. Gibt ihnen etwa unser Spiel Anlass zur Heiterkeit? Die Parklandanlage, stadionhaft mit Hügeln zwischen den Bahnen, ist sehr großzügig angelegt. Alle Fairways sind wellig, hügelig mit viel Bewegung und von Palmen gesäumt. Carts sind notwendig da es teilweise lange Wege zwischen den Bahnen gibt. Die 90-Grad-Regel hält ein wenig auf, aber voll ist der Platz nie, weil der Privatplatz eines reichen Industriellen nur begrenzt für Greenfeespieler zu bespielen ist. Deswegen sollte unbedingt vorher eine Startzeit vereinbart werden. Obwohl es auf dem nicht allzu langen Platz kein Rough gibt, ist er für alle Spielstärken geeignet und durchaus herausfordernd. Das Semi-Rough besteht aus sehr luftigem Gras und es bedarf einige Schläge der Gewöhnung bis der Ball gut nach vorne bewegt werden kann. Riesenbunker mit blendend weißem Sand, strategisch gut platziert, Seen und Bachverläufe lauern auf jeden nicht ganz perfekt getroffenen Ball. Taktik und asiatische Zurückhaltung wird belohnt. Für das leibliche Wohl wird in drei Hütten, nach der 4, 9 und 12 gesorgt und mit dem abwechslungsreichen Layout der Bahnen macht der Platz einfach Spaß.

Emeralda Resort Ninh Binh

Ein Hauch Luxus in Mitten einer zauberhaften Natur

Die Fahrt zur Anlage ist ein bisschen zu lang für einen Tagesausflug, aber es gibt ein sehr zu empfehlendes Hotel, das Emeralda Resort Ninh Binh, das in unmittelbarer Nähe des Platzes und auf der nächsten Station der Rundreise zur Trockenen Ha Long Bucht liegt. Ein Besuch der Trockenen Halong Bucht überrascht auf zweifacher Art. Erstens ist sie nicht trocken und wird nur so genannt, weil dieser Binnensee mit den steil aus dem Wasser ragenden Bergspitzen keine Verbindung zum Meer und zu der weitaus bekannteren Halong Bucht am Meer hat. Zweitens, weil unerwartet eine Armada an Ruderbooten, hunderte an der Zahl, die Touristen auf Rundfahrten durch die Felsenlandschaft transportieren. Es ist ein erster Vorbote des Massentourismus, allerdings ist alles extrem effizient gelöst. Trotz des Andrangs, ist es möglich zumindest auf der längeren der beiden Touren dieses UNESCO-Weltkulturerbe richtig zu genießen, da sich die Boote gut verteilen. Wie die Gondolieri in Venedig, vorwärts aber mit zwei Rudern und sitzend, steuern die Bootführer gekonnt ihre Ruderboote über den See und durch bis zu 250 Meter langen und teilweise nur ein Meter hohen mit Stalaktiten belegten Tunneln. Es ist ein unglaubliches Erlebnis.

Trockene Ha Long Bucht

Tempel, Wasser und Berge – Beruhrigung für die Seele

Hier werden die Hektik der Großstadt und die verpassten Chancen der letzten Runde schnell vergessen. Eine Einkehr bei einem der vielen Tempeln verstärkt dieses Gefühl der Ausgeglichenheit. Diese Ruhe herrscht auch in der nicht weit entfernten, beeindruckenden Bai Dinh Pagode. Drei acht Meter hohe Buddha-Statuen aus Gold, mit strengem Blick, beherrschen den Raum, eine Ansicht, die lange im Gedächtnis bleibt. Als Kontrast sitzt vor dem Gotteshaus eine fröhliche, lachende Buddha-Figur, die als Fotomotiv vor allem bei Kindern große Beliebtheit genießt.

Bai Dinh Pagode

Das beliebteste Fotomotiv der Pagode

In Thanh Hoa, südöstlich der Hauptstadt, an der Küste gelegen, befindet sich der zweite Platz der Reise – der FLC Golf Links Sam Son. Hier zeigt sich, dass Vietnam auf Qualität setzt. Ein Resortplatz mit einem Palast als Clubhouse, vielleicht nur mit dem arabischen Raum vergleichbar. Beim Architekten wurde auch nicht gespart, denn der Platz stammt aus der Feder von Golflegende Jack Nicklaus. Und es ist ein typischer Nicklaus geworden. Breit, fehlerverzeihend und offen mit den markanten großen blumenblättrigen weißen Bunkern. Die Bahnen sind perfekt manikürt und auch hier gibt es kein Rough. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber nur temporär, sind die entlang sämtlicher Löcher als Wasserhindernisse angelegten Buschlandschaften. Der Platz ist sehr neu und die Pflanzen noch nicht eingewachsen. Jetzt muss man hier einen Strafschlag notieren, später soll von herausgespielt werden können, wenn die breiten Fairways verfehlt werden. Ob das die bessere Lösung ist, darf bezweifelt werden. In jedem Falle ist präzises Apiel beim Anspielen der Fahnen gefragt. Der Meister hat hier große False Fronts und Fall Off Areas bauen lassen. Die Grüns sind eher flach, haben aber interessante, zarte Ondulierungen, die dafür sorgen, dass es keinen geraden Putt auf der Runde gibt. Für Entspannung auf einer Urlaubsrunde sorgt allerdings ein 80 Zentimeter großer Kreis ums Loch. Befindet sich der Ball innerhalb dieser Markierung gilt er als mit nächstem Schlag eingelocht. Muss selbstverständlich nicht befolgt werden, wenn um die Abenddrinks gespielt wird, aber eine witzige Idee! Die Vegetation hat nicht sehr viel Abwechslung, aber das Layout ist durchaus so, dass die Löcher in Erinnerung bleiben. In Erinnerung bleibt definitiv auch der Chor von „Fore“-Rufern: Alle Caddies, die bei jedem verschlagenen Ball gemeinsam auch dann schreien, wenn es nicht so ganz von Nöten ist. Auch hier ist das Spiel mit Carts (mit 90-Grad-Regel) und Caddies vorgeschrieben, was ein wenig störend für Spielfluss und Kommunikation auf der Runde ist. Als einzige ist diese Anlage übrigens durch die GPS-Golfuhren abgedeckt.

FLC Golf Links Sam Son

Viel Wasser im Spiel bedeutet viele Bälle im Bag.

Von Thanh Hoa geht es zum nächsten kulturellen Höhepunkt der Reise. Dafür ist allerdings eine sechsstündige Reise notwendig, aber es ist eine, die sich lohnt. Widersprüchlicher könnte aber der Ausgangsort zum UNESCO-Weltkulturerbe Halong Bucht kaum sein. Um die massenhaft auftretenden Touristen vor und nach der Bootsfahrt zu unterhalten, wurde ein riesiger Vergnügungspark errichtet. Bunt, grell und laut mit Technobeats aus den Lautsprechern der zahlreichen Cafés, Clubs und Bars in der Hauptstraße. Hostels mit Billigangeboten und Freibier locken Rucksacktouristen vor allem aus Australien. Existierte hier vor zehn bis 20 Jahren noch eine beschauliche Stadt, herrscht jetzt Kommerz statt Kultur Hier ist die Neuzeit so richtig angekommen. Sogar die Parteiplakate mit Parolen haben eine Werbefläche. Nicht so laut, aber schon relativ voll geht es auch im Hafen und auf dem Weg in die Bucht zu. Zahlreiche kleine Boote mit Tagesausflügler und nicht weniger große, die Gäste auf zwei- oder mehrtägige Rundfahrten durch die Bucht führen, trüben anfänglich den Eindruck des Naturschauspiels. Drei Stellen werden von allen Schiffen angefahren und auch hier ist die Natur fast nur Hintergrund für zahlreiche Selfies. Auch nach 425 Stufen zu einem Aussichtspunkt über dem einzigen Badestrand, mit einem atemberaubenden Blick über die Umgebung, drehen sich viele Touristen mit dem Rücken zur Bucht, um nur ja selber auf dem Foto zu sein. Ähnlich geht es bei der Salzgrotte zu. 500 Meter tief und bis zu 20 Meter hoch geht sie in den Berg hinein mit zahllosen Stelaktiten und Stelakmiten, geschmackvoll farbig angestrahlt. Auch hier halten nur weiniger Besucher inne und bewundern diese Naturkathedrale. Beim Kayakausflug zur Durchfahrung der Luon-Hölle mit Besichtigung der frei lebenden Affen finden sich aber nicht alle ein und die Natur steht durchaus im Mittelpunkt.

Ha Long Bucht

Im Moment der Ruhe ein erhabenes Erlebnis

Mit der Zeit, kann man sich lösen von den anderen Schiffen. Es gibt Bereiche in der Bucht und an Bord um alleine zu sein und alles auf sich wirken zu lassen. Am Abend, wenn viele Tagesausflügler zum Hafen zurückkehren, die Sonne langsam untergeht und das Licht sich verändert ist die Atmosphäre magisch, emotional und überwältigend. Diese unendlich vielen, steil aus dem Meer ragenden Felsen, sind fast zum Greifen nah. Wer denkt da an Golf und den gestrigen verschobenen Birdieputt am 12. Loch oder war es am 13.? Ratsam ist es am nächsten Morgen früh aufzustehen. Zu sehen wie die Bergspitzen aus der Dunkelheit erscheinen, ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Ein erhabenes Gefühl der Glückseligkeit wird an Bord durch das stille morgendliche Yoga in der Gruppe erreicht. Diese Reise ist trotz allem ein Muss.

Morgentlisches Yoga an Bord

Auch am nächsten Tag genießen wir die Aussicht auf die Bucht. Dieses Mal aber während einer Golfrunde auf dem Platz des FLC Ha Long Bay Golf Clubs. Es mutet etwas ungewöhnlich an, dass es hier ein identisches Clubhaus (Palast) wie auf dem letzten Platz der FLC Gruppe gibt. Eine weitere Überraschung ist der Platz selber, wegen seiner Steilheit ist ein Cart absolut notwendig. Zusammen mit dem Caddie geht es hier aber über die Fairways. Die Bahnen sind spannend, sportlich und herausfordernd angelegt und passen sich der Topografie optimal an, was zu vielen Doglegs und blinden Schlägen führt. Nur zwei Bahnen sind überhaupt einigermaßen flach und gleich am ersten Loch gibt es eine Vorahnung, was einem bevorsteht. Ein kurzes Par 4 mit 40 Metern Höhenunterschied zwischen Abschlag und Landezone. Nichts im Vergleich zu Loch 14, Par 5, ganze 525 Meter bergab mit 100 Metern Höhenunterschied zwischen Tee-Box und Grün. Beim Blick zurück sieht die Bahn aus wie eine Skipiste.

FLC Ha Long Bay Golf Club

Ein Loch wie eine Skipiste, mit präpariertem Sand

Dieser Platz ist relativ neu und noch nicht komplett angewachsen und wie beim ersten Platz der Gruppe sind die Fairways beidseitig als Wasserhindernis markiert. Das ist bloße Theorie, denn in den tiefen Schluchten ist der Ball kaum auffindbar. Entlang der Bahnen werden noch Häuser gebaut, aber der Baulärm stört nur zwischen den Löchern 8 und 9. Herausragend sind zwei Par 3s, die Bahnen 8 und 12, beide mit Blick auf die Bucht. Vor allem Loch 12, nur 95 Meter lang – aber wer schaut da schon auf das Grün? Alleine für diesen Blick lohnt sich die Reise nach Vietnam.

BRG Ruby Tree Golf Resort

Golf spielen in einem botanischen Garten

Eine Erholung nach dem Vortag bietet das BRG Ruby Tree Golf Resort in der Nähe der Industriestadt Hai Phong, die drittgrößte Stadt des Landes. Das Motto der Anlage „Best Golf Walk in Vietnam“ ist eine durchaus zutreffende Beschreibung. Wie in einem botanischen Garten werden die flachen, breiten Fairways von Blumenbeeten, Büschen und Bäumen gesäumt. Überall ist Wasser, das aber kaum ins Spiel kommt und eher als parallele Begleitung zu der wohligen Atmosphäre auf dem Platz beiträgt. Die Schönheit der Bahnen darf nicht vom Versuch ablenken, mit einem anständigen Score über die Runde zu kommen. Der nicht allzu lange Platz mit einigen kurzen Par 4s muss mit Bedacht und Überlegung gespielt werden. Die Grüns sind gut durch Bunker verteidigt und Zurückhaltung beim Anspielen lohnt sich oft. Easy Bogey, hard Par ist das Fazit nach der Runde, die wirklich Spaß macht. Nach so viel Cartfahren, ist der Spaziergang auf der nicht stark frequentierten Anlage ein reines Vergnügen.

Immer gut gelaunt und uniformiert: die Caddies

Dieser, wie auch der letzte Platz stammt ebenfalls aus dem Architekturbüro von Jack Nicklaus, der überall im Land des ehemaligen Kriegsgegners Anlagen entworfen hat. Das BRG Legend Hill Golf Resort ist extrem ungewöhnlich, vielleicht sogar einmalig. Jede Bahn hat zwei unabhängig voneinander und bis zu 60 Meter seitlich versetzte Grüns. Die Bahnen spielen sich gänzlich unterschiedlich und ermöglichen auf einer Anlage eine Vielzahl an Variationen. Eine brillante Idee. Aber nicht nur das ist auf dem Platz einzigartig. Zwar sind die Fairways aufgrund der zwei Grüns sehr breit und haben ein Nicklaus-Gefühl, dafür sind die berühmten großen Fairwaybunker auch gleich doppelt vertreten. Es ist ratsam ein paar Bälle mehr einzupacken, da Wasser nicht nur an jedem Loch vorhanden ist, sondern auch ins Spiel kommt. Vor allem an dem Signature Hole, einem nach rechts führenden, an einen großen See grenzenden Par-5-Dogleg und dem atemlos machenden Par 3 an Loch 15. Die Zehn auf einem Abhang gebaut mit übereinanderliegenden Bunkern, oder die Elf, ein Par 3, bei dem es 140 Meter über Wasser auf ein Inselgrün geht. Abwechslungsreicher, spannender und herausfordernder geht es nicht. Und als Bonbon obendrauf ist der Platz noch perfekt gepflegt und mit vielen Steinen, Seen und Wasserläufen auch hübsch anzusehen.

BRG Legend Hill Golf Resort

Nachtgolf – ein besonderes Erlebnis

Bis auf den Tran An Platz sind alle Anlagen auch nachts zu bespielen. Es ist eine besondere Erfahrung unter Fluchtlicht Golf zu spielen. Dabei wird mehr Zurückhaltung gefordert, denn nur die Fairways und Grüns sind ausreichend beleuchtet und Bälle im Rough sind kaum auffindbar.

Wer nach Vietnam fährt, sollte niemals nur Golfurlaub in einem geschlossenen Resort am Strand machen. Dafür bietet das Land zu viel Geschichte, Landschaft, Kultur und exzellente Kulinarik. Im Land gibt es im Augenblick ca. 40 Plätze, in den nächsten fünf Jahren sollen noch weitere 50 hinzukommen. Hoffentlich alle mit der hervorragenden Qualität der bestehenden Anlagen. Bei Greenfees zwischen 80 und 200 Euro ist Golf in Vietnam nicht preiswert, dafür ohne Hektik oder Sechser-Flights, aber mit einer Vielzahl abwechslungsreicher und perfekt präparierter Anlagen.

Reise-Infos Vietnam

Die beste Reisezeit für den Norden ist zwischen Oktober und März. So lässt sich die Saison verlängern oder die neue Saison früher beginnen. Geld sollte besser im Land getauscht werden, da der Kurs in Vietnam deutlich günstiger ist. Das geht in jedem Hotel oder ist oft sogar gebührenfrei mit EC-Karte am Automaten möglich. Wer Kosten beim Flug sparen und nicht nur in den Norden des Landes fahren möchte, sollte sich gegen den Strom der Touristen bewegen, also die Reise im Süden in Saigon beginnen, dann in Da Nang einen Badeurlaub genießen und von Hanoi aus zurückfliegen. Es gibt überall gute Golfplätze.
Vietnam Airlines bietet neunmal in der Woche Flüge ab Frankfurt am Main an und will künftig auch ab Berlin fliegen, wenn der Flughafen BER endlich eröffnet wird.

Diese Reise wurde von Vietnam Airlines unterstützt.  www.vietnamairlines.com