„Tigers Masters-Erfolg macht Golf einzigartig“

„Tigers Masters-Erfolg macht Golf einzigartig“
Er kann es noch: Tiger Woods jubelt über seinen Sieg beim Masters 2019. Foto: David J. Phillip/AP/dpa

Viele hatten ihn abgeschrieben – jetzt ist er zurück. Tiger Woods zeigt mit seinem Sieg beim Masters in Augusta, dass mit ihm noch immer zu rechnen ist. Stimmen und Einschätzungen zu Woods‘ 15. Majortitel von den Golfpros Sven Strüver, Gregor Tilch und Paul Archbold.

Sven Strüver, Headpro Golf & Country Club Fleesensee:

Sven Strüver, Golfpro Fleesensee
Sven Strüver vom GCC Fleesensee. Foto: PROMO

„Der Sieg von Tiger Woods beim Masters ist grandios und beeindruckend. Ich habe ihm das zugetraut, weil er schon im vergangenen Jahr seine Schläger wieder richtig gut geschwungen hat. Hiftreich war sicher der Sieg bei der Tour Championship 2018, der ihm die Überzeugung und das Selbstvertrauen gegeben hat, noch gewinnen zu können. Jetzt beim Masters erinnerte Tiger mich fast an seine beste Zeit rund um das Jahr 2000. Dass man beim Golf mit 43 Jahren oder älter noch ganz oben stehen kann, macht diesen Sport einzigartig. Schöner wäre nur noch gewesen, wenn Tiger am Sonntag eine 64 gespielt hätte. So bleibt zumindest für Francesco Molinari der bittere Beigeschmack, dass ihn zwei Fehler auf 72 Löchern den Sieg gekostet haben.“

Gregor Tilch, Headpro Berliner Golfclub Stolper Heide:

Gregor Tilch vom Berliner Golf Club Stolper Heide
Gregor Tilch vom Berliner Golf Club Stolper Heide. Foto: Mike Wolff

„Tigers Comeback ist für viele Menschen sicher sehr inspirierend. Zunächst muss man aber mal sagen, dass das Masters an sich eine riesige Werbeveranstaltung für den Golfsport war. Anders als in der Formel 1 oder der Fußball-Bundesliga hatten am Ende fünf, sechs Spieler die Möglichkeit zu gewinnen. Es wäre hart zu behaupten, dass Tiger nur wegen der Fehler der anderen gewonnen hätte. Klar, Francesco Molinari, Brooks Koepka, Tony Finau und Ian Poulter haben auf dem zwölften Loch ins Wasser geschlagen und dadurch Schläge verloren. Aber ich würde sagen, dass Tiger das Masters eher gewonnen hat, als dass die anderen es verloren hätten. Sein Eisenspiel war wahnsinnig gut, und das hat viel Druck auf seine Gegner ausgeübt. Dass Tiger dann am Ende unter Druck bestehen kann, hat er in seiner fantastischen Karriere so oft gezeigt wie kaum ein anderer. Spielern wie Patrick Cantlay und Xander Schauffele, die auch eine Chance auf den Sieg hatten, ist das im entscheidenden Moment nicht gelungen.

Paul Archbold, Headpro Golf- und Country Club Seddiner See:

Paul Archbold vom GCC Seddiner See. Foto: PROMO

„Tiger hat sich nie für diejenigen interessiert, die nicht mehr an ihn geglaubt haben. Jetzt steht fest: Seine Geschichte geht weiter. Der Schlüsselmoment ereignete sich aus meiner Sicht an der 12. Bahn, wo Tony Finau und Francesco Molinari ins Wasser hauen. Jack Nicklaus hat immer gesagt: Wenn die Fahne rechts steht, darf man sie nicht direkt anspielen, sondern muss über den Bunker schlagen. Das hat Tiger getan. Der Sieg beim Masters kann nur gut sein für Golf, weil nicht nur Golfern, sondern auch andere Menschen in aller Welt von dieser besonderen Geschichte erfahren. Ich sehe auch gute Chancen, dass Tiger noch weitere Major-Turniere gewinnt. Die PGA Championship 2019 zum Beispiel findet in Bethpage Black statt – ein Platz wie gemacht für Tiger. Ich glaube, dass er noch mindestens zehn Jahre oben mitspielen kann, wenn sein Körper es mitmacht.“

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