GOFUS: Hoeneß und Zorc in einem Club

GOFUS: Hoeneß und Zorc in einem Club
Gute Laune und guter Zweck: Die GOFUS sind seit 2006 in Bad Saarow zuhause und akzeptieren auch zugelaufene Nichtfußballer wie Stefan Kretzschmar (oben rechts). Foto: GK Fotodesign

Golfclubs, die jedes Jahr einen neuen Höchststand an Mitgliedern verzeichnen, sind selten. Dem Club der golfenden Fußballer, kurz GOFUS, gelingt das seit seiner Gründung 2001. Wichtiger sind dem Club mit Heimat in Bad Saarow aber die 159 Spiel- und Bolzplätze, die er golfend geschaffen hat. Ein Porträt.

Seit 2006 haben die GOFUS ihr eigenes Charity-Projekt „PLATZ DA!“, mit dem sie in sozialen Brennpunkten bundesweit neue öffentliche Spiel- und Bolzplätze schaffen oder heruntergekommene Anlagen erneuern. Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche sollen dadurch Raum bekommen für sportliche Aktivitäten und gleichzeitig von den Werten, die der Mannschaftssport lehrt, profitieren. Zahlreiche Anlagen sind auch in Berlin und Brandenburg entstanden. „Insgesamt haben wir bisher Projekte im Wert von sieben Millionen Euro realisiert“, sagt Nico Rulfs von der GOFUS Sportmarketing GmbH, die alle Turniere des Clubs organisiert.

Orte für Bolzplätze in sozialen Brennpunkten gesucht

Das Ziel der 550 prominenten Golfer um Oliver Bierhoff, Michael Zorc, Uli Hoeneß (Ehrenmitglied), Michael Preetz oder Marko Rehmer ist es, bis Ende 2020 insgesamt 200 Projekte abgeschlossen zu haben. „Um das zu erreichen, brauchen wir dringend noch Bewerbungen, also Menschen, die einen Ort vorschlagen, den wir dann prüfen“, erklärt Geschäftsführer Rulfs. (Hier geht es zur Bewerbung) Die GOFUS übernähmen dabei grundsätzlich maximal die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte komme von Kommunen oder Sponsoren. „Dadurch verdoppeln wir den Effekt unserer Spenden noch einmal“, sagt Rulfs.

Martin Rütter, Golf, Gofus, Siegerehrung
Der Masters-Champion im roten Sieger-Jackett: Hundetrainer Martin Rütter. Foto: GK Fotodesign

Fünf sogenannte Majorturniere tragen die GOFUS jedes Jahr aus, angefangen mit dem Medien Cup in Marbella im Januar, gefolgt von der GOFUS Championship in Herzogenaurach Ende Mai und dem GOFUS Matchplay in Gut Lärchenhof im Juli. Im September findet in Bad Saarow auf dem Stan Eby Course und dem Faldo Course traditionell das GOFUS Masters statt, wo alle Mitglieder um das begehrte rote Siegerjackett spielen. Aktueller Titelträger ist der TV-bekannte Hundetrainer und Entertainer Martin Rütter – was schon beweist, dass die GOFUS auch zugelaufenen Nichtfußballern ein golferisches Zuhause bieten. Ihren Saisonabschluss feiern die GOFUS im November beim Teamcup in Andalusien.

Stan Ebay Course, Bad Saarow, Golf Gofus
Der Stan Eby Course in Bad Saarow ist der offizielle Heimatplatz der GOFUS und zusammen mit dem Faldo Course jährlicher Austragungsort des GOFUS Masters. Foto: GK Fotodesign

In Bad Saarow sind die GOFUS indes noch nicht immer zuhause. Bevor die Fußballer ihren eigenen Golfclub – einen gemeinnützigen Verein – gründeten, lag ihre nominelle Heimat noch in einem Golfclub im Bergischen. „Ende 2005 rief mich dann GOFUS-Präsident und BVB-Legende Nobby Dickel an und erzählte mir von den Plänen für einen eigenen im Deutschen Golf Verband angeschlossenen Club“, erinnert sich Vanessa Herbon, damals Golfmanagerin des A-ROSA Scharmützelsee. Kurze Zeit später zogen die GOFUS nach Bad Saarow mit dem Stan Eby Course als offiziellem Heimatplatz.

Nobby Dickel, Golf, Gofus
Der Held von Berlin: BVB-Legende Nobby Dickel ist der Präsident der GOFUS und golferisch auch ganz vorne mit dabei. Foto: GK Fotodesign

Präsident Nobby Dickel, den die BVB-Fans wegen seiner zwei Tore im siegreichen DFB-Pokalfinale gegen Werden Bremen im Jahr 1989 noch immer als „Held von Berlin“ besingen, gehört mit einem Handicap von -5 golferisch zu den Leistungsträgern des Clubs. Etwas stärker noch ist mit Handicap -4 Karlheinz Pflipsen, der 197 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach gemacht hat. Dass auch Schalke-Legende und Jahrhundert-Torschütze Klaus Fischer mit seinem Fallrückzieher-Ballgefühl stets weit vorne mitgolft, überrascht kaum. Der Handicap-Beste unter den GOFUS ist aber Wandervogel Karsten Hutwelker, der im Plusbereich spielt.

Unterstützt wird der prominente Club mit Spenden von zahlreichen Unternehmen wie etwa Samsung, Deutsche Telekom, Porsche oder KPMG. „Wir golfen mit der Industrie und stellen unsere Popularität in den Dienst der guten Sache“, bringt es Nobby Dickel auf den Punkt.

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