Welches Equipment muss mit auf Golfreise?

Welches Equipment muss mit auf Golfreise?
Ich packe meinen Koffer: Ein leichtes Bag, ein stabiles Travelcover, Bälle, Handschuhe, Tees, vielleicht einen Sonnenhut und unbedingt ein Backbone – das sollte mit auf Golfreise. Foto: Mike Wolff

Vor jedem Golfurlaub die gleiche Frage: Die eigenen Schläger mitnehmen oder vor Ort ein Bag leihen? Beides hat Vor- und Nachteile. Welche und was man unbedingt mitnehmen sollte, erklärt Materialexperte Denis Hohmann von Hohmann Golf in Berlin.

„Die Preise für das Befördern von Golfgepäck sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen“, ist Denis Hohmanns Beobachtung. 100 oder gar 150 Euro dafür, dass man seine eigenen Schläger auch auf Mauritius, in Myrtle Beach oder Belek nutzen kann. „Das ist schon ein Wort“, findet Hohmann. Wer Golf als ein entspannendes Hobby betrachte und mehr auf die Schönheit der Plätze als auf den Score schaue, dem empfiehlt der Materialexperte, die eigenen Schläger zuhause zu lassen.

„Im Golfurlaub kaufe ich mir ein Birdiebook, davon habe ich eine ganze Sammlung zuhause“, sagt Materialfachmann Denis Hohmann. Foto: Mike Wolff

Viele Flughäfen böten Leihschläger an, Golfresorts sowieso. Das steigere den Komfort der Reise. Ein weiterer Vorteil für Hohmann: Gute Golfresorts unterhielten oft Partnerschaften mit Schlägerherstellern wie Taylor Made oder Callaway und verliehen daher stets das neueste Equipment. „Für die meisten Golfer bedeutet das ein Upgrade und eine tolle Gelegenheit, das neueste Material auf Herz und Nieren zu prüfen“, sagt der Fitting-Experte. Wer ohnehin mit dem Gedanken spiele, seine alten Schläger zu ersetzen, für den gebe es nichts Besseres als ein zwangloses Kennenlernen über drei, vier Runden.

Grundsätzlich die Schäfte kontrollieren

Hohmann, der selbst einige Jahre in der Ersten Bundesliga gespielt hat, macht aber keinen Hehl daraus, dass er seine Schläger auf Reisen immer im Gepäck hat. „Ich nehme meist ein leichtes Carrybag und 14 Schläger mit, dazu meinen Golflaser, ein Dutzend Bälle, Tees und einen Handschuh“, berichtet Hohmann. Wer ohne Schläger reise, solle dieses kleine Equipment, zum dem auch die Golfschuhe zählten, unbedingt mitnehmen. „Wer sich vor Ort im Pro-Shop noch eindecken muss, wundert sich oft über die gepfefferten Preise“, betont der 37-jährige Berliner. „Im Golfurlaub kaufe ich mir nur ein Birdiebook, davon habe ich zuhause eine große Sammlung.“

Wichtig beim Transport von Golfschlägern sei die Qualität des Travelcovers – die Reißfestigkeit des Stoffes, die Polsterung. „Wenn man manchmal sieht, wie das Flughafenpersonal mit dem Golfgepäck umgeht, kriegt man einen Schreck“, sagt Hohmann. Deshalb empfehle er grundsätzlich, die Schäfte zu kontrollieren, sobald man das Travelcover an der Gepäckausgabe bekommt. Wie anfällig das Travelcover ist, hängt unweigerlich vom Golfbag ab, das sich im Inneren befindet. Ein Cartbag ist stabiler als ein Standbag.

Handtücher zwischen die Schlägerköpfe

In jedem Fall rät der Materialfachmann zu einem sogenannten Backbone – einer teleskopierbaren Verstärkung, die dem Golfgepäck mehr Stabilität verleiht und Stöße auf die Schlägerköpfe puffert. „Ein guter Trick ist auch, ein oder zwei Handtücher zwischen die Schlägerköpfe zu fädeln und in die Seitentaschen des Bags ein paar Klamotten zu stopfen“, verrät Hohmann.

Dass all die Vorsicht nicht übertrieben ist, bekommt Denis Hohmann regelmäßig zu Gesicht: Für Airlines begutachtet Hohmann Golf kaputte Golfschläger. Handelt es sich wirklich um einen Transportschaden? Oder spekuliert jemand auf einen neuen Driver und hat den alten kurz vor dem Rückflug noch über dem Knie in zwei geteilt? „Die Airlines sind meist sehr kulant, verlangen aber einen Kaufnachweis und erstatten nie den Neupreis, sondern den Zeitwert oder je nach Möglichkeit die Reparatur“, weiß Hohmann.

Zur Person: Denis Hohmann (37) spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Golf. Als Fitting- und Materialexperte berät er bei Hohmann Golf täglich Golferinnen und Golfer auf der Suche nach dem passenden Equipment. Der gebürtige Charlottenburger war Berliner Meister, hat für den Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee in der Bundesliga gespielt und teet mittlerweile für die Jungsenioren des Golf- und Country Club Seddiner See e.V. auf.

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