Seddiner Umweltprojekt gewinnt Monatspreis

Seddiner Umweltprojekt gewinnt Monatspreis
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die Biologische Vielfalt erklärt und rufen damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Foto: UN-Dekade Biologische Vielfalt

Das umfangreiche Flora- und Fauna-Gutachten des Golf- und Country Club Seddiner See ist im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt zum Projekt des Monats November gewählt worden. Auch für den DGV-Innovationspreis liegen die Brandenburger gut im Rennen.

„Die Auszeichnung zum Projekt des Monats ist für uns eine schöne Anerkennung und zugleich Motivation, unser Engagement für die Artenvielfalt fortzusetzen“, sagt Horst Schubert, Vorstand Golf- und Country Club Seddiner See AG. Durchgesetzt hat sich der Golfclub beim Monatsentscheid etwa gegen einen Biotopverbund, eine Wildkräuterei oder ein Projekt zum Moorschutz in Niedersachsen. Aus allen Monatssiegern wählt eine Fachjury im neuen Jahr das Projekt des Jahres 2018. Wie gut die Chancen der Seddiner stehen, ist ungewiss. 2017 erhielt die Deutsche Reiterliche Vereinigung die Auszeichnung. „Wer weiß, ob die Jury zweimal hintereinander Projekte aus dem Bereich des Sports küren würde“, fragt sich Horst Schubert.

Das Seddiner „Monitoring zur Artenvielfalt auf dem Golfplatz“, wie das Gutachten genau heißt, ist Teil eines Langzeitprojektes zur Verbesserung der biologischen Vielfalt. Bereits 2007 und 2008 wurde ein erstes Monitoring auf der 178 Hektar großen Golfanlage durchgeführt. Seitdem arbeitet der Golfclub kontinuierlich mit verschiedenen Maßnahmen und Partnern daran, die Artenvielfalt auf der Golfanlage weiter zu erhöhen. Dass der Golfclub dabei erfolgreich ist, zeigen die Ergebnisse des jüngsten Monitorings. Finanziert wurde das immerhin 31.000 Euro teure Gutachten durch Spenden der Clubmitglieder.

Das Seddiner Engagement für den Natur- und Artenschutz liegt auch beim erstmals von Deutschen Golf Verband (DGV) und der Allianz ausgelobten Innovationspreis gut im Rennen. Beim kommenden Verbandstag am 6. April wird der DGV ein besonderes Projekt aus dem Themenfeld Golf und Natur auszeichnen. „Unser Monitoring hat sich in der Vorauswahl durchgesetzt und ist nun als eines von drei Projekten für den DGV-Innovationspreis nominiert“, berichtet Horst Schubert.

Erste Bewerbung noch abgelehnt

Selbst wenn es mit dem Projekt des Jahres der UN-Dekade Biologische Vielfalt oder dem DGV-Innovationspreis nicht klappen sollte, sagt der Clubmanager, könne er damit gut leben: „Wichtig ist, dass die Menschen erfahren, dass Golfplätze keine Monokultur sind, sondern Lebensräume und damit ein Gewinn für die Artenvielfalt und für die Natur.“ Schon die Auszeichnung zum Projekt des Monats habe ihn stolz gemacht. „Unsere erste Bewerbung, um überhaupt als Projekt der UN-Dekade anerkannt zu werden, ist zunächst abgelehnt worden, weil wir angeblich nicht ins Raster passten“, erzählt Schubert. Statt diese Replik auf sich beruhen zu lassen, machte er sich nochmal ans Werk, legte nach, argumentierte und präzisierte – mit Erfolg.