Wilkendorfer ist Deutschlands bester Putter

Wilkendorfer ist Deutschlands bester Putter
Jörg Dittmann vom Golfclub Schloss Wilkendorf ist der Gewinner der Caledonia Deutsche Puttliga 2018. Foto: Marcus Brunnthaler/GOLF TIME

Jörg Dittmann aus Altglienicke hat das Finale der Caledonia Deutsche Puttliga im Golf & County Club Fleesensee gewonnen. Der 64-Jährige aus dem Golfclub Schloss Wilkendorf ließ damit knapp 5000 Teilnehmer im Wettbewerb hinter sich und darf nun nach Mauritius reisen.

„Ich habe für den Sieg ein paar Anläufe gebraucht, schließlich habe ich die letzten drei Jahre auch schon am Wettbewerb teilgenommen und sogar das Finale erreicht“, sagt Jörg Dittmann. „Aber Putten ist immer auch abhängig von der Tagesform und diesmal habe ich einen wirklich guten Tag erwischt.“ 30 Golferinnen und Golfer hatten sich für das Finale qualifiziert.

Nach den ersten zwei Zählspielrunden über den abgesteckten 18-Loch-Parcours auf dem Übungsgrün des GCC Fleesensee lag Dittmann einen Schlag über Par und schaffte damit locker den Cut, der nach den besten 16 Spielerinnen und Spielern gezogen wurde. „Da war der Druck noch nicht so hoch wie beim anschließenden Matchplay“, berichtet Dittmann. Doch sein gutes Händchen mit dem Putter machte es ihm leichter, mit der Nervosität umzugehen.

Finalisten Puttliga, Fleesensee
Die diesjährigen Finalisten der Caledonia Deutsche Puttliga. Foto: Marcus Brunnthaler/GOLF TIME

Das erste Match der K.-o.-Runde gewann der Wilkendorfer mit 3 auf, das zweite am 19. Loch mit 1 auf. Im Halbfinale wartete dann mit Matthias Amtmann vom Golfclub St. Eurach der Sieger von 2015. „Den habe ich schnell genervt, weil ich ab dem dritten Loch vier Asse gespielt habe, also direkt eingelocht habe“, erzählt Dittmann. „Das hat meinen Gegner natürlich verunsichert.“ Dittmann siegte mit fünf Löchern Vorsprung bei nur noch vier zu spielenden Löchern – ein Ausrufezeichen und ein großer Schub fürs Selbstbewusstsein.

Auch Finalgegner Alexander Nitsche aus dem Golfclub Cochem/Mosel konnte den Brandenburger an diesem Tag nicht stoppen. Nach einer frühen Drei-Loch-Führung von Dittmann kämpfte sich der deutlich jüngere Rheinland-Pfälzer noch mal bis auf ein Loch heran. Doch Dittmann rettete diesen Vorsprung ins Ziel und sicherte sich damit den Titel „Champion Putter of the year 2018“.

Mit seinem Sieg hat der Wilkendorfer rund 5000 Golferinnen und Golfer hinter sich gelassen. So viele starteten in diesem Jahr bei den deutschlandweit mehr als 100 Vorrunden-Turnieren. „Ich habe Glück gehabt, dass ich überhaupt zum Regionalfinale durfte, weil ich bei unserem Turnier in Wilkendorf nur Vierter geworden bin“, sagt Dittmann. Da ein besser platzierter Clubkamerad aus Termingründen nicht zum Regionalfinale antreten konnte, sei er überraschend als Nachrücker zum Zug gekommen.

Puttliga, Fleesensee, Finale
Jörg Dittmanns Weg zum Titel: Eindrucksvoll ist vor allem der deutliche Halbfinal-Sieg gegen einen ehemaligen Champion. Foto: Marcus Brunnthaler/GOLF TIME

Auf das Finale in Fleesensee habe er sich dann gezielt vorbereitet, gesteht Dittmann. „Ich bin in diesem Jahr in Rente gegangen und hatte passenderweise etwas mehr Zeit zum Trainieren.“ Drei Stunden pro Woche habe er zuletzt gezielt an seinem Putten gefeilt und sogar eine Trainerstunde genommen, um einen lästigen Fehlschlag in den Griff zu bekommen: „Meine Längen passen ganz gut, aber ich pulle immer mal wieder kurze Putts nach links.“ Die zwei Übungen, die ihm der Pro zeigte, um besser „durch den Ball zu gehen“, wie Dittmann sagt, hätten Wirkung gezeigt. „Auf den mehr als 100 Löchern, die ich beim Finale gespielt habe, ist mir der alte Fehler nur zweimal passiert.“

Als Preis gewann Sieger Dittmann eine einwöchige Golfreise nach Mauritius für zwei Personen. Nicht zu vergessen sind allerdings auch die zwei Nächte im Schlosshotel Fleesensee und die zwei Golfrunden, zu denen alle Finalisten und jeweils eine Begleitperson eingeladen wurden, sowie eine teure Daunenjacke von Puttliga-Sponsor Bogner und eine Putt-Clinic mit Fleesensees Head-Pro Sven Strüver. „Wir wollen unseren Finalisten schließlich etwas bieten“, sagt Marcus Brunnthaler vom Magazin GOLF TIME, das den Wettbewerb zum fünften Mal veranstaltete. Damit die Konkurrenz zukünftig noch etwas größer wird, wolle er im kommenden Jahr noch mehr Golfclubs dafür gewinnen, ein Vorrunden-Turnier auszurichten.

Dass der König der Putter ausgerechnet aus dem Golfclub mit dem größten Grün Deutschlands kommt, ist für Clubmanager Thomas Schumann kein Zufall: „Wir produzieren einfach sehr gute Golfer, wie man auch an Falko Hanisch oder Lydia Volkmer sehen kann.“ Jörg Dittmann wird in jedem Fall versuchen, seinen Titel im kommenden Jahr zu verteidigen – und sich dann nicht erst als Nachrücker zu qualifizieren.