Paul Archbold gewinnt Golflehrer-Meisterschaft

Paul Archbold gewinnt Golflehrer-Meisterschaft
Der dritte Sieg des Jahres: Paul Archbold vom Golf- und Country Club Seddiner See ist der Gewinner der PGA Teachers Championship 2019. Foto: PGA of Germany/Michael Fahrig

Seddins Director of Golf Paul Archbold ist der spielstärkste Golflehrer Deutschlands. Bei der PGA Teachers Championship in WINSTONgolf siegte der 51-Jährige mit fünf Schlägen Vorsprung. Nach nun drei Turniersiegen in 2019 liebäugelt Archbold mehr denn je mit der Tour.

Der gebürtige Australier und Golflehrer des Golf- und Country Club Seddiner See hatte im Juni bereits Deutschlands PGA Seniors Championship gewonnen und auch eines der Qualifikationsturniere für die Senior Open Championship. Beim Majorturnier im traditionsreichen Royal Lytham & St Annes Golf Club Ende Juli wurde Paul Archbold dann geteilter 46. – schlaggleich mit Ryder-Cup-Captain Paul McGinley. Da war das Jahr 2019 für den Teaching-Pro bereits ein sehr erfolgreiches.

Vor der PGA Teachers Championship in WINSTONgolf hatte Archbold die Erwartungen allerdings gedämpft. Eine Fußverletzung habe ihn in den sechs Wochen vor dem Turnier in seinem Training deutlich eingeschränkt, sagte er. Großen Einfluss schien das im mecklenburgischen Vorbeck aber nicht auf sein Spiel zu haben. Bei Wind und Regen spielte Archbold auf dem sehr anspruchsvollen WINSTONlinks eine Par-Runde und lag damit nur zwei Schläge hinter dem Führenden Roger Gallagher aus Schottland. Wohlgemerkt bei den Herren und nicht im kleineren und vermeintlich leichteren Teilnehmerfeld der Senioren, bei denen der Seddiner mit seinen 51 Jahren auch hätte starten können.

Paul Archbold mag es, wenn der Wind bläst – damit ist er im australischen Perth aufgewachsen. Foto: PGA of Germany/Michael Fahrig

An Tag zwei auf dem WINSTONopen gehörte Archbold mit seiner bogeyfreien 69er-Runde (3 unter Par) zu den Tagesbesten und setzte sich allein an die Spitze des 96 Spieler zählenden Leaderboards. Für das Finale ging es am dritten Tag wieder auf den WINSTONlinks, wo Archbold im letzten Flight an der Seite des ehemaligen European-Tour-Spielers Thomas Gögele und des Challenge-Tour-Veteranen Dennis Küpper aufteete. „Der Wind war am Schlusstag sehr stark, aber ich bin im australischen Perth aufgewachsen, einer der windigsten Städte der Welt“, erklärt Archbold. Er komme mit diesen Bedingungen gut klar, möge sie sogar – weil Konkurrenten sich damit eher schwertäten.

Stiller Genuss in Runde drei

Von der lockeren Klassentreffen-Atmosphäre der ersten beiden Tage, an denen sich der Seddiner Golflehrer auf der Runde noch ausgiebig mit Flightpartner Christoph Günther unterhalten hatte, war in Runde drei nichts mehr zu sehen. Mit der Aussicht auf den Titel und das Preisgeld von 5000 Euro kehrte plötzlich Ruhe ein unter den Konkurrenten. „Ich hätte mit den Jungs auch geredet, wenn ihnen danach gewesen wäre“, sagt Archbold und lacht.

Es wäre also nicht falsch, von einem stillen Genuss zu sprechen, mit dem er den Linksplatz bewältigte: Nach 13 gespielten Löchern lag Archbold vier Schläge unter Par für den Tag und fünf Schläge in Führung. Ein Bogey und ein Doppelbogey, die dann folgten, machten das Rennen aber kurz noch einmal spannend. Mit einem abschließenden Birdie zur 70 stellte Archbold den beeindruckenden Abstand von fünf Schlägen letztlich wieder her – und den Titelgewinn sicher. Den zweiten Platz teilten sich Marcel Haremza und Thomas Gögele (hier geht es zum Leaderboard).

Ein Sponsor für das Abenteuer Staysure Tour?

„Ich denke inzwischen, dass ich vielleicht doch im Februar in Portugal die Qualifying-School für die Senioren-Tour spielen sollte“, erzählt Archbold auf der Fahrt zurück nach Berlin, die jüngste Trophäe neben sich auf dem Beifahrersitz. Seine drei Turniersiege in diesem Jahr habe er jeweils mit Ergebnissen unter Par erreicht. Ein Score, mit dem er auch bei der Q-School erfolgreich sein könnte und damit auf der sogenannten Staysure Tour spielberechtigt wäre.

Die sportliche Herausforderung, das Preisgeld – beides sind Verlockungen. „Aber ohne die Unterstützung durch einen Sponsor wäre das nicht zu machen“, sagt Archbold, der Vater von drei Söhnen ist. Nun hofft der Golflehrer erst einmal, dass der große Silberpokal einen würdigen Platz im Clubhaus des Golf- und Country Club Seddiner See bekommt. Ende November geht es dann für Archbold nach Miami zu einem ProAm in Doral. Bei seiner Erfolgsquote in diesem Jahr käme ein Erfolg selbst dort nicht mehr überraschend.

Lesen Sie auch:
Paul Archbold ist PGA Seniors Champion 2019
Sorge um den Ryder Cup: Seddins Ehrenpräsident schreibt Boris Johnson