„Ein Golfbuch, wie ich es gerne gelesen hätte“

„Ein Golfbuch, wie ich es gerne gelesen hätte“
Buchautor Dr. Detlef Stronk (Handicap -12,0) spielt für die AK65-Mannschaft des Golf- und Landclub Semlin am See. Foto: Privat/Montage Mike Wolff

Detlef Stronk war vor der Wende der Chef der Berliner Senatskanzlei und später Leiter der Wirtschaftsförderung in Brandenburg. Dass so einer mit 73 Jahren ein Golfbuch schreibt – sein zweites bereits – ist außergewöhnlich. Was „Großes Golf“ für ihn bedeutet und was ihn antreibt, verrät er im Interview.

Herr Dr. Stronk, Sie unterrichten normalerweise nicht auf der Driving Range, sondern als Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Brandenburg. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Trainingshandbuch für Golfer zu schreiben?

Dr. Detlef Stronk: Die Idee zum ersten Buch entstand auf der Driving Range in Großbeeren. Ich habe dort Sven Dohrow kennengelernt, ein Marketingfachmann, dem ich eine Reihe von Tipps für seinen Schwung gegeben habe. Sven hatte damals ein hohes Handicap und freute sich über meine Hilfe so sehr, dass er mich sogar bat, ihm die Tipps aufzuschreiben. So fing alles an. Aus seinen Fragen und meinen umfangreich recherchierten Antworten entstand dann in zwei Jahren unser gemeinsames Buch „Großes Golf – Der moderne Schwung“.

Trainingshandbücher gibt es fast so viele wie Golfer, könnte man den Eindruck bekommen. Warum dachten Sie, der Markt wartet auf Ihres?

Stronk: Das erste Buch, und mehr noch das zweite, „Großes Golf – spielen und trainieren“, (Heel Verlag, 184 Seiten, 29,95 Euro) sind Golfbücher, wie ich Sie selbst gerne gelesen hätte. Sie beginnen jeweils bei den Grundlagen des Schwungs und erklären an diversen natürlichen Bewegungsmustern, wie wir den durchaus nicht ganz einfachen Golfschwung erlernen können. Chris Riddoch, ein britischer Wissenschaftler und selbst Golfbuchautor, hat nachgewiesen, dass das Gehirn schneller arbeitet, wenn es sich auf bekannte Bewegungsmuster stützen kann.

Neben Riddoch zitieren Sie auch Ratschläge und Überzeugungen von unzähligen weiteren Experten und Golflegenden. Was davon hat Sie selbst am meisten überzeugt?

Stronk: Ben Hogan, einer der besten Golfer aller Zeiten, sieht Parallelen zwischen dem Golfschwung und dem Steineflitschen. Butch Harmon und David Leadbetter, beides Trainerlegenden, betonen die Gemeinsamkeit von der Golfbewegung mit dem seitlichen Werfen eines Medizinballs. Beide Beispiele helfen einem dabei, das Gewicht im Schwung richtig zu verlagern und am Ende mit dem Oberkörper zum Ziel gerichtet zu stehen.

Gehen Sie mit dem Medizinball zum Golf?

Stronk: Nein, aber fast jeder von uns hat schon einmal einen Medizinball geworfen. Mit dieser konkreten Vorstellung im Kopf schlage ich beim Training fünf Bälle. Aus meiner Erfahrung ist das effizienter, als stumpf und ohne Gedanken 100 Bälle zu hauen. Mir ist in meinem Buch auch wichtig, den Golferinnen und Golfern zu sagen, dass es nicht den einen, richtigen Schwung gibt. Jeder Körper ist anders und damit auch jeder Schwung. Um das zu sehen, reicht ein Blick auf die Tourspieler, die für ihre Schwünge zum Teil unterschiedliche Muskelgruppen unterschiedlich stark einsetzen.

Sie widmen auch ein Kapitel dem Thema Gesundheit. Kann Golf denn krankmachen?

Stronk: Oh ja, ich habe selbst lange mit starken Schmerzen im unteren Rücken zu kämpfen gehabt. Deshalb musste ich letztlich sogar mein geliebtes Tennis aufgeben. Geholfen hat mir einerseits die Feldenkrais-Methode, über die ich auch geschrieben habe. Andererseits habe ich – zwar spät, aber immerhin – zu meinem offenbar natürlichen Schwung gefunden, bei dem ich mehr auf und ab schwinge und der bei mir heute keine Rückenschmerzen mehr verursacht.

Dr. Peter Stronk, Buch, Semlin, Erste Bundesliga
Eine Saison lang hat Dr. Detlef Stronk sogar für die Semliner Senioren in der Zweiten Bundesliga gespielt. Foto: Privat

Die meisten Golfer sind eher trainingsfaul. Wie steht es mit Ihnen?

Stronk: Ich trainiere genauso gerne, wie ich spiele. Aber ich bin auch ein absoluter Wettkampftyp, und wenn ich nicht regelmäßig auf dem Platz stünde und für meine Mannschaft spielen könnte, dann würde mir definitiv etwas fehlen.

Wenn Sie sich drei Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und der Golfszene aussuchen dürften, mit denen Sie in Ihrem Heimatclub in Semlin am See auf die Runde gehen, wer wäre das?

Stronk: Ich weiß nicht, ob er Golf spielt, aber Friedrich Merz wäre mein Kandidat aus der Politik. Begleiten sollte uns Bahnchef Richard Lutz, den ich als passionierter Bahnfahrer gerne kennenlernen würde. Und wie man es richtigmacht, zeigt uns dann Martin Kaymer. Der ist zwar gerade nicht in Topform. Aber Kaymer ist ein sehr sympathischer Typ.