Saskia Zieschank: Junge Managerin von Welt

Saskia Zieschank: Junge Managerin von Welt
Regelmäßig raus zu kommen auf die drei Plätze des Resorts wie hier auf den Faldo Course, ist für Managerin Saskia Zieschank wichtig. Foto: Mike Wolff

Mit 26 Jahren war Saskia Zieschank bereits Managerin eines Golfclubs. Dann zog es sie nach Gleneagles und in die ganze Welt, von Golfplatz zu Golfplatz – beruflich. Für das A-ROSA Scharmützelsee ist die Brandenburgerin vor einem Jahr nach Hause zurückgekehrt.

Mit Golf hatte sie eigentlich nie etwas am Hut. In ihrer Kindheit und Jugend hat Saskia Zieschank lange Volleyball gespielt. Im Teamsport ging sie auf, der SC Potsdam war ihr Verein. Irgendwann kam sie auf Fußball, versuchte sich dort zur Abwechslung. Aber das war irgendwie nicht ihr Ding.

Als sie zum ersten Mal einen Golfschläger in ihren Händen hielt, da war sie schon Auszubildende zur Sport- und Fitness-Kauffrau im A-ROSA Scharmützelsee. Wer hier im Resort, umgeben von Golferinnen und Golfern, seinen Beruf lernt, der sollte Bekanntschaft gemacht haben mit dem Spiel. „Ich fand es toll, habe mir die Golfwelt aber dann anschließend lieber vom Clubhaus aus erschlossen“, erinnert sich Zieschank. Wie manage ich einen Club? Wie organisiere ich Turniere? Was brauchen Golfer zum Glücklichsein? Salopp gesagt: Wie läuft der Laden? „Es hat dann noch gut ein Jahr gedauert, bis ich angefangen habe, regelmäßig Golf zu spielen.“

Saskia Zieschank, Bad Saarow, Golf Berlin
„Wir haben hier draußen eine Oase“, sagt Saskia Zieschank, Golfmanagerin des A-ROSA Scharmützelsee. Foto: Mike Wolff

Die Begeisterung für den Sport mit seinen vielen Facetten war dann ungebremst. Sie habe sich bald das Ziel gesetzt, mit unter 30 Jahren als Managerin selbst einen Golfclub zu führen, berichtet Zieschank. Unmittelbar nach der Ausbildung wollte sie eigentlich ihrem Fernweh nachgeben und ins Ausland gehen. „Aber ich bin nur bis ins Schwabenland gekommen“, sagt die Brandenburgerin und lacht. Als Assistentin der Clubleitung arbeitete sie im Golfclub Schönbuch, bis sich für Zieschank die Möglichkeit bot, im Golf Club Ebersberg, unweit von München, Club-Managerin zu werden – mit gerade einmal 26 Jahren.

Der Clubvorstand, der über die Personalie zu entscheiden hatte, bestand wie viele andere hierzulande aus einer Riege nicht mehr ganz so junger Herren. Ein gewisses Maß an Skepsis, ihr – der Mittzwanzigerin – den geliebten Club anzuvertrauen, überraschte selbst die Bewerberin nicht. Saskia Zieschank muss eine ziemlich überzeugende Vorstellung abgeliefert haben, um ihr Ziel zu erreichen.

Die Sache mit dem Fernweh war allerdings nicht erledigt. Schon in ihrer Zeit in Ebersberg hatte Saskia Zieschank einen Kontakt geknüpft ins schottische Gleneagles, in eines der namhaftesten Golfresorts der Welt, den Austragungsort des Ryder Cup 2014. „Ich habe die Chance bekommen, dort als rechte Hand des Golfdirektors zu arbeiten, dabei hinter die Kulissen zu schauen und Events zu organisieren“, sagt Zieschank. Zwei Jahre nach dem Ryder Cup sei das gewesen. „Aber die Atmosphäre, die dieses Turnier einem Austragungsort verleiht, hat Gleneagles noch immer.“

Ein halbes Jahr blieb Zieschank in Schottland und lernte dort in einem internationalen Team einen gelebten Service kennen, der die Menschen zu treuen Gästen und das Resort zu einem besonderen Anziehungspunkt macht. „Gleneagles ist in dieser Hinsicht noch immer ein absolutes Flaggschiff für mich“, sagt die Brandenburgerin im Rückblick.

Saksia Zieschank, Golf, Berlin, Bad Saarow, EMM
Gastgeberin: In diesem Jahr fand die Europäische Mannschaftsmeisterschaft im A-ROSA Scharmützelsee statt. Foto: Mike Wolff

Entschädigung für die Monate im ergiebigen Regen Schottlands lieferte die nächste Station, die Saskia Zieschank unmöglich ablehnen konnte: Golfverantwortliche auf einem Kreuzfahrtschiff. „Zwischen meinem Aufbruch in Gleneagles und dem In-See-Stechen von Mallorca aus lagen keine zwei Wochen.“ Kanaren, Kolumbien, Karibik. Heute Panama, übermorgen Jamaika. Von einem Golfparadies ins andere. „Für mich war das kein Job, sondern wie ein Ausflug“, sagt Zieschank. Ihre Aufgabe sei es gewesen, die Golfrunden zu organisieren, im Schnitt alle zwei Tage, und die Golferinnen und Golfer zu betreuen. „Ich habe entweder mitgespielt oder mich mit den jeweiligen Golfmanagern unterhalten.“ Sechseinhalb Monate am Stück dauerte ihr erster Törn. Insgesamt blieb Zieschank zehn Monate.

Den Kontakt nach Bad Saarow hat sie nie abreißen lassen. Und mit jeder ihrer Stationen, mit jeder Erfahrung, die sie gesammelt hat, muss das Interesse des A-ROSA Scharmützelsee an seiner einstigen Auszubildenden gewachsen sein. Inzwischen ist Saskia Zieschank 33 Jahre alt und seit ziemlich genau einem Jahr Golfmanagerin in Bad Saarow. „Ich hatte auch andere Angebote“, verrät sie. Aber sie habe sich ganz bewusst für das A-ROSA entschieden. „Wir haben hier draußen eine wahre Oase.“

Zieschank führt nun ein Team von 20 Leuten und ist eine Chefin, deren Bürotür meist offensteht. Gastfreundschaft und Service, wie sie ihn in Golfclubs und -resorts rund um den Globus kennengelernt hat, sind ihr Ziel und Anspruch am Scharmützelsee. Hochkarätige Veranstaltungen, bei denen sie und ihr Team sich beweisen können, gibt es in Bad Saarow regelmäßig. Im Sommer war das Resort Austragungsort der Europäischen Mannschaftsmeisterschaften. Die Faldo Series der besten Nachwuchsspieler findet genauso jedes Jahr am Scharmützelsee statt wie das Masters der GOFUS, dem Club der prominenten golfenden Fußballer. Derzeit arbeitet Saskia Zieschank auch an der erfolgreichen Clubfusion aus A-ROSA Golfclub und dem Sporting Club Berlin zum Golf Club Bad Saarow.

Immer wieder auch raus zu kommen auf die drei Plätze des Resorts, sei ihr aller Arbeit zum Trotz sehr wichtig, sagt Zieschank. Nur so könne sie die Greenkeeper verstehen, oder die Mitglieder und Gäste, die nun mal wegen der Golfbahnen da sind. Und das versteht die Managerin ja selbst nur zu gut.