Prenden muss schließen, Bad Saarow bleibt zu

Prenden muss schließen, Bad Saarow bleibt zu
Zweimal war das Ordnungsamt zwischen dem 20. und 29. April auf der Golfanlage in Prenden und hatte nichts zu beanstanden. Foto: GC Prenden

Die Golflandschaft Berlin-Brandenburg wird in der Corona-Krise zum Flickenteppich: Während in Berlin und den meisten Landkreisen Brandenburgs wieder Golf gespielt werden darf, muss die Golfanlage in Prenden schließen. Der Golf Club Bad Saarow konnte im Gespräch mit dem Landrat keine Öffnung erreichen.

„Es ist völlig unverständlich, wie in den verschiedenen Landkreisen in einem und dem gleichen Bundesland Brandenburg so unterschiedlich verfahren wird und damit einige Unternehmen vorgezogen und andere benachteiligt werden“, schreibt Prendens Geschäftsführer Martin Thater auf der Internetseite der Golfanlage. „Dies spricht gegen ein Gleichheitsgebot.“

Das Management in Prenden hatte am Donnerstag einen Anruf und eine schriftliche Aufforderung vom Ordnungsamt in Eberswalde erhalten, den Spielbetrieb sofort einzustellen. Über den Antrag auf Ausnahmegenehmigung, den die Golfanlage beim Landkreis Barnim gestellt hatte, sei noch nicht befunden. Dies werde weitere Zeit in Anspruch nehmen. Ungewisse Zeit, in der das Golfspiel zu ruhen hat. Die Behörde bedingt sich in ihrem Schreiben ein ganz eigenes Corona-Abstandsgebot aus: „Von weiteren Anfragen bezüglich Ihrer Ausnahmegenehmigung bitten wir Abstand zu nehmen.“

„Unfaire, willkürliche Anordnungen“

Heißt: Niemand in Prenden weiß nun, wie es weitergeht. „Das Ordnungsamt war seit der Wiedereröffnung am 20. April mindestens zweimal auf der Golfanlage und hatte keine Beanstandungen“, sagt Martin Thater am Donnerstagabend im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die erneute Sperrung der Golfanlage durch die Behörde traf das Management vollkommen unerwartet. „Sicherlich haben die verantwortlichen Behörden derzeit eine extrem hohe Arbeitsbelastung und Verantwortung, es geht um Menschenleben, und Golf steht sicherlich derzeit zurecht hinten an“, betont Thater. Aber das Landratsamt müsse sich dennoch bewusst sein, was sowohl den Golfspielern als auch einem Unternehmen mit 20 Mitarbeitern „mit diesen unfairen, an Grundlagen mangelnden, wechselnden und willkürlichen Anordnungen zugemutet“ würde.

Die Schlechte Nachricht für die Golfanlagen in Prenden vom zuständigen Ordnungsamt. Foto: ZVG

„Die Startzeiten über das erste Mai-Wochenende waren alle durchgebucht, die haben wir jetzt per SMS absagen müssen“, schildert Thater. Natürlich gebe es aber auch Golferinnen und Golfer, die ihre Tee-Time telefonisch reserviert hätten und die der Club deshalb nicht kurzfristig erreichen könne. „Da werden morgen leider ein paar Leute zu uns kommen, die wir wieder nach Hause schicken müssen“, bedauert Thater.

In einigen Bundesländern wie Hessen und Nordrhein-Westfalen war zuletzt spekuliert worden, dass dort der Spielbetrieb ab kommenden Montag, 4. Mai, mit Einschränken wieder starten könnte. Hoffnungen, die am Donnerstag zerplatzten, als die Bundesregierung ankündigte, dass es erst am 6. Mai eine grundsätzliche Entscheidung zum Thema Sport gebe. „Könnte sein, dass auch wir bis dahin auf eine Entscheidung warten müssen“, befürchtet Thater. „Insofern freue ich mich über jede Golfanlage in Berlin und Brandenburg, die geöffnet ist, und auf der unsere Mitglieder gegen Greenfee spielen dürfen.“

Bad Saarows Ausnahmeantrag abgelehnt

Für den Golf Club Bad Saarow gilt das weiterhin nicht. Zuletzt hatte das Landratsamt Oder-Spree bemängelt, der Antrag des Golf-Resorts am Scharmützelsee sei zwar gestellt aber nicht ausreichend begründet worden. Am Donnerstag erhielt A-ROSA-Regionaldirektor Andreas Winkler Gelegenheit, Landrat Rolf Lindemann (SPD) einen neuen Antrag samt Begründung persönlich vorzutragen. Der Resortchef dürfte genauso überrascht gewesen sein wie die Clubmitglieder, dass der Antrag nicht bewilligt wurde. Äußern wollte sich Winkler zur aktuellen Lage bisher nicht.

Vorerst keine Öffnung in Aussicht heißt es für den Golf Club Bad Saarow. Foto: A-ROSA

Nach dem Gespräch mit dem Landrat ließ Winkler die Clubmitglieder wissen: „er (Landrat Rolf Lindemann, Anm. d. Red.) sicherte uns (…) seine Unterstützung zu. Aufgrund seiner aktuellen Vorgaben aus dem Landesministerium sieht er aber leider keinen Handlungsspielraum für seinen Landkreis. Herr Lindemann schlug vor, einen Termin mit dem Landesministerium zu organisieren, damit er und wir Rechtssicherheit bekommen.“ Vor diesem Gespräch wird am Scharmützelsee das Golfspielen entsprechend behördlich verboten bleiben.

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