Platzrekord: GolfRange Berlin-Großbeeren

Platzrekord: GolfRange Berlin-Großbeeren
Ralf Eberstein aus dem Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee hält seit 2014 den Platzrekord auf der GolfRange Berlin-Großbeeren. Foto: Privat

Meist sind es Profis oder Scratch-Golfer, die Platzrekorde aufstellen. Auf der GolfRange Berlin-Großbeeren war es ein Spieler mit einem Handicap von -5,2, dem eine sagenhafte Runde von sechs unter Par gelang. „Auf den ersten sechs Bahnen habe ich fast alles gelocht“, sagt er.

Auf dem Par-64-Kurs der GolfRange Berlin-Großbeeren gelang Ralf Eberstein vor allem eine fulminante Front-Nine. Fünf Schläge unter Par lag der Potsdamer nach der Hälfte der Runde. „Meine Mitspieler sind mit jedem meiner Birdies aufgeregter geworden“, erinnert sich Eberstein. Sätze wie „Das habe ich ja noch nie erlebt“ oder „Das wird ja eine mega Runde“ seien dann in einer Tour gefallen. „Das hat mich dann selbst nervös gemacht, weil ich mich davon unter Druck gesetzt gefühlt habe“, berichtet der Golfer aus dem Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee. Er habe seine Flightpartner gebeten, ihn zu unterstützen, indem sie ihre Euphorie nicht ganz so überschwänglich ausbreiten. Eberstein selbst versuchte für seinen Teil, die außergewöhnliche Runde nicht entgleiten zu lassen.

Die Rekordrunde von Ralf Eberstein auf der GolfRange Berlin-Großbeeren. Foto: GolfRange

Was ihm gelang: Ein Bogey und zwei Birdies spielte er auf der Backnine und brachte so einen Gesamtscore von 58 Schlägen ins Ziel – sechs unter Par. Bei einem Handicap von -5,2 und einer Spielvorgabe von 2 bedeutete das ein Ergebnis von 45 Nettopunkten. Der heute pensionierte und damals noch aktive Kriminalbeamte gewann das Montagsturnier der GolfRange und stellte einen Platzrekord auf, der seit jenem 11. August 2014 Bestand hat.

Die Putts fielen – egal ob auch vier oder acht Metern

Der Schlüssel zu seiner 58 seien die Putts gewesen, die reihenweise fielen. „Ich habe mir in diesen Augenblicken geschworen, an Tagen, an denen mal wieder gar nichts fällt, an diese Runde zu denken“, erzählt Eberstein. Neben mehreren Putts aus vier bis fünf Metern habe er auch einen aus acht Metern versenkt. „Solche Tage sind die Entschädigung für die ganzen Tiefpunkte, die man als Golfer zwangsläufig auf dem Platz erlebt“, sagt er und lacht.

Der Neun-Loch-Kurs der GolfRange Berlin-Großbeeren ist ein Par 64. Foto: GolfRange

Der Neun-Loch-Platz der GolfRange komme ihm entgegen, der in seiner Handicapliga stets zu den kürzesten gehöre. „Das soll aber nicht heißen, dass sich der Platz einfach ergibt und eine Unter-Par-Runde für mich dort selbstverständlich ist.“ Er habe sehr oft und sehr gerne an den Montagsturnieren in Großbeeren teilgenommen, weil er dort immer freundlich und familiär aufgenommen worden sei von Mitarbeitern, die sehr herzlich seien.

Neuanfang bei Null

Nach seiner Rekordrunde schrumpfte Ebersteins Handicap auf -3,9. Seine beste Stammvorgabe sei sogar eine -1,8 gewesen. „Aber nur für zwei Wochen“, wie er schnell dazu sagt. In den Verbandswettspielen des Golfverbands Berlin-Brandenburg ist Eberstein in der AK50 schon oft oben zu finden gewesen. Aktuell erholt sich der 63-Jährige allerdings von einem Schlaganfall. „Ich bin froh, dass ich gehen und sprechen kann, aber beim Golf beginne ich gerade gewissermaßen bei Null“, erklärt Eberstein. Beim Aufdrehen für den Drive schmerze seine linke Schulter. Das versuche er mit Übungen und Therapien in den Griff zu bekommen. „Es geht langsam bergauf“, sagt er. Sein geliebtes Golf soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen.

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