Wannsee-Damen fehlt im Final Four das Glück

Wannsee-Damen fehlt im Final Four das Glück
Wannsees Julia Neumann musste sich der Hamburger Tourspielerin Esther Henseleit im Spiel um Platz drei erst auf dem letzten Loch geschlagen geben. Foto: DGV/Tiess

Nach dem Vizemeistertitel 2018 haben die Damen des Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee diesmal im Final Four der Deutschen Golf Liga ihre beiden Partien gegen Frankfurt und Hamburg verloren. Trainer Mario Hansch sieht das Positive: einen großen Erfahrungsgewinn für sein junges Team.

Als Tabellenerster in der Nordgruppe der Ersten Deutschen Golf Liga trafen die Berlinerinnen im Halbfinale auf die Zweitplatzierten aus dem Süden, den Frankfurter Golf Club. Für das Team vom Main war der Ausflug in den Gut Kaden Golf und Land Club die erste Finalteilnahme überhaupt. Die Wannsee-Damen waren insofern in der Favoritenrolle. „Wir haben Frankfurt nicht unterschätzt, da wir die Ergebnisse der Saison kannten und gesehen haben, dass die tief schießen können“, sagt Wannsee-Trainer Mario Hansch. Ein ganz besonderes Duell wurde es für die Berlinerin Zita Arndt, die im Frankfurter Golf Club beim Damentrainer Michael Totzke ihre Ausbildung zur Golflehrerin absolviert.

Zita Arndt, Wannsee, Golf, Final Four 2019
Besonderes Halbfinalduell für Zita Arndt: Im Frankfurter Golf Club macht die 20-Jährige ihre Ausbildung zur Golflehrerin. Foto: Christoph Tiess

In den drei Vierern, die beim Saisonfinale als Lochspiel ausgetragen werden, sah es für die Paarungen Lydia Volkmer/Julia Neumann, Zita Arndt/Alexandra Försterling sowie Emily Krause/Linda Rademacher zunächst gut aus. In allen drei Partien lag Wannsee nach neun gespielten Löchern in Führung. Am Ende konnten allerdings nur Zita Arndt und Alexandra Försterling ihr Match mit 4&3 gewinnen. Die beiden anderen Partien drehten die Frankfurterinnen zu ihren Gunsten. „Vielleicht ist es etwas irrational, aber ich glaube, dass sich das ganze Halbfinale anders entwickelt hätte, wenn Lydia Volkmer und Julia Neumann vier Löcher vor Schluss 2 auf gehen“, sagt Hansch. „Stattdessen lippt der Putt aus.“

In den Einzeln habe er dann einen großen Kampf seiner Spielerinnen beobachtet. Julia Neumann und Alexandra Försterling gewannen ihre Matches souverän. Lydia Volkmer und Linda Rademacher mussten sich geschlagen geben. Emily Krause kämpfte sich nach 2 down zurück und holte einen halben Punkt. Also war es letztlich das Duell zwischen den beiden Proetten Zita Arndt und Katharina Johanna Keilich, das über den Ausgang des Halbfinales entschied. „Ich habe noch nie so gezittert wie in diesem Duell“, gesteht Zita Arndt, die nach 15 Löchern noch mit 2 auf führte. Auf der letzten Bahn aber glich die Frankfurterin mit einem gelochten Pott aus vier Metern Entfernung aus und besiegelte mit ihrem halben Punkt die 4:5-Niederlage der Wannsee-Damen.

Wannsee, Fans, Golf Final Four
Die Unterstützung für das Team Wannsee war beim Final Four sichergestellt. Foto Tiess/DGV

Während die Frankfurterinnen im Finale auf St. Leon-Rot trafen und dieses mit 4:5 gegen den neuen Deutschen Mannschaftsmeister verloren, war das Spiel um Platz drei eine Neuauflage des Finales von 2018: Wannsee gegen Hamburg-Falkenstein. Und auch diesmal hatten die Hamburgerinnen – anders als nach fünf DGL-Spieltagen in der Nordgruppe – das bessere Ende für sich. Zita Arndt und Alexandra Försterling konnten ihren Vierer teilen, Julia Neumann und Lydia Volkmer verloren ebenso deutlich wie Emily Krause und Linda Rademacher. „Mit Tina Fischoeder, deren Sohn an diesem Wochenende eingeschult wurde, hat uns zumindest in einem Vierer Erfahrung gefehlt“, erklärt Mario Hansch. „Aber die haben die jungen Spielerinnen nun eben gesammelt.“

Die Einzel fielen mit 2,5:3,5 weniger deutlich aus. Tara Bettle, eingewechselt für die verletzte Lydia Volkmer, gewann ihr Match am 18. Loch. Emily Krause dominierte ihre Partie zu jeder Zeit und steuerte ebenfalls einen Punkt bei. Einen halben Punkt erreichte Linda Rademacher, die sich nach 3 down zurück ins Match kämpfte. Bemerkenswert war die Leistung von Julia Neumann, die sich erst auf der letzten Bahn der Hamburger Tourspielerin Esther Henseleit geschlagen geben musste.

Für Zita Arndt ist nach 2020 Schluss in der DGL

Wannsee, Golf, Final Four, DGL
Das Finale von 2018 war diesmal das Duell um Platz drei: Wannsee unterlag Hamburg-Falkenstein mit 3:6. Screenshot: deutschegolfliga.de

„Natürlich ist es enttäuschend, wenn man beide Spiele verliert, aber uns hat, anders als in den Jahren zuvor, in diesem Final Four schlicht das Glück gefehlt“, sagt Mario Hansch. Zu viele Putts seien knapp ausgelippt statt zu fallen. Mit den Erfahrungen aus dieser Saison beginne gewissermaßen schon morgen die neue Saison, angetrieben vom Ehrgeiz, es besser zu machen. „Wir haben ein so tolles Team zusammen, das sich auch abseits des Golfplatzes sehr gut versteht“, betont Zita Arndt. „Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Saison, die für mich die letzte sein wird.“ Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Golflehrerin darf sie – anders als im Fall von Playing-Pros – nicht mehr in der DGL antreten. „Das macht mich schon jetzt traurig“, sagt die 20-Jährige, die die Stimmungskanone im Team ist. Umso größer seien ihre Vorsätze für die Abschiedssaison.

Bei den Herren siegte der Stuttgarter Golf Club Solitude im Finale gegen den Golf-Club Hubbelrath. Im Spiel um Platz drei gewann der Golfclub Hösel im Stechen gegen den Deutschen Mannschaftsmeister aus dem Vorjahr, den Golfclub Mannheim-Viernheim.

Zu den Ergebnissen geht es hier.