Brandenburg erlaubt Golfspielen explizit

Brandenburg erlaubt Golfspielen explizit
Freie Bahn ab Montag: Der Golfclub Gross Kienitz darf nach der neuen Eindämmungsverordnung voraussichtlich wieder öffnen. Foto: Wolfgang Weber

Schluss mit der Zwangsschließung von Golfanlagen in Teltow-Fläming: Nach Tagesspiegel-Informationen gestattet Brandenburgs neue Eindämmungsverordnung ab kommenden Montag einen Spielbetrieb mit Viererflights. Gross Kienitz, Großbeeren und Mahlow könnten dann wieder öffnen.

Die Veröffentlichung der siebten Corona-Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg ist für Samstag, elf Uhr, vorgesehen. Nach Tagesspiegel-Informationen nennt diese neue Verordnung Golfanlagen erstmals explizit. Demnach haben die Betreiber von Montag an ein Recht auf uneingeschränkten Spielbetrieb, sofern sie sicherstellen, dass „den einzelnen Personengruppen eine Mindestfläche von 800 Quadratmetern zur Sportausübung zur alleinigen Nutzung zugewiesen wird“. Im Falle eines 25 Meter breiten Fairways entspricht das einem Mindestabstand von 32 Metern zwischen zwei Flights. Ein Maß, das im Golf ganz automatisch um ein Vielfaches übertroffen wird. Die Nutzung „weitläufiger Sportanlagen“, wie sie in der Verordnung genannt werden, ist offenbar auch nicht abhängig von den Inzidenzwerten.

Vier Spieler aus zwei Haushalten möglich

„Wenn es so kommt, dann wird das morgen ein guter Tag für den Menschenverstand“, freut sich Max Fränkle. Die guten Aussichten aus Potsdam feierte der Präsident des Golfclub Gross Kienitz am Freitagmittag gleich mit einer – wenn auch einsamen – Runde Golf auf seiner Anlage. Die Verordnung gestattet voraussichtlich sogar den Spielbetrieb in Viererflights.

Bei aller Vorfreude ärgert sich Fränkle noch sehr über die de facto Zwangsschließung seiner 130 Hektar großen Anlage durch den Landkreis Teltow-Fläming. Der Kreis hatte seit Ende Januar höchstens zwei Golfer pro Golfanlage gestattet und damit die drei Golfplätze in Gross Kienitz, Großbeeren und Mahlow de facto zur Zwangsschließung gezwungen – unter Androhung von Bußgeldern.

„Fünf Wochen Schwachsinn“

„Hinter uns liegen fünf Wochen Schwachsinn und davon zweieinhalb Wochen, in denen wir juristisch vor dem Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht gekämpft haben, nur um nun genau dieselbe Situation zu erlangen, die wir hatten, als vor fünf Wochen plötzlich das Ordnungsamt auftauchte und uns aufforderte, die Menschen vom Golfplatz herunterzuholen“, sagt Fränkle. Der Zwangsstillstand habe den Club „viele Tausend Euro“ gekostet.

Die Aussicht auf Planungssicherheit sorgte am Freitag auch auf der GolfRange Berlin-Großbeeren für Zufriedenheit: „Wenn sich das so bewahrheitet, wie es jetzt scheint, dann wird man bei uns ab Samstag die Startzeiten für Montag buchen können“, so Manager Sven Geißler. Agnes Verpeleti, Betreiberin des Golf Club Mahlow, sagte: „Es ist schön, wenn der Spuk endlich ein Ende hat.“ In den vergangenen Wochen habe sie auf bewusst sanfte Art um ein Gespräch mit Teltow-Flämings Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) gebeten. Aus Verzweiflung über eine ausbleibende Antwort habe sie ihre Anfragen alle zwei Tage wiederholt, mal per E-Mail, mal telefonisch. „Ich habe immer mehr das Gefühl, diese Landrätin gibt es gar nicht“, sagt Verpeleti. „Nach dem, was wir in den vergangenen Wochen alles unternommen haben, liegen unsere Nerven blank.“ Sie sei froh, wenn ab Montag wieder ein Stückweit Normalität in ihr Leben kehre.