Wannsee-Herren gelingt der Befreiungsschlag

Wannsee-Herren gelingt der Befreiungsschlag
Dean Berninger und sein Vierer-Partner Bjarki Pétursson lieferten eine fabelhafte 3 unter Par ab. Foto: DGV/Stebl

Das Team von Coach Arnar Már Ólafsson gewinnt den 4. Spieltag bei Tabellenführer Hösel und verlässt das Tabellenende. In der zweiten Liga springt Stolper Heide auf Platz eins.

„Die Nordgruppe der Ersten Liga ist wirklich verrückt, jedes Team kann gewinnen oder verlieren“, war für Wannsees Trainer Arnar Már Ólafsson eine der Erkenntnisse aus dem 4. Spieltag. Denn es waren nicht die Tabellenführer vom Golfclub Hösel, die ihren Heimvorteil nutzten, sondern das bis dato Schlusslicht vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee, das bei drückender Hitze die Maßstäbe setzte. Mit einem Gesamtergebnis von einem Schlag über Par sicherten sich die Berliner den Spieltagssieg mit sieben Schlägen Vorsprung auf den Frankfurter Golf Club und den Golf-Club Hubbelrath. Weil der Hamburger Golf-Club Falkenstein in Hösel mit 16 über Par ganz hinten landete, verlässt Wannsee das Tabellenende.

„Die Vierer waren diesmal richtig gut. 3 unter Par von Dean Berninger und Bjarki Pétursson sowie 1 unter Par von Warayu Melzer und Hannes Hilburger sind richtig gute Ergebnisse“, freute sich Ólafsson. Die Leistungsträger der zuletzt wenig konstanten Berliner gingen diesmal voran und lieferten niedrige Scores. Hilburger und Melzer brachten ihre Einzel mit jeweils 3 unter in Clubhaus. Auch College-Student Pétursson – immerhin ausgestattet mit einem Handicap von +4,3 – konnte dem Team diesmal mit seiner Par-Runde helfen.

Isländer Bjarki Pétursson spielte im Einzel eine Par-Runde. Foto: DGV/Stebl

„Wir haben alles getan, um hier in Hösel gut zu performen, hatten einen klaren Plan und haben am Ende verdient gewonnen“, sagte Ólafsson. „Auch das Glück war diesmal auf unserer Seite.“ Vor dem abschließenden fünften Spieltag am Wannsee geht es in der Tabelle der Nordgruppe so eng zu wie lange nicht. Hösel, Hubbelrath, Frankfurt und Wannsee sind noch im Rennen um die beiden Plätze für das Saisonfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft – das Final Four. Mit Blick nach unten haben es die Berliner nun in den eigenen Händen, den Abstieg abzuwenden, indem sie zuhause besser abschneiden als Hamburg. Coach Ólafsson schaut positiv auf das Heimspiel am 4. und 5. August: „Wir freuen uns auf den nächsten Spieltag zuhause in Wannsee und hoffen, dass wir dann genauso weitermachen wie hier in Hösel.“

Aufstieg für Stolper Heide greifbar

In Liga zwei klettert der Berliner Golfclub Stolper Heide erstmals in dieser Saison an die Tabellenspitze. „Es hätte nicht viel besser laufen können für uns“, so das Fazit von Trainer Gregor Tilch. Während Stolpe den Spieltag mit 28 über Par – einen Schlag vor Gastgeber Golfclub Dresden Ullersdorf – gewann, wurde der bisherige Tabellenführer Hamburger Land- und Golf-Club Hittfeld überraschend Fünfter.

Timo Vahlenkamp, Stolper Heide, Golf
Stolpes Nationalspieler Timo Vahlenkamp spielte mit 5 unter Par die beste Einzelrunde aller Spieler. Archivfoto: Mike Wolff

Das beste Einzelergebnis auf dem anspruchsvollen Platz steuerte Nationalspieler Timo Vahlenkamp mit 5 unter Par bei. Auch David Rauch bestätigte mit 4 unter Par seine seit Wochen anhaltende Spitzenform. „Aus meiner Sicht ist es nur eine Frage der Zeit, wann es bei David mal richtig tief scheppert“, glaubt Tilch. „Es würde ich natürlich freuen, wenn das nächstes Wochenende bei der Internationalen Amateur-Meisterschaft in Neuhof wäre und David seine Formentwicklung dann mit rüber in die USA nehmen könnte.“

Auch für Falk Ivanov, der eine 1 unter Par spielte, freute sich der Stolper Coach: „Er hat sich zuletzt immer viel vorgenommen und das stand ihm im Weg. Jetzt hat er abgerufen, was er von sich erwartet.“ Erstmals seit langer Zeit spielte auch Pro Marcel Ohorn für die Mannschaft. Seine langwierige Handverletzung scheint überstanden.

Anders als bei Nationalspieler Falko Hanisch, dessen als ausgeheilt geglaubte Blessur am Ellenbogen sich wieder zurückgemeldet hat. Der Schüler spielte am Vormittag mit Schmerzen – entsprechend untypisch war das Ergebnis von 14 über Par im Einzel. Auch im Vierer am Nachmittag trat Hanisch an, fand aber auch an der Seite von Lynes Behling im Vierer (6 über Par) nicht zu seinem Spiel.

Ausnahme-Amateur Falko Hanisch konnte nur mit Schmerzen spielen und setzt nun mit seiner Ellenbogenverletzung aus. Archivfoto: Mike Wolff

„Das hat er leider falsch eingeschätzt“, befand Gregor Tilch. Hanisch habe dem Team helfen wollen, was mit der Verletzung allerdings nicht möglich gewesen sei. Bitter für Hanisch: Die neuerlichen Beschwerden zwingen den gebürtigen Strausberger zur Absage der St. Andrews Trophy, bei der jeweils acht der besten Amateure aus Kontinentaleuropa gegen Großbritannien und Irland spielen. Für seine Mannschaft aus Stolpe geht es – wahrscheinlich ohne ihn – am letzten Spieltag in zwei Wochen um den Aufstieg in Liga eins. Die Voraussetzungen als Tabellenführer sind nun sehr günstig.