Gustav Ordel: 62er-Runde mit erst 15 Jahren

Gustav Ordel: 62er-Runde mit erst 15 Jahren
Gustav Ordel spielt für den Berliner Golfclub Stolper Heide und besucht die Jason Floyd Golf Academy im spanischen Sotogrande. Foto: Privat

Der Westside Platz des Golfpark Schloss Wilkendorf hat einen neuen Platzrekord. Mit 62 Schlägen pulverisierte Gustav Ordel vom Berliner Golfclub Stolper Heide die bisherige Bestmarke 65 von Teamkamerad Falko Hanisch – und das mit gerade einmal 15 Jahren.

Hanisch gehörte zu den ersten Gratulanten. „Er hat mich angerufen und sich erkundigt, ob ich tatsächlich seinen Rekord von 65 Schlägen unterboten hätte“, berichtet Gustav Ordel. Hatte er. Mit neun Birdies, einem Eagle und, ja, sogar einem Bogey. „Falko hat sich für mich gefreut“, sagt Ordel, der sich seinerseits über die Anerkennung freute, „von so einem tollen Spieler wie Falko“.

Für den 15-jährigen Ordel aus Teschendorf bei Oranienburg war es die bisher beste Runde seiner noch jungen Karriere. Die begann – zur Freude seines Vaters und seines Opas – mit neun Jahren im Berliner Golfclub Stolper Heide bei Trainer Gregor Tilch. „Der hat mir alles gezeigt, was ich als Golfer kann“, weiß Ordel zu schätzen. Seit bald einem Jahr lebt er allerdings im südspanischen Sotogrande, besucht dort die Jason Floyd Golf Academy und die Sotogrande International School. Von den optimalen Trainingsbedingungen, auch im Winter, verspricht sich Ordel größere Fortschritte. „Ich will später auf ein gutes College in den USA und anschließend auf die US PGA Tour“, sagt er schon jetzt.

Neun Birdies, ein Bogey und ein Eagle zum Abschluss spielte Gustav Ordel auf dem Wilkendorfer Westside Platz. Foto: Privat

Neben Ordels großer Bestimmtheit mit erst 15 Jahren beeindruckt auch seine Schlägerkopfgeschwindigkeit: 124 Meilen mit dem Driver, seinem Lieblingsschläger. 300 Meter Länge vom Tee sind für den 1,78 Meter großen Schüler keine Seltenheit. Für die 156 Meter lange fünfte Bahn des Wilkendorfer Westside Platzes griff er zum 9er(!)-Eisen und legte den Ball damit bis auf einen Meter ans Loch. „Der gehörte zu den besten meiner 62 Schläge“, findet Ordel. Genauso wie der zweite Schlag am folgenden Loch, einem 322 Meter langen Par 4, den er sogar bis auf 30 Zentimeter an die Fahne heranspielte. Das vierte Birdie in Folge war da nur noch Formsache.

Ordels Rekord war bis dahin eine 68er-Runde

„Als ich nach zwölf Löchern sieben Schläge unter Par lag, kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass die Runde etwas ganz Besonderes werden könnte“, erinnert sich Ordel. Seine Bestleistung sei bis dato vier unter Par für 18 Löcher gewesen. Während viele Golfer beim Gewahrwerden sich anbahnender Höchstleistungen verkrampfen und einbrechen, ließ Ordel auf den Löchern 13 und 14 weitere Birdies folgen. Nach 16 Bahnen lag er neun Schläge unter Par.

Der Westside Platz des Golfparks Schloss Wilkendorf. Foto: GP Schloss Wilkendorf

„Auf der 17 ist mein Abschlag im Semi-Rough gelandet, nur 60 Meter von der Fahne entfernt, aber die konnte ich leider von dort aus nicht sehen, weil ein Busch mir die Sicht versperrt hat“, schildert Ordel die Lage. Sein Pitch sei ein „Flyer“ geworden und hinterm Grün gelandet. „Der Chip war dann auch nicht so toll und durch einen ausgelippten Vier-Meter-Putt musste ich ein Bogey notieren“, erzählt er. Was dann folgte, nennt man im Sport „Bounce Back Qualitäten“, in der Musik einen Paukenschlag und im Golf ein Eagle. Auf dem kurzen Par 5 zum Abschluss der Runde hatte Ordel seinen Drive wieder rund 300 Meter weit geschlagen, so dass 130 Meter bis zur Fahne blieben und er nur noch einen Eisenschlag und einen Putt benötigte.

„Gustav weiß, wieviel Potenzial er hat – und kann es auch abrufen“

Gustav Ordel. Foto Privat

Ordels Handicap verbesserte sich durch die 62er-Runde von 0,0 auf +0,8 – auch das ist für ihn ein neuer Bestwert. Das Turnier in Wilkendorf, genauer gesagt das Regionalfinale der Mannschaftsmeisterschaft Jungen AK16, gewann er sowohl in der Einzelwertung als auch mit dem Team des Berliner Golfclub Stolper Heide. Am ersten Tag hatte Ordel mit Luis Finn Büch zusammen eine -1 im klassischen Vierer gespielt. „Wenn man mit 15 Jahren eine 62er-Runde spielt, hat man vieles richtig gemacht“, lobt Trainer Gregor Tilch. „Gustav weiß, wieviel Potenzial er hat und dass er es auch abrufen kann.“ Er sei auf dem richtigen Weg.

Gustav Ordels Weg führt am 14. September zunächst wieder nach Südspanien. Vorher wird er noch die Clubmeisterschaften in Stolper Heide sowie die Deutsche Meisterschaft der AK16 spielen. Bei beidem dürfte er spätestens seit seiner Glanzleistung in Wilkendorf zum Favoritenkreis zählen.

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