Mitglieder fordern von A-ROSA Beiträge zurück

Mitglieder fordern von A-ROSA Beiträge zurück
Eine von mehreren maroden Brücken auf Bad Saarows Arnold Palmer Platz, die seit Monaten nicht repariert wird. Foto: TSP

Nur eine Handvoll Querulanten? Die Mitglieder des Golf Club Bad Saarow wehren sich gegen den Betreiber A-ROSA. Seit über einem halben Jahr sind Clubhaus, Hotel, Restaurants und Faldo Course geschlossen, die Anlage verkommt zusehends. Zehn Mitglieder und Wohnungseigentümer liefern ein Stimmungsbild vom Scharmützelsee.

Joachim Stock:

„Wenn es jemanden gibt, der sich im Golf Club Bad Saarow aktuell wohlfühlt, dann würde mich das wundern. Unsere Anlage ist zwar unglaublich toll, aber ein Clubleben findet de facto nicht mehr statt, weil es kein Clubhaus und kein Restaurant mehr gibt. Man kann A-ROSA nicht die Schuld an der Corona-Krise geben, aber das Unternehmen hat es ja selbst in guten Zeiten nicht geschafft, mit dem Resort Geld zu verdienen. Denn A-ROSA hat sich im Marketing auf seinen Spa-Bereich konzentriert, aber nie auf das, was die Anlage im Kern ausmacht: drei herausragende Golfplätze. Es gibt – vielleicht nicht ganz ernst gemeinte – Gerüchte, dass Elon Musk das Resort kaufen wird. Wie auch immer, ein Jahr wie dieses möchte ich nicht noch einmal ertragen müssen. Die Hoffnung stirbt zuletzt!“

Dirk Germandi:

„Man könnte fast glauben, dass A-ROSA die Golfplätze mit einem gewissen Vorsatz an die Wand fahren will. Der Hotelkette fehlen offenbar die Kraft und das Geld, das sanierungsbedürftige Resort profitabel zu machen. Wird hier etwa ein Konflikt zwischen Eigentümer und Pächter auf dem Rücken der Bad Saarower Clubmitglieder und Wohnungsbesitzer ausgetragen? Man fühlt sich vom Management obendrein für dumm verkauft.  Es werden weiter volle Gebühren von den Clubmitgliedern kassiert, Clubhaus, Hotel und Faldo Course bleiben einfach geschlossen. Den Golfbetrieb regeln Hotelazubis. Ich befürchte, das Resort ist mit dieser Strategie dem Untergang geweiht.“

Das A-ROSA Scharmützelsee. Foto: A-ROSA

Arne Stüber:

„Ich bin seit 1997 Clubmitglied in Bad Saarow, wohne auf der Anlage und spiele mit meinen 86 Jahren fünfmal pro Woche Golf. Das hält mich fit und macht mich glücklich. Ich liebe Golf auch wegen der Kommunikation, dem Austausch unter den Mitgliedern. Für mich ist die aktuelle Situation des Resorts sehr unerfreulich, weil ein Miteinander mit anderen Menschen vor Ort – selbst unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln – so gut wie unmöglich geworden ist. Viele aktive Mitglieder haben Bad Saarow inzwischen verlassen oder kommen nicht mehr, weil hier kein Clubleben mehr stattfindet. Aus unserem Golfclub ist vor zwei Jahren eine anonyme GmbH geworden. Der Geschäftsführer sitzt in Österreich und sieht zu, wie A-ROSA den Golfbetrieb verkümmern lässt. Ich finde es unerhört, dass der Faldo Course geschlossen ist. Das ist ein schlechter Witz.“

Wolfgang Haag:

Eine von zwei maroden Brücken auf Bad Saarows Arnold Palmer Platz, die seit Monaten nicht repariert werden. Foto: TSP

„A-ROSA hat in Bad Saarow aus einem 5-Sterne-Resort ein 1-Sterne-Resort gemacht. Es gibt kein Restaurant mehr, keinen Caddymaster, keinen Marshall gegen die unendlich vielen Schwarzspieler, die mittlerweile auf den Plätzen unterwegs sind. Mehrere marode Holzbrücken sind seit Monaten notdürftig mit rotweißen Ketten oder Flatterband abgesperrt, und die Toiletten sehen alle drei Tage aus wie Sau. Nicht einmal zwei verschiedene Abschläge werden mehr gesteckt. Ich bin seit 23 Jahren Clubmitglied, und mit unserer Anlage könnten wir die Nummer eins in Berlin-Brandenburg sein. Stattdessen verjagt A-ROSA die Golfer und verarscht uns Mitglieder. Alles ist nur noch Show und wirklich armselig. Deshalb haben sich viele Clubmitglieder zusammengetan und einen Brief verfasst, mit dem wir 50 Prozent unserer Jahresgebühr zurückverlangen.“

Gerd-Peter Huber:

„Was wir gerade ertragen müssen, ist das Kräftemessen zwischen den Eigentümern des Resorts, der österreichischen Familie Haselsteiner, und A-ROSA. Was A-ROSA mit uns Mitgliedern in Bad Saarow veranstaltet, ist nicht zumutbar. Egal wohin man schaut, brummen die Golfanlagen und die Ergebnisse aus dem Vorjahr haben die meisten trotz Corona-Krise wieder drin. Was mich sauer macht, ist die Kommunikation des Hoteldirektors Andreas Winkler, der nur Ausflüchte liefert, aber keine verlässlichen Aussagen. In den 20 Jahren, die ich nun hier bin, habe ich vier Hotelbetreiber erlebt, und ich hoffe, dass bald jemand gefunden wird, der das traurige Kapitel beendet. Meines Wissens nach ist die Deutsche Seereederei, die Holding hinter A-ROSA, nicht klamm. Ihnen fehlt eine Strategie.“

Nicht genügend Nachfrage? So begründet A-ROSA die andauernde Schließung seines Fünf-Sterne-Hotels in Bad Saarow. Foto: TSP GOLF

Peter Rudert:

„Das A-ROSA Scharmützelsee ist zu einem trostlosen Ort geworden. Während andere Golfresorts aus allen Nähten platzen, herrscht in Bad Saarow eine gewisse Eingefrorenheit. Ich kenne die Hintergründe für das Handeln von A-ROSA viel zu wenig, bin aber selbst Hotelier. Dass es keine Nachfrage gebe, wie A-ROSA behauptet, ist eine blöde Ausrede. Vielleicht hatte A-ROSA gehofft, dass sich die Eigentümer stärker an der Renovierung der Anlage beteiligen. Letzten Winter schon sollte ein Teil des Hotels renoviert werden – passiert ist nichts. Ich bin froh, dass ich als Wohnungsbesitzer auf der Anlage keine lebenslange Spa-Mitgliedschaft abgeschlossen habe.“

Siegfried Moll:

„Ich hatte vor kurzem ein persönliches Gespräch mit Hoteldirektor Andreas Winkler. Er meinte ernsthaft, dass nur ein paar Nörgler mit der Situation im Golf Club Bad Saarow nicht zufrieden seien; der Rest habe Verständnis. Aber das nehme ich ihm nicht ab. Die Unaufrichtigkeit, mit der A-ROSA uns Mitglieder behandelt, spricht dafür, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht. Winkler hat mir erklärt, dass es aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn ergebe, das A-ROSA-Hotel zu öffnen. Schuld daran seien die zahlreichen coronabedingten Auflagen. Warum schaffen es die anderen Golfresorts? Wird das A-ROSA überhaupt wieder öffnen? Auf beide Fragen habe ich nur ausweichende Antworten von ihm bekommen. Winkler sagt, für die Reparatur der zwei morschen Brücken auf den Golfplätzen werde gerade ein Konzept entwickelt. Ein Konzept? Bis Ende der Woche hat er mir eine verlässliche Antwort versprochen, ob und wie A-ROSA beabsichtigt, Golf- und Spa-Mitglieder zu entschädigen. Angesichts der bisherigen Kommunikation würde es mich überraschen, wenn mit der Antwort etwas anzufangen wäre.“

Trauriger Anblick: Seit Monaten sprießt das Unkraut in den Bunkern des Bad Saarower Faldo Course, den A-ROSA weiterhin geschlossen hält. Foto: TSP GOLF

Nikolaos Hatzijordanou:

„So wie A-ROSA in Bad Saarow – anders als alle übrigen Golfanlagen in Brandenburg – die Corona-Karte spielt, verrät, dass etwas anderes dahinter steckt. Es läuft eine Businessschlacht zwischen Familie Haselsteiner, der die Anlage gehört, und A-ROSA, die das Resort betreiben. Mir tut es vor allem für die Mitarbeiter leid. Unternehmerisch gesehen verarscht A-ROSA uns Mitglieder des Golfclubs und  Wohnungseigentümer auf der Anlage. Und da das mit Vorsatz passiert, ist das auch kein Kavaliersdelikt. Ich möchte mich deswegen nicht verrückt machen. Aber ich hoffe, dass es bald eine endgültige Lösung geben wird. Aus meiner Sicht kann es die nur mit einem neuen Eigentümer und einem neuen Betreiber geben. Einem, der alles einmal auf links dreht und international denkt – nicht nur klein, klein wie bisher.“

Christian Bracht:

Beitrag auf Facebook statt Nachricht an die Clubmitglieder. Screenshot: Facebook

„Die Art und Weise wie A-ROSA in Bad Saarow mit seinen Mitarbeitern umgeht, ist schäbig und unter aller Sau. Horst Rahe, der geschäftsführende Gesellschafter der Deutschen Seereederei, und seine Manager sollten beichten gehen. Ich bin selbst Unternehmer und finde, dass man Menschen so nicht behandeln kann. Corona ist für A-ROSA offenbar ein dankbare Wendung, um in Bad Saarow auszusteigen. Ihnen ist es nie gelungen, im großen Stil Golftouristen anzuziehen, weil sie das Thema Golf nicht ausreichend bespielt haben. Sie machen inzwischen wenigsten das Allernötigste, um die Anlage nicht ganz verkommen zu lassen. Dass A-ROSA am 3. Oktober das Clubhaus öffnet, um ein Oktoberfest zu feiern, und am 9. Oktober Berliner Golfer ausschließt, um seine Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen, passt einfach nicht zusammen. Ich würde mir mehr Ehrlichkeit wünschen. Dann könnte A-ROSA auch auf mehr Verständnis hoffen. Das Golfresort wird sicher eine Zukunft haben. Dafür reicht ein Blick zum entstehenden Tesla-Werk in Grünheide, in dem 10.000 Menschen arbeiten werden, und zum neuen BER.“

Weiterhin keine Öffnung in Aussicht heißt es für das Clubhaus des Golf Club Bad Saarow. Foto: A-ROSA

Benjamin Körtner:

„Der Hauptaufreger ist aus meiner Sicht, dass A-ROSA die vollen Beiträge von uns Mitgliedern kassiert, aber die Leistungen stark zurückgefahren hat. Ich habe das Gefühl, dass A-ROSA das Resort langsam ausbluten lassen möchte. Wenn es ein Beispiels für Unprofessionalität braucht: Die Entscheidung, Berliner nur noch mit negativem Corona-Test auf die Anlage zu lassen, hat Hoteldirektor Andreas Winkler den Mitgliedern nicht einmal mitgeteilt. Es gab von ihm dazu lediglich ein Posting auf Facebook und Instagram. Er hat damit das Beherbergungsverbot freiwillig auf den Golfplatz verlegt. Dass diese Entscheidung erst nach Ablauf der Kündigungsfrist für Clubmitgliedschaften fiel, war bestimmt kein Zufall. Man will schließlich abkassieren. Wir haben eine wunderschöne Anlage und brauchen dringend eine Lösung, damit das jetzige Trauerspiel ein Ende hat.“

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