Timo Vahlenkamp: „Ich gebe mir fünf Jahre“

Timo Vahlenkamp: „Ich gebe mir fünf Jahre“
Nationalspieler und Sportsoldat Timo Vahlenkamp vom Berliner Golfclub Stolper Heide. Foto: Mike Wolff

Timo Vahlenkamp war bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Einzel der beste Spieler aus Berlin-Brandenburg. Der Sportsoldat aus dem Berliner Golfclub Stolper Heide spricht im Interview über seine Silbermedaille, aufgeschobene Tourpläne und seine größte Stärke.

Herr Vahlenkamp, herzlichen Glückwunsch zur Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft im Einzel. 2018 waren Sie Sechster, 2019 Fünfter, jetzt Zweiter. Alles deutet auf einen Sieg im kommenden Jahr hin.

Timo Vahlenkamp: Ich hätte gerne dieses Jahr schon gewonnen. Aber kurioserweise wurden die Deutschen Meisterschaften wegen des schlechten Wetters von vier auf drei Runden verkürzt. Es blieben mir am Sonntag also nur die 14 Löcher meiner angebrochenen dritten Runde, um aufzuholen. Ich habe mehr riskiert, schnell erste Birdies gesammelt und am Ende eine 67er-Runde gespielt. Um 13 Uhr waren wir dann alle fertig und hätten noch Zeit für eine vierte Runde gehabt. Aber es wurde leider anders entschieden, so dass Malte von Blankenfeld aus dem Frankfurter Golf Club drei Schläge besser lag als Lukas Buller, Christian Hellwig und ich.

Sie hatten geplant, dieses Jahr ins Profilager zu wechseln. Wie steht es damit?

Vahlenkamp: Da die Qualifying School der European Tour in diesem Jahr ausfällt, ist es für mich sinnvoller, ein weiteres Jahr Amateur zu bleiben und erst nach der Q-School 2021 Profi zu werden. Ich hoffe, dass ich mir mindestens eine Spielberechtigung für die Challenge Tour erspielen kann. Bis dahin werde ich weiterhin an großen Amateurturnieren teilnehmen und auf der Pro Golf Tour starten.

Timo Vahlenkamps große Stärke ist das Wedge-Spiel. Foto: Mike Wolff

Beim GTGA Invitational hatten Sie kürzlich ein Heimspiel im Berliner Golfclub Stolper Heide. Wurmt Sie der 35. Platz noch?

Vahlenkamp: Ich hatte mir erhofft, um den Sieg mitzuspielen, weil ich den Platz so gut kenne wie keinen anderen. Der Heimvorteil wurde durch das extreme Setup des Platzes allerdings relativiert. Mit den harten Grüns haben die Greenkeeper beinahe einen neuen Platz geschaffen. Das GTGA Invitational war auch wegen der vielen Kameras, des Livestreams, der Kommentatoren und der Interviews eine mega Erfahrung und hat echt viel Spaß gemacht. Schade, dass ich in den vier Tagen nicht mein bestes Golf zeigen konnte.

Sie sind Sportsoldat, Nationalspieler und betreiben Golf seit fünf Jahren hauptberuflich. Was wird sich ändern, wenn Sie Pro sind?

Vahlenkamp: Gar nicht so viel. Ich denke, dass ich in den vergangenen Jahren für mich herausgefunden habe, was im Training und bei Turnieren gut funktioniert und was nicht. Solange ich Nationalspieler bin, werde ich vom Deutschen Golf Verband und der Bundeswehr auch auf der Tour unterstützt.

„Aus 75 Metern brennt der Stock“

Nur wenige Golfkarrieren führen schnell auf die European Tour oder sogar auf die US PGA Tour. Der Anlauf dauert meist einige Jahre. Wie viel Zeit geben Sie sich?

Vahlenkamp: Fünf Jahre. Davon zwei bis drei auf der Pro Golf Tour, dann Challenge Tour und am Ende hoffentlich European Tour. Das ist meine Planung.

Wie geht diese Saison für Sie weiter?

Vahlenkamp: Ich reise am Sonntag nach Frankreich, wo im Golf du Médoc Resort die European Amateurs stattfinden – die Einzel-Europameisterschaften. Mit dabei aus Stolpe ist auch David Rauch. Und dann werde ich die Meisterschaft des Golfverbandes Berlin-Brandenburg spielen, das habe ich bisher noch nie gemacht.

Wenn Sie sich mit anderen Spitzenamateuren vergleichen, wo liegt Ihre größte Stärke?

Vahlenkamp: Definitiv beim Pitchen mit dem Wedge. Wenn mein Ball 75 Meter vom Loch entfernt liegt und ich mit dem Lobwedge einen 80-Prozent-Schwung mache, dann brennt der Stock. Aus allen Entfernungen zwischen 100 und 70 Metern bringe ich den Ball meist sehr nah an die Fahne.

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